Justiz
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Beim Kokaindeal ging alles schief: Kein Geld, zwei Schwerverletzte und sechs Angeklagte

Ein Kokain-Deal ist in Basler Privatwohnung ausgeartet. Wegen einer blutigen Messerstecherei kurz vor Weihnachten 2017 müssen sich zwei junge Innerschweizer vor Gericht verantworten.

Patrick Rudin / ch media



[gestellte Aufnahme] Ein Mann konsumiert am 11. November 2006 Kokain in einer Privatwohnung in Zuerich. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

[posed picture] A man is consuming cocaine in a private apartment in Zurich on November 11, 2006. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

Kokain-Dealer veranstalten eine Messerstecherei. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

«Wir wollten nur konsumieren und Party machen», meinte der 24-jährige Mann gestern Montag im Basler Strafgericht. Warum die Truppe aus der Innerschweiz für den damaligen Ausflug nach Basel im Auto auch Schlagstock und Pfefferspray dabei hatten, konnten sie nicht so recht erklären.

Sicher ist nur: Der vorweihnachtliche Trip nach Basel ging gewaltig schief, er endete in der Nacht auf den 22. Dezember 2017 mit einer blutigen Messerstecherei, einem grossen Polizeieinsatz und wochenlanger Untersuchungshaft für alle Beteiligten.

Die Version der Staatsanwaltschaft lautet so: Zwei Männer im Alter von 22 und 23 Jahren aus der Innerschweiz wollten in den Kokainhandel einsteigen, der 24-Jährige vermittelte den Kontakt über einen ehemaligen Knastfreund zu dem 31-jährigen Basler Dealer.

Doch die Innerschweizer hatten gar kein Geld und konnten die für 50 Gramm Kokain geforderten 3000 Franken gar nicht aufbringen. So planten sie, dem Dealer den Stoff mit Gewalt abzunehmen.

Der Basler Dealer wartete an jenem Abend in seiner Wohnung in der Nähe der Rosentalanlage und hatte kein gutes Gefühl bei der Sache, weshalb er noch einen kampfsporterprobten 34-jährigen Freund hinzuzog. Dieser sorgte dafür, dass zuerst nur einer der Käufer ohne jegliche Waffen in die Wohnung gelassen wurde.

Auf der Flucht mit gezogener Waffe gestoppt

Doch als der zweite Käufer das Geld hochbringen sollte, geriet die Sache ausser Kontrolle: Der Basler Dealer und sein Security-Mann erlitten schwere Schlag- und Stichverletzungen, als Tatwerkzeuge nahmen die Innerschweizer die vorhandenen Küchenmesser.

Der 31-jährige Dealer konnte über den Balkon flüchten und die Polizei alarmieren, die Innerschweizer wurden auf der Flucht in ihrem Auto von der Polizei mit gezogener Waffe gestoppt. In der Wohnung fand man 50 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 85 Prozent sowie ein halbes Kilo Marihuana, Geld hingegen hatte niemand dabei.

«Alles deutet darauf hin, dass man den Stoff gewaltsam behändigen wollte.»

Die beiden Basler landeten schwer verletzt im Spital, der 31-jährige Dealer ist bis heute arbeitsunfähig und bezieht Sozialhilfe. Die Rechtsvertreter der Beiden forderten Genugtuungssummen von jeweils 10'000 und 15'000 Franken von den beiden Haupttätern.

Staatsanwältin Simone Lustenberger klagte die beiden 22- und 23-jährigen Männer aus der Innerschweiz unter anderem wegen versuchter vorsätzlicher Tötung an.

«Das Konto des 22-Jährigen war mit 800 Franken im Minus. Niemand konnte plausibel erklären, wie man das Kokain bezahlt hätte. Alles deutet darauf hin, dass man den Stoff gewaltsam behändigen wollte», sagte Lustenberger in ihrem Plädoyer. Für die zwei Hauptangeklagten forderte sie Freiheitsstrafen von je acht Jahren und drei Monaten.

Der 24-Jährige, der den Deal eingefädelt und vom geplanten Raub gewusst hatte, soll für drei Jahre hinter Gitter. Ein weiterer Beteiligter sowie der Basler Dealer sollen eine Freiheitsstrafe von 28 Monaten erhalten, der 34-jährige «Security» als Gehilfe bei einem Drogenhandel eine bedingte Strafe von neun Monaten. Das Urteil fällt am Donnerstag, das Gericht wird auch über Landesverweise entscheiden. (bzbasel.ch)

Die dümmsten Koks-Schmuggel-Aktionen der Schweiz

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kanischti 19.11.2019 13:34
    Highlight Highlight Ein Mann, der in der Innerschweiz lebt, muss noch lange kein Innerschweizer sein. Oder ist ein Mann, der in der Schweiz lebt, ein Schweizer?
  • alessandro 19.11.2019 10:46
    Highlight Highlight Ich kapiers nicht, da willst du in ein Business einsteigen und gedenkst dies mal spontan mit Raub zu tun.
    • SeboZh 19.11.2019 10:53
      Highlight Highlight Vom business her gesehen, wäre dies der best mögliche einstieg...Ware im wert von ca 5000.- und keine Kosten dafür. Die beste Marge überhaupt
    • Beeee 19.11.2019 12:37
      Highlight Highlight Denke nicht dass es etwas langfristiges gewesen wäre. fast money
    • Snowy 19.11.2019 18:22
      Highlight Highlight Klar.

      Und der Basler Dealer würde diesen Raub natürlich einfach so auf sich sitzen lassen und die beiden gemütlich und gratis seinen Stoff in Emmenbrücke verticken lassen.

      NOT.

      Es käme natürlich umgehend zu entsprechenden Hausbesuchen von Baslern "Securities" in der Innerschweiz..

      Und die Spirale nimmt ihren Lauf...
  • LCT 19.11.2019 09:19
    Highlight Highlight Schon hart für den Basler Dealer.
    Wird fast abgestochen aufgrund seines Gutdünkens gegenüber seiner „Vertragspartner“ und bekommt dafür 28 Monate Haft.

    Die 2 Innerschweizer sind zutiefst verachtenswert.

    Und ein Beweis mehr, warum man auf dem Schwarzmarkt wohl besser bewaffnet agiert.

    (Oder man beseitigt den Schwarzmarkt, das wäre wiederum Aufgabe unserer Politiker).
    • Roman h 19.11.2019 10:40
      Highlight Highlight Schwarzmarkt beseitigen ist nur möglich wenn man alles also wirklich alles legalisiert.
      Ob das die richtige Lösung ist?
      Gewisse Sachen sollten besser verboten bleiben
    • sheshe 19.11.2019 13:21
      Highlight Highlight @roman nö, was denn?
    • LCT 19.11.2019 13:35
      Highlight Highlight @Roman h:

      Deine Feststellung ist richtig und die Antwort auf deine Frage heisst: ja, ist es!

      Verbote sind da, um gebrochen zu werden ;)
  • Salamikönig 19.11.2019 08:51
    Highlight Highlight Weiss jemand wieso der 31 jährige Dealer arbeitsunfähig ist. Also in Folge welcher Verletzung?
  • Frauen Unihockey WM 7.-15.12.2019 Neuenburg 19.11.2019 08:46
    Highlight Highlight Wenn es nicht bitterernst wäre... Der arbeitsunfähige Dealer und die von der Ausweisung bedrohten Innerschweizer sind schon etwas ulkig, wenn man sich das vorstellt.
  • Junge Schnuufer 19.11.2019 08:05
    Highlight Highlight Hat Luzi Stamm den Stoff auf den Reinheitsgrad geprüft?
  • redeye70 19.11.2019 07:04
    Highlight Highlight Diese «Innerschweizer“ kamen bestimmt aus der Agglo einer bekannten Touristenstadt
    • ingmarbergman 19.11.2019 08:50
      Highlight Highlight Ja und? Sind trotzdem Innerschweizer.
    • Snowy 19.11.2019 09:44
      Highlight Highlight Wohl kaum aus Meggen.
    • G.Oreb 19.11.2019 10:50
      Highlight Highlight Es wären auch Idioten wenns Türken wären. Oder Nigerianer. Oder Schweden. Oder Nazis. Oder nette Nachbarn. Fazit. Sind Idioten.
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