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Bild: RICARDO MORAES/REUTERS
Der fünfte Weltmeister, der in der Gruppenphase scheitert

Spanien ist nicht allein: Die Liste der glücklosen WM-Titelverteidiger

Die hochgelobten Spanier dürfen bereits die Heimreise antreten. Die letzten drei grossen Turniere konnte man gewinnen, jetzt muss sich auch der Titelverteidiger dem über fünfzig Jahre alten Fluch beugen.
19.06.2014, 03:4519.06.2014, 12:49

«La Furia Roja», die rote Furie, so der Spitzname der spanischen Fussballauswahl, ist heute im entscheidenden Spiel gegen Chile erstaunlich harmlos, ja fast leblos aufgetreten und hat sich früh seinem Schicksal ergeben. 

Dabei haben die iberischen Fussballstars doch bei den letzten drei grossen Fussballturnieren grosse Nervenstärke bewiesen, unter anderem auch an der letzten WM die Startniederlage gegen die Schweiz verkraftet und sich jeweils im Turnierverlauf massiv steigern können. So resultierten aus den letzten sechs Jahren zwei Europameistertitel (2008/2012) und der Weltmeistertriumph (2010).

So landet ein Weltmeister.
So landet ein Weltmeister.Bild: AP

Das Ende einer grossen Ära

Doch heuer spürte man, dass der Zyklus ein Ende gefunden hat. Fast schien es so, als hätten die Spanier den Weltmeisterfluch im Kopf. Sinnbildlich dazu Sergio Busquets, der in der 52. Minute die ausgezeichnete Möglichkeit vergab, seinem Team mit einem möglichen Anschlusstreffer noch ein wenig Hoffnung einzuhauchen.

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Selbst Sascha Ruefer schrie schon Tor bei der Chance von Busquets.Gif: srf

Nicht einmal der Ehrentreffer gelingt den Spaniern. In der Nachspielzeit vergibt Sergio Ramos, der Verteidiger von Real Madrid, der im Champions League Finale gegen Stadtrivale Atlético Madrid noch sein Team mit seinem späten Treffer zum Sieg führen konnte, die letzte Chance auf ein Tor.

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Ein Torverhältnis von 1:7 nach zwei Spielen.Gif: srf

Mehr zu Spaniens WM-Debakel

Die Galerie

So reiht sich Spanien in die Riege all jener, die es nicht geschafft haben, den grössten Titel im Fussball zu verteidigen. Nur Italien (1934/1938) und Brasilien (1958/1962) bildeten Ausnahmen. Die erfolgreichen Titelverteidigungen sind aber auch schon über ein halbes Jahrhundert her.

Italien 2010 – Aus in der Vorrunde

Fabio Quagliariella und Fabio Cannavaro.
Fabio Quagliariella und Fabio Cannavaro.Bild: AP

Der amtierende Weltmeister bringt in der Gruppe mit Paraguay, Slowakei und Neuseeland nur zwei Remis zustande und ist damals der vierte Vertreter, der bereits in der ersten Runde die Segel streichen darf.

Brasilien 2006 – Aus im Viertelfinale

Mit dem Punktemaximum in der Gruppenphase können die Brasilianer auch im Achtelfinale gegen Ghana überzeugen (3:0). Im Viertelfinale gegen Frankreich ziehen sie aber einen schwachen Tag ein und verlieren verdient mit 0:1.

Frankreich 2002 – Aus in der Vorrunde

Die Franzosen enttäuschten auf der ganzen Linie. In einer Gruppe mit Dänemark, Senegal und Uruguay erspielen sie sich ein mageres Pünktchen, bei einem Torverhältnis von 0:3.

Brasilien 1998 – 2. Platz

Ronaldo.
Ronaldo.Bild: DPA

Dänemark bringt die Brasilianer im Viertelfinale bereits an den Rand einer Niederlage, doch die Südamerikaner retten das 3:2 über die Zeit. Im Halbfinale siegen die Brasilianer im Penaltyschiessen gegen unglückliche Holländer. Im Finale reisst die Glückssträhne. 

Nachdem Stürmerstar Ronaldo kurz vor dem Spiel einen mysteriösen Schwindelanfall hat, wirkt auch die «Seleção» gegen die entfesselten Franzosen deutlich verunsichert. Zinedine Zidane bringt mit seinen beiden Kopfballtreffer das Heimteam in Führung, kurz vor Schluss macht Emanuel Petit sogar noch das 3:0.

Deutschland 1994 – Aus im Viertelfinale

Im Achtelfinale hat Deutschland trotz guter Leistung Belgien nur knapp mit 3:2 bezwingen können. Im Viertelfinale dann das Debakel für Deutschland, das eine Führung aus der Hand gibt und durch den Treffer von HSV-Spieler Jordan Letschkow 1:2 verliert.

Argentinien 1990 – 2. Platz

Diego Buchwald machte gegen Diego Maradona das Spiel seines Lebens.
Diego Buchwald machte gegen Diego Maradona das Spiel seines Lebens.Bild: WCSCC AP

Nachdem sie die Gruppenphase nur mit Mühe überstehen, steigern sich die Argentinier und schalten mit Brasilien, Jugoslawien und Italien reihenweise starke Mannschaften aus. Im Finale scheitert die Truppe um Diego Maradona an einem zweifelhaften Elfmeter, den Andreas Brehme fünf Minuten vor Schluss gegen «Elfmetertöter» Sergio Goycochea souverän zum 1:0-Sieg verwandelt.

Italien 1986 – Aus im Achtelfinale

Nachdem die Italiener die Gruppe gemeinsam mit Argentinien unbeschadet überstehen, unterliegen sie im Achtelfinale gegen Frankreich um Starregisseur Michel Platini mit 0:2.

Argentinien 1982 – Aus in der Zwischenrunde

Die «Albiceleste» kommt hinter Belgien in der Gruppe weiter, in der Zwischenrunde verliert der Titelverteidiger gegen Brasilien und Italien und scheidet aus. 

Deutschland 1978 – Aus in der Zwischenrunde

Hans Krankl macht das dritte Tor.
Hans Krankl macht das dritte Tor.Bild: WCSCC AP

Auch die Deutschen belegen nach der Gruppenphase nur den zweiten Platz. In der Zwischenrunde sind sie nach zwei Remis praktisch bereits draussen, nur ein hoher Sieg über Österreich hätte dies noch ändern können. Nicht mal das gelingt: In der Schmach von Cordoba verlieren sie gegen den entfesselten Nachbarn mit 2:3.

Brasilien 1974 – Platz 3

Der neue Modus, bei dem nach der Vorrunde eine Zwischenrunde eingeschoben wurde, rettet Brasilien nicht. Nachdem sie bereits in den Gruppenspielen Jugoslawien den ersten Platz überlassen, verlieren die Brasilianer gegen die grosse Generation der Holländer um Johan Cruyff das entscheidende Spiel mit 0:2.

England 1970 – Aus im Viertelfinale

Deutschland, das beim Turnier zuvor erst im Finale gegen England vor allem aufgrund des Wembley-Tors unterliegen sollte, revanchiert sich vier Jahre später und siegt in einem dramatischen Spiel nach Verlängerung durch ein Tor von Gerd Müller mit 3:2.

Brasilien 1966 – Aus in der Vorrunde 

Ohne den verletzten Superstar Pelé können die Brasilianer zwar ihr erstes Gruppenspiel gegen Bulgarien gewinnen, die überalterte Mannschaft verliert aber die nächsten Partien gegen Ungarn und Portugal.

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