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Iran

USA und Iran greifen sich trotz Waffenruhe erneut an

Erneute Angriffe zwischen USA und Iran trotz Waffenruhe – die wichtigsten Punkte

28.05.2026, 06:3428.05.2026, 06:50

Was ist neu?

Die USA und der Iran haben sich in der Strasse von Hormus trotz Waffenruhe und laufender Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitige Angriffe geliefert. Das US-Militär habe in der Stadt Bandar Abbas eine Stellung attackiert, von der aus Drohnen gesteuert worden seien, erklärte ein US-Beamter. Vier Drohnen seien abgeschossen worden.

STRAIT OF HORMUZ - 17 JANUARY 2026: A satellite view of Bandar Abbas, Qeshm Island, Larak Island, and Hormuz Island in Hormozgan Province, within the Strait of Hormuz region, an energy chokepoint and  ...
Eine Satellitenaufnahme von Bandar Abbas.Bild: Gallo Images Editorial

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine heimische Militärquelle, wonach ein amerikanischer Öltanker die Meerenge mit abgeschaltetem Radarsystem passieren wollte. Die Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hätten ihn beschossen und zum Umkehren gezwungen.

Keine der Angaben beider Seiten liessen sich zunächst unabhängig überprüfen. Von der angegriffenen Stellung in Bandar Abbas aus sollte gerade eine fünfte Drohne abgefeuert werden, begründete der US-Beamte die US-Angriffe. «Diese Massnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten.» Iranische Medien hatten kurz zuvor von Explosionsgeräuschen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet.

Die Revolutionsgarden gaben am frühen Morgen bekannt, dass man die US-Luftwaffenbasis attackiert habe, von der aus das US-Militär auf ein Gebiet nahe dem Flughafen von Bandar Abbas gefeuert habe.

Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe. Trotzdem gab es rund um die Strasse von Hormus auch danach mehrere gegenseitige Angriffe.

Gibt es weitere Angriffe?

Ja: Der Golfstaat Kuwait meldete Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Attacken abzuwehren, teilte die Armee des Landes auf der Plattform X mit. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen.

Woher der Beschuss erfolgte, war zunächst ebenfalls unklar. Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar feuerte der Iran jedoch schon mehrmals Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.

Trotz der geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten zuletzt vereinzelt erneuten Beschuss gemeldet.

Warum ist Bandar Abbas so wichtig?

Treffen die Berichte über die erneuten nächtlichen Drohnenangriffe des Irans in der Strasse von Hormus sowie die anschliessenden US-Attacken im Raum Bandar Abbas im Süden des Irans zu, stellen sie die Waffenruhe erneut schwer auf die Probe.

Die Hauptstadt der Provinz Hormusgan gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Golfraum und an der Strasse von Hormus. Nach Kriegsbeginn blockierte Teheran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge faktisch. Daraufhin schossen die Preise an den weltweiten Energiemärkten nach oben. Die USA blockierten im Gegenzug iranische Häfen.

A bulk cargo ship sits at anchor in the Strait of Hormuz off Bandar Abbas, Iran, Saturday, May 2, 2026.(Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP)
Iran War Strait of Hormuz
Die Strasse von Hormus steht im Zentrum des Konflikts zwischen USA und Iran.Bild: keystone

Reedereien müssen sich für eine Durchfahrt durch die Strasse von Hormus seither mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen danach nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Teheran hohe Gebühren. Das US-Finanzministerium setzte die für das Management und die Gebührenerhebung zuständige Behörde deswegen nun auf die Sanktionsliste.

Der Plan, eine Gebühr für die Passage der Meerenge zu erheben, verstosse gegen internationales Recht, erklärte das US-Finanzministerium. Die Regierung in Washington warnt Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der iranischen Behörde, um die Meerenge zu passieren. Dies könne als Unterstützung der Revolutionsgarden aufgefasst und daher ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.

US-Aussenminister Marco Rubio hatte kürzlich betont, die Strasse von Hormus gehöre nicht dem Iran. «Wenn wir zulassen würden, dass dies zur Normalität wird, würden wir einen inakzeptablen Status quo normalisieren», sagte er. Sollte es im Zuge der laufenden Verhandlungen zu einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen – was weiter ungewiss ist -, würde es zu einer «vollständig offenen Meerenge» ohne Gebühren führen, sagte Rubio.

Was will Trump?

Die faktische Blockade der Strasse von Hormus belastet die Weltwirtschaft massiv – und ist für den Iran das Druckmittel schlechthin in den Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump sagte in einer Kabinettsitzung, dass niemand die Meerenge kontrollieren werde. Die USA würden darauf achtgeben. Das sei Teil der Verhandlungen. Aus seiner Sicht ist der Verhandlungsstand derzeit noch nicht zufriedenstellend. In der Kabinettsitzung sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: «Sie wollen unbedingt ein Abkommen schliessen.»

epa12998486 US President Donald Trump looks on during a Cabinet meeting in the Cabinet Room of the White House in Washington, DC, USA, 27 May 2026. Trump held the meeting with members of his Cabinet a ...
US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Die US-Regierung sei aber noch nicht «zufrieden», sagte Trump. Er erneuerte dabei seine Drohung, man werde entweder einen Deal abschliessen oder weiter kämpfen und «die Sache zu Ende» bringen.

Was fordert der Iran?

Der Iran hält jedoch nach Aussagen eines ranghohen Politikers an seinen Kernforderungen fest. Man werde sich durch Trumps Rhetorik nicht von seinen «roten Linien» abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Aussenpolitik des Parlaments, auf der Plattform X.

Dazu zählte er das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Strasse von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen. Azizi ist – soweit bekannt – nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden. Er schrieb weiter: «Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung.»

Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen. Eine Kernforderung der USA – und auch des Kriegspartners Israels – ist es, dass das Land niemals in den Besitz einer Atomwaffe kommen dürfe. (dab/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Long John Silver
28.05.2026 07:21registriert Dezember 2025
Es gibt keinen Frieden solange Trumpel noch Prädident ist.
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