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Trump in Peking: Das musst du jetzt zum Treffen mit Xi wissen

President Donald Trump, left, stands with Chinese President Xi Jinping at the Temple of Heaven on Thursday May 14, 2026, in Beijing. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
APTOPIX Trump China
Donald Trump und Xi Jinping treffen sich seit 2017 erstmals wieder in China. Hier sind sie vor dem Himmelstempel in Peking.Bild: keystone

Trump bei Xi: «Einen der bedeutendsten Gipfel der Menschheitsgeschichte»

14.05.2026, 09:3614.05.2026, 13:27

US-Präsident Trump ist am Mittwoch zu einem dreitägigen Besuch in China eingetroffen. Der chinesische Staatschef Xi Jinping hatte Trump zu Beginn des Treffens mit militärischen Ehren an der Grossen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt empfangen. Beide schüttelten sich länger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hüpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Trumps sagte später, dass er die Kinder «grossartig» gefunden habe.

Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart. Das letzte Mal in China war Trump 2017.

In den darauffolgenden Tagen sollen zwischen Trump und Xi Gesprächen stattfinden, am Donnerstagabend soll es ausserdem ein Staatsbankett geben. Am Freitag reist Trump dann wieder zurück in die USA.

Der geplante Gegenbesuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bei US-Präsident Donald Trump in den USA soll am 24. September stattfinden. Trump sagte bei seinem Staatsbesuch in Peking, dass das Treffen im Weissen Haus in Washington ausgerichtet werde. Dass es einen Besuch von Xi noch in diesem Jahr geben soll, hatte die US-Seite bereits vor längerem bekanntgemacht, aber noch keinen konkreten Termin genannt.

Handel, Taiwan, Iran

In den Gesprächen zwischen Trump und Xi dürfte es hauptsächlich um Handelsfragen gehen. Trump erklärte vor seinem Abflug, er wolle bessere Bedingungen für amerikanische Unternehmen in China erreichen und reiste mit namhaften Wirtschaftsvertretern aus den USA an.

Weitere Themen dürften geplante Waffenverkäufe der USA an Taiwan sowie der Iran-Krieg sein. Die USA hoffen demnach, dass China bei der Sicherung der Hormus-Route hilft, mit deren Blockade sich die USA wirtschaftlich und militärisch in eine Sackgasse manövriert hat.

Xi sagte, stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen seien «gut für die Welt». Beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Er warf auch die Frage auf, ob China und die USA ein «neues Modell für die Beziehungen zwischen Grossmächten» schaffen könnten. Dabei stellte Xi das Verhältnis beider Länder in den Kontext einer möglichen gefährlichen Rivalität: Er sprach die nach einem Historiker der griechischen Antike benannte «Thukydides-Falle» an. Damit ist die Gefahr gemeint, dass eine aufstrebende Macht (China) und eine etablierte Führungsmacht (USA) in eine gefährliche Konfrontation geraten.

Xi warnt Trump wegen Taiwan

Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China haben sich beide Seiten um ein stabileres Verhältnis der Grossmächte bemüht. Zugleich hat Xi Jinping allerdings vor einem Konflikt um Taiwan gewarnt.

Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Xi nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen».

Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt.

International gibt es schon lange die Befürchtung, dass sich die Volksrepublik die Insel einverleiben könnte. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Während Xis Aussagen zu Taiwan nach aussen drangen, blieb zunächst unklar, ob und was Trump entgegnete. In einer Mitteilung aus dem Weissen Haus zum Trump-Besuch tauchte das Thema Taiwan nicht auf.

Taiwan reagierte auf die Warnung. «Chinas militärische Drohungen sind die einzige Quelle der Instabilität in der Taiwanstrasse und im weiteren Indopazifik», sagte Regierungssprecherin Michelle Lee in Taipeh. Taiwan stünde in engem Kontakt mit den USA. Washington habe seine klare und feste Unterstützung für Taiwan wiederholt bekräftigt.

Trump verteilt Lob an China

Donald Trump, der China einst mit massiven Strafzöllen drohte, schlug in Peking überraschend versöhnliche Töne an.

Zu Beginn des Gesprächs sagte er, die USA und China hätten eine «fantastische» gemeinsame Zukunft. Xi bezeichnete Trump als «grossartige Führungspersönlichkeit». Und weiter: «Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist», sagte Trump weiter. «Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.»

Noch im vergangenen Jahr hatte Trump China mit massiven Strafzöllen gedroht. Nun gab sich der US-Präsident demonstrativ harmonisch.

Der Handelskrieg bleibt das grosse Thema

Trotz freundlicher Worte bleibt die Lage angespannt. Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt liefern sich seit Jahren einen erbitterten Handelsstreit. Trump hatte im vergangenen Jahr einen Zollstreit losgetreten, der sich hochschaukelte. Ein Xi-Trump-Treffen im Herbst in Südkorea brachte eine vorübergehende Zollpause. Der grosse Wurf blieb damals aber aus.

Xi versuchte zu beruhigen: Die gemeinsamen Interessen seien grösser als die Differenzen, sagte er. China wolle seine Märkte weiter öffnen und stärker mit den USA zusammenarbeiten.

Das erste Gespräch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Laut chinesischen Staatsmedien traf Xi im Anschluss hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA, die mit Trump nach Peking gereist waren. Xi erklärte demnach, die offenen Türen Chinas würden sich weiter öffnen. China begrüsse eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA.

Elon Musk, Tim Cook und Nvidia auch dabei

Trump kam nicht allein nach Peking, sondern reiste mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation an. Mit dabei waren unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk, Apple-Chef Tim Cook und Nvidia-Boss Jensen Huang. Gerade Nvidia spielt im Rennen um Künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle.

Dass die Chipindustrie beim Treffen präsent ist, zeigt, dass es längst nicht nur um Politik geht, sondern auch um Technologie und Macht.

Nvidia-Chef Huang bezeichnete den Gipfel vor Journalisten als «einen der bedeutendsten der Menschheitsgeschichte».

Auch der Iran-Krieg ist Thema

Auch der Iran-Krieg war Thema der Unterredungen. Die USA erhofften sich schon länger Hilfe von China bei der Sicherung der für den Öl- und Flüssiggastransport wichtigen Strasse von Hormus. China ist normalerweise der grösste Abnehmer iranischen Öls. Die Hilfe blieb bislang aber aus.

Der Mitteilung aus dem Weissen Haus zufolge sollen sich beide Seiten darüber einig gewesen sein, dass die Meerenge für den Transport von Energie offen bleiben müsse. Demnach soll Xi Chinas Ablehnung einer Militarisierung der Strasse deutlich gemacht haben und auch gegen Gebühren für eine Durchfahrt sein. Zudem soll er den Angaben nach Interesse am Kauf von mehr amerikanischem Öl gezeigt haben.

(sda/dpa/lyn)

Video: watson/nina bürge
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63 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RicoH
14.05.2026 10:42registriert Mai 2019
Das Thema zwischen China und den USA ist zu komplex, als dass es Trump verstehen könnte.
Es wird keinen "Deal" geben, dafür wird Trump über den Tisch gezogen und wird es selbst nicht merken.
Für Taiwan sieht es nicht gut aus.
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eichof01
14.05.2026 11:24registriert Juni 2024
Was ich wissen muss? Die USA ist ein fallendes Empire und der Speichellecker geht nach China, der neuen Super Power. Xi wird sicherlich nicht auf den Epstein Pedo rein fallen. Er weiss Amerika ist am Ende.
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s'Paddiesli
14.05.2026 13:06registriert Mai 2017
Und der ganze Trump-Familienclan ist auch dabei.
Stellt euch vor, ein demokratischer Präsident hätte jeweils seine Familie dabei und involviert sie in die Verhandlungen, z.B. Biden und sein Sohn Hunter.
Das Geschrei wäre ohrenbetäubend, vor Allem das von Trump.
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