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USA: Hegseth schafft Grippe-Impfung für Soldaten ab

Hegseth schafft Grippe-Impfung für Soldaten ab – Begründung wirft Fragen auf

Das US-Verteidigungsministerium schafft die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten ab und beruft sich dabei unter anderem auf religiöse Gründe.
22.04.2026, 07:4222.04.2026, 07:42

«Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind nicht verhandelbar», betonte Pentagon-Chef Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, in einer Videobotschaft an die Truppe. Für Soldaten sei die Grippeschutzimpfung deshalb künftig nur noch optional. Damit wird eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und unter republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang aufrechterhaltene Regel gekippt.

Defense Secretary Pete Hegseth speaks to members of the media during a press briefing at the Pentagon, Thursday, April 16, 2026 in Washington. (AP Photo/Kevin Wolf)
Pete Hegseth
Pete Hegseth kippt eine seit dem Zweiten Weltkrieg gültige Praxis in der US-Armee. Bild: keystone

«Unsere neue Linie ist einfach: Wenn Du – als amerikanischer Krieger, dem die Verteidigung dieses Landes anvertraut wurde – glaubst, dass die Grippe-Impfung in deinem Interesse ist, kannst du sie bekommen; solltest du auch. Aber wir werden dich nicht zwingen», sagt Hegseth in dem Video.

Während der Corona-Pandemie habe die Vorgängerregierung «Männer und Frauen in Uniform gezwungen, sich zwischen ihren Überzeugungen und ihrem Land zu entscheiden, auch wenn diese Entscheidungen keine Bedrohung für unsere militärische Einsatzbereitschaft darstellten». Diese «Ära des Verrats» sei nun vorbei.

«Hegseths Entscheidung ist fahrlässig»

Kritiker halten den Kurswechsel des Ministers, der vielen als religiöser Eiferer gilt, für einen schweren Fehler. «Hegseths Entscheidung ist fahrlässig und setzt unsere militärische Einsatzbereitschaft aufs Spiel», warnte der demokratische Abgeordnete Jason Crow, der einst im Irak und in Afghanistan kämpfte. Der Army-Veteran Richard Ricciardi, der heute als Uni-Professor Gesundheitskurse gibt, sagte dem US-Sender CNN:

«Im Militär sind Impfungen kein politisches Theater, sondern dienen dem Schutz der Truppe. Soldaten leben und arbeiten eng beieinander, da können sich Grippeviren rasant ausbreiten und ansonsten gesunde Einsatzkräfte kampfunfähig machen.»

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump hat die US-Regierung mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel. Er stellte einen – von Forschern widerlegten – Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und riet lange von Spritzen gegen Masern ab. Als die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen dann doch als effektivstes Mittel zur Eindämmung der Epidemie. (sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Gurgelhals
22.04.2026 08:13registriert Mai 2015
Fun Fact: Die sogenannte Spanische Grippe war gar nicht wirklich spanisch. Sie wurde im Frühjahr 1918 von Amerikanischen Soldaten im 1. Weltkrieg nach Westeuropa eingeschleppt. Die Franzosen nannten sie daher zunächst "Amerikanische Grippe", aber davon rückte man dann ab, weil man den neuen Bündnispartner im Krieg nicht hässig machen wollte.

Geschichte wiederholt sich.
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mrmikech
22.04.2026 07:58registriert Juni 2016
Alles, was Hegseth sagt, klingt irgendwie wie Breivik 🤔
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Shadow69
22.04.2026 08:14registriert Februar 2014
«Männer und Frauen in Uniform gezwungen, sich zwischen ihren Überzeugungen und ihrem Land zu entscheiden, auch wenn diese Entscheidungen keine Bedrohung für unsere militärische Einsatzbereitschaft darstellten». Diese «Ära des Verrats» sei nun vorbei.

Die Ära des Verrats? Herr Hegseth, das nennt sich Gesunderhaltung der Truppe und ist essentiel um die Truppe Einsatzbereit zu halten. Nirgends (ausser in Gefängnissen) ausser der Armee leben und arbeiten Menschen so nahe aufeinander. Viren habe gerade dort ein leichtes Spiel.

Gott lass Hirn regnen, vor allem in Amerika!
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