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bild: watson / material: shutterstock

Emma Amour

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Meine Cousine Anna ist ein Nachzüglerli. Anna erlebt mit 20 zum ersten Mal richtig heftigen Herzschmerz. Die einzige, die sie während ihres Höllentrips an sich ranlässt, bin ich.



Mein Handy klingelt um 2.18 Uhr. In der Nacht von einem sehr gewöhnlichen Montag auf einen sehr gewöhnlichen Dienstag. Für mich zumindest. Für Anna ist es die Nacht, die ihr ganzes Leben verändert, nein, zerstört. Dessen ist sie sich sicher.

Es ist zum Glück niemand gestorben. Zumindest kein Mensch. Ihre Seele aber ist gerade tot. Was sie noch nicht weiss: Ihre Seele wird wieder auferstehen. Nicht heute, nicht morgen, aber sie wird.

Ich gehe jedenfalls sehr verschlafen ran. Und verstehe kein Wort. Anna heult Rotz und Wasser. Nachdem ich mit Müh und Not abklären konnte, dass niemand gestorben ist, weiss ich, was es geschlagen hat: Annas Freund muss Schluss gemacht haben.

Ich habe recht.

Der Boden weg, die Liebe weg, alles weg!

Anna ist meine Cousine. Sie ist mit ihren 20 Jährchen die Jüngste in unserem Clan. Ein herziges Nachzüglerli. Ich liebe Anna so, als wäre sie meine kleine Schwester. Anna und Marco waren drei Jahre zusammen.

Annas Heulkrämpfe sind so intensiv, dass sie kaum ein Wort rausbringt. Ich kann nur vernehmen, dass sie bei Marco vor dem Haus auf der Strasse steht und nicht weiter weiss. Ich sag ihr, sie soll da bleiben, ich hole sie gleich ab.

Mit zerzausten Haaren, Leggings, einem Hoodie und derben Augenringen fahre ich zu Anna. Sie sitzt auf dem Trottoir, raucht eine Zigi und wippt. Als sie mich sieht, bricht sie erneut in Tränen aus.

Ich setze mich neben sie, nehme sie einfach in den Arm und drück ihr einen Kuss auf die Stirn. Die Arme schüttelt es massiv durch. Ich weiss genau, wie sie sich fühlt. Der Boden unter den Füssen ist weg. Der sichere Hafen ist weg. Der wichtigste Vertraute – weg!

Eine Verzweiflung so gross wie das Universum

Ich schlage vor, dass wir ein bisschen durch die Nacht spazieren. Findet Anna gut. Als sie sich ein bisschen beruhigt hat, erzählt sie, was passiert ist: Marco sei schon länger komisch gewesen. Wollte immer mit seinen Bros in den Ausgang. Er habe sie immer seltener gefragt, ob sie mit will.

Und eher kalt sei er gewesen. Sie habe mehrmals gefragt, ob was ist. Hat er immer verneint. Und dann, als sie heute Abend bei ihm war, sei es aus ihm rausgebrochen: Er liebt sie einfach nicht mehr.

«Wie soll ich ohne Marco leben?», fragt Anna. «Ich war mir sicher, dass wir heiraten werden! Wie soll es weitergehen? Was passiert mit unserer Clique? Alle Freunde, die ich habe, sind auch seine Freunde!»

Und weiter: «Wir haben im Dezember schon lange Ferien gebucht. Was ist damit? Und wie um alles soll ich Weihnachten ohne Marco überstehen? Was sage ich der Familie

Anna wirft sich zu Boden. Die Zigarette zwischen ihren Fingern ist schon lange abgebrannt.

Der Elefant auf meinem Brustkorb

Sie will Marco jetzt anrufen. Nur mit viel Überzeugungskraft kann ich sie davon abhalten. Vielleicht seis ja nur eine Laune, hofft sie. «Vielleicht ruft er mich morgen an und alles ist wieder gut.»

Ich weiss, dass nichts so schnell wieder gut wird. Ist das Geschirr mal zerschlagen, ist der Scherbenhaufen gross. Ich behalt die Info für mich und erzähle Anna von meinem ersten Trennungsschmerz.

Davon, dass ich das Leben wochenlang scheisse fand. Dass ich mir ewig nicht vorstellen konnte, mich jemals in einen anderen Mann zu verlieben. Davon, dass ich im Alltag wie ein Roboter funktionierte und sofort in Tränen ausbrach, als ich meine Haustüre hinter mir schloss.

Davon, dass weder die tröstenden Worte meiner Mutter, Grossmutter oder meinen Freundinnen halfen. Davon, dass ich mir sicher war, meinen Lebtag nie mehr glücklich zu werden. Und davon, dass ich vor allem eine Heidenangst vor Einsamkeit hatte.

Von dem Gefühl, dass ein Elefant auf meinem Brustkorb wohnt. Und von der absoluten Verzweiflung, nie nie nie wieder einen zu treffen wie den, den ich doch immer noch so sehr liebe, er mich aber nicht.

Anna horcht auf. «Und dann, was ist dann passiert?»

Irgendwann bin ich am Morgen aufgewacht und der Elefant war nicht mehr so schwer. Etwas später gab es Tage, an denen ich mein Elend sogar für mehrere Stunden vergass. Und langsam schlich sich von ganz alleine die Lebenslust zurück in mein Leben.

Ich hatte Lust auf Clubbing. Auf Ferien mit Freundinnen. Auf Flirten mit verschiedenen Männern. Auf neue Möbel. Neue Kleider. Eine neue Frisur. Es machte mir Spass, mich neu zu positionieren. Der Boss meines eigenen Lebens zu sein. Keine Kompromisse machen zu müssen.

Und dann waren da all die ersten Küsse, die mich umhauten. Die mich schweben liessen. Die mein Herz zum explodieren brachten. Und die ich alle nicht erlebt hätte, wäre ich damals nicht verlassen worden.

Anna lächelt, während ihre Mascara von den Tränen getränkt, tiefe Bahnen in ihr Gesicht malt.

Wir machen blau!

Das einzig Gute an der ganzen Trennungsmisere sei, dass sie vorbei geht. Von alleine. Dass das einzige, das Anna braucht, Geduld sei. Bis dahin aber dürfe sie in Selbstmitleid ertrinken, sich im Elend suhlen, Weltmeere heulen.

Derweil ist es schon kurz vor 5 Uhr. Ich nehme Anna mit zu mir. Gegen halb 6 liegt sie erschöpft in meinem Bett. Ich daneben. Sie schläft weinend ein.

Ich drück ihr einen Kuss auf die Backe und decke sie zu. Dann schreib ich meinem Boss eine SMS. Ihrem auch (wir kennen uns). Ich entschuldige uns für den heutigen Arbeitstag.

Manchmal kommt das Leben der Arbeit halt in die Quere. Und wenn das Herz schmerzt, dann muss man es genau so wie eine Grippe pflegen.

In Annas Fall entscheiden wir uns für das Medikament «Gossip Girl». Wir verbringen den ganzen Dienstag bingewatchend in meinem Bett.

Wirkt Wunder. Hie und da glänzen sogar Annas Augen. Nämlich immer dann, wenn sie Nate Archibald sieht.

Best-of Nate <3

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Video: YouTube/Stefano Oneto

Ich lächle sie von der Seite an und bin guter Dinge, dass es meinem kleinen Schwesterlein schon bald besser geht.

Am meisten aber freue ich mich darauf, wenn sie sich dann ganz gestärkt zurück ins Abenteuer Leben schmeisst. Und jegliche Nathan-Archibald-Typen in dieser Stadt küsst!

XOXO,

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Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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