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Alex Wilson hat zu unerlaubten Mitteln gegriffen.
Alex Wilson hat zu unerlaubten Mitteln gegriffen.
Bild: keystone

Alex Wilson wegen Dopings von Olympia ausgeschlossen – Rindfleisch soll Schuld sein

28.07.2021, 08:1028.07.2021, 10:37

Alex Wilson darf nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Die Ad-hoc-Division des Internationalen Sportgerichtshof (CAS) belegt den 30-jährigen Basler wegen eines positiven Dopingbefunds mit einer provisorischen Sperre.

Diese steht nicht im Zusammenhang mit Wilsons gestrichenen Europarekord von Atlanta Mitte Juli. Der Schweizer Rekordhalter über 100 Meter und 200 Meter wurde am 15. März 2021 durch Antidoping Schweiz ausserhalb eines Wettkampfes positiv getestet.

Bei ihm wurde eine geringe Menge Epitrenbolon (ein Metabolit von Trenbolon) gefunden. Bei Trenbolon handelt es sich um ein androgenes Steroid aus der Gruppe der Anabolika. Es ist eine sogenannt nicht-spezifische Substanz, die unabhängig von der nachgewiesenen Menge verboten ist und eine Sperre nach sich zieht. Wilson war damals am Vortag zur Geburt seines dritten Kindes von einem Trainingslager in den USA in die Schweiz zurückgekehrt.

«Ich bin über den Entscheid des CAS sehr überrascht und am Boden zerstört.»
Alex Wilson

Wie aber die Rennen und die Zeiten von Atlanta ist auch der neue «Fall Alex Wilson» konfus. Offenbar schon am 28. April legte Antidoping Schweiz Alex Wilson eine provisorische Sperre auf. Anfang Juli hob die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic diese Sperre auf. Gegen die Aufhebung der Sperre legten die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Leichtathletik-Weltverband (World Athletics) Berufung ein. Diese wurde nun vom CAS gutgeheissen, wodurch die provisorische Sperre wieder in Kraft tritt.

Die Chronologie des Verfahrens
15.03.2021: Dopingkontrolle (ausserhalb des Wettkampfes)

08.04.2021: Positiver Dopingbefund auf Epitrenbolon vom Laboratoire Suisse d’Analyse du Dopage in Lausanne

28.04.2021: Provisorische Sperre des Athleten durch Antidoping Schweiz

18.05.2021: Aussetzung der provisorischen Sperre durch die Disziplinarkammer

20.05.2021: Öffnung der B-Probe, Bestätigung Resultat der A-Probe

02.07.2021: Aufhebung der provisorischen Sperre durch die Disziplinarkammer

16.07.2021: Antrag Antidoping Schweiz an die Disziplinarkammer auf Eröffnung eines ordentlichen Verfahrens

22.07.2021: Rekurs von World Athletics an die ad-hoc-Abteilung des CAS in Tokio

24.07.2021: Rekurs von der WADA an die ad-hoc-Abteilung des CAS in Tokio

27.07.2021: Entscheid der ad-hoc-Abteilung des CAS in Tokio betreffend Wiedereinsetzung der provisorischen Sperre

Kontaminiertes Rindfleisch als Grund?

Wilson selbst führt den positiven Dopingbefund auf eine grosse Menge Rindfleisch zurück, die er sowohl 72 Stunden als auch 48 Stunden vor der Urinprobe in einem Restaurant in Las Vegas konsumiert hatte. Für den Sprinter muss das Trenbolon durch den Verzehr des kontaminierten Fleischs in seinen Körper gelangt sein. Trenbolon ist ein Mittel, das in den USA verbreitet in der Rindermast eingesetzt wird.

«Für mich ist das die einzig schlüssige Erklärung für den positiven Befund, zumal nur Kleinstmengen von Trenbolon nachgewiesen wurden,» so Wilson, für den sein Fall starke Parallelen zu dem des amerikanischen Weitspringers Jarrion Lawson aufweist. Dieser wurde im Sommer 2018 positiv auf Trenbolon getestet, nachdem er ebenfalls wenige Stunden vor der Probe kontaminiertes Rindfleisch zu sich genommen hatte und schlussendlich nach 19 Monaten Kampf vom CAS freigesprochen wurde.

Jarrion Lawson wurde 2020 entlastet.
Jarrion Lawson wurde 2020 entlastet.
Bild: imago-images.de

Swiss Olympic gibt an, erst vor wenigen Tagen vom Verfahren gegen Alex Wilson erfahren zu haben. Nach Hürdenläufer Kariem Hussein ist Sprinter Alex Wilson bereits der zweite Schweizer Leichtathlet, der die Olympischen Spiele aufgrund einer Dopingsperre verpasst. «Die beiden Fälle sind nicht miteinander vergleichbar und es ist kein Zusammenhang ersichtlich», sagt Christoph Seiler, Präsident von Swiss Athletics.

«Für alle Leichtathletik-Fans und für mich als Verbandspräsident sind sie eine riesige Enttäuschung. Persönlich ärgert mich, dass gleich zwei etablierte Athleten deswegen in die Schlagzeilen geraten. Wir durften in den letzten Jahren viele tolle Momente miterleben. Diese beiden Einzelfälle sind ein Tiefschlag, der schmerzt. Sie werden die Leichtathletik und den Aufschwung jedoch nicht nachhaltig schädigen können», so Seiler weiter. (pre/sda)

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quelle: keystone / laurent gillieron
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