«US-Propaganda unterster Schublade»: Iran-Rettungsaktion wird zum Hollywood-Spektakel
Action, Spezialeffekte und Pathos sind schon jetzt garantiert: Regisseur Michael Bay hat sein nächstes Filmprojekt gefunden. Der «Transformers»-Macher entwickelt für Universal Pictures einen Spielfilm über die spektakuläre Rettung zweier US-Flieger im Iran-Krieg. Das berichtete zuerst das Hollywood-Newsportal Deadline.
Im Zentrum der Handlung steht eine Episode aus Donald Trumps Operation Epic Fury, dem Krieg gegen das Mullah-Regime in Teheran.
Anfang April war ein amerikanischer F-15E-Kampfjet über iranischem Gebiet abgeschossen worden. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten, landeten jedoch getrennt voneinander hinter feindlichen Linien im Zagros-Gebirge. Während der Pilot rasch geborgen wurde, musste der Waffenoffizier während Tagen iranischen Suchtrupps entkommen und sich in einer Höhle versteckt halten, ehe ihn US-Spezialkräfte in einer gross angelegten Rettungsaktion herausholten.
Die Mission sorgte weltweit für Schlagzeilen. Der US-Präsident sprach später von einer der «komplexesten und gefährlichsten Rettungsoperationen» der amerikanischen Militärgeschichte. Laut Berichten von Nachrichtenagenturen waren daran Dutzende Flugzeuge beteiligt, darunter Spezialmaschinen und Helikopter. Parallel dazu führte die CIA eine umfangreiche Ablenkungsaktion durch. Iran wiederum behauptete, mehrere amerikanische Fluggeräte abgeschossen zu haben.
After the 48-hour mission to rescue an American F-15 weapons systems officer who, along with the pilot, were shot down over Iran and left trapped deep behind enemy lines, @MarthaRaddatz has remarkable new details on the operations to bring them both home. https://t.co/qC6UmBZ1pU pic.twitter.com/VCjbEPSHbW
— World News Tonight (@ABCWorldNews) April 7, 2026
Das Buch zum Film muss zuerst noch veröffentlicht werden
Das Drehbuch soll auf einem noch unveröffentlichten Buch des Journalisten und Autors Mitchell Zuckoff basieren, das für 2027 vorgesehen ist. Zuckoff arbeitete bereits mit Bay am Kriegsfilm «13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi» zusammen.
Bay pflegt seit Jahrzehnten enge Beziehungen zum US-Militär. Bei Filmen wie «Pearl Harbor», «Armageddon» oder der «Transformers»-Reihe erhielt er umfangreiche Unterstützung der Streitkräfte – von Militärbasen bis zu Kampfjets und Soldaten als Statisten.
Entsprechend patriotisch fällt Bays Kommentar zum neuen Projekt aus. Der Film handle von Menschen, «die den Ruf des Vaterlands beantwortet haben», erklärte der Regisseur auf Nachfrage von «Deadline». Er wolle damit den «wahren Heldenmut» amerikanischer Soldaten zeigen.
Kritiker sehen das Vorhaben jedoch skeptisch, noch bevor der erste Take im Kasten ist. «Euronews» spricht bereits von möglicher «tumber, Flaggen-wedelnder Propaganda unterster Schublade».
Tatsächlich kommt das Projekt zu einem heiklen Zeitpunkt: Der Krieg gegen Iran bleibt innen- und aussenpolitisch hoch umstritten, irgendwelche militärischen oder diplomatischen Fortschritte kann Trump kaum vorweisen, und in Amerika wächst die Kritik an den enormen Kosten der Militäroperation.
Ein Startdatum für den Film gibt es bisher nicht. Dass es darin laut und explosionsreich zugehen wird, gilt bei einem Michael-Bay-Projekt als garantiert. Fast ebenso sicher sind die Verrisse von Filmkritikern, die auf das Actionspektakel folgen werden. (aargauerzeitung.ch)

