Wissen
Klima

Neu entdecktes Enzym zersetzt Plastik in Rekordzeit

plastik, mikroplastic, mikroplastik, kunststoff, abfall, meer, strand, hände, shutterstock
Gute Neuigkeiten: Wissenschaftlerinnen entdeckten ein Enzym, das PET-Kunststoff doppelt so schnell zersetzt wie andere Enzyme.bild: shutterstock

Neu entdecktes Enzym zersetzt Plastik in Rekordzeit

21.05.2022, 13:2021.05.2022, 13:32

Forschende der Universität Leipzig haben ein Enzym entdeckt, das PET-Kunststoff doppelt so schnell zersetzt wie andere Enzyme. Ausgerechnet in einem Komposthaufen auf dem Friedhof haben die Chemikerinnen und Chemiker das Eiweissmolekül gefunden.

In der Regel brauchen Enzyme für das Recycling von PET mehrere Tage oder sogar Wochen. Das neu entdeckte Enzym PHL7 zersetzt das PET allerdings innerhalb weniger Stunden in seine einzelnen Bausteine – aus ihnen kann dann neues Plastik hergestellt werden. Die Studie wurde in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift »Chemistry Europe" veröffentlicht.

Doppelt so effektiv wie das bislang schnellste Enzym

Die Forschenden vom Institut für Analytische Chemie hatten sieben verschiedene Enzyme gefunden und untersucht. Das Enzym mit dem Titel PHL7 erreichte im Labor überdurchschnittliche Ergebnisse: Innerhalb von 16 Stunden zersetzte PHL7 das PET zu 90 Prozent.

«Unser Enzym ist also doppelt so aktiv wie der Gold-Standard unter den polyesterspaltenden Hydrolasen», erklärt Christian Sonnendecker von der Universität Leipzig in einer Pressemitteilung. Eine Kunststoffschale, in der im Supermarkt zum Beispiel Weintrauben verkauft werden, liesse sich mit dem neu entdeckten Enzym in weniger als 24 Stunden zersetzen.

Bisherige Recycling-Methoden sind sehr aufwändig, weshalb Plastikmüll oft verbrannt oder ins Ausland exportiert wird. Wie der BUND berichtet, wurden nur 15 Prozent der rund 5,2 Millionen Tonnen Plastikmüll, die im Jahr 2017 entstanden sind, recycelt. Mit dem neu entdeckten Enzym könnte das Recycling von PET-Plastik fortan schneller und effizienter gestaltet werden.

(sb)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Produkte, die du kaum brauchen kannst, aber trotzdem willst
1 / 20
Produkte, die du kaum brauchen kannst, aber trotzdem willst
Man stelle sich all die Zeit vor, die so gespart werden könnte (aka Albtraum jedes Arbeitnehmers) ...bild: instagram
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Diese Animation zeigt die Ansteckungsgefahr durch Gesichtsvisiere
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
26 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26
Warum der Klimaschutz in der Schweiz trotz Hitze und Trockenheit kaum vorankommt
Die Schweiz und Europa erleben einen ausserordentlich heissen und trockenen Sommer. Dies könnte Solarstrom und Elektroautos einen neuen Schub verleihen. Oder auch nicht.
Der Sommer ist erst zur Hälfte vorbei. Und bereits haben wir mehrere Hitzewellen erlebt. Besonders heftig war jene in der zweiten Junihälfte, als die Temperaturrekorde pulverisiert wurden. Nun zeichnet sich eine Entspannung ab. Nächste Woche dürften die Temperaturen im für die Jahreszeit «normalen» Bereich liegen. Doch was heisst heutzutage schon normal?
Zur Story