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Das Atomkraftwerk Mühleberg an der Aare bei Bern (Archivbild).

Das Atomkraftwerk Mühleberg geht morgen für immer vom Netz. Bild: KEYSTONE

Die Welt in Karten

Wer den Atomausstieg gewagt hat und wer fleissig neue Kraftwerke baut

Morgen Freitag wird dem AKW Mühleberg definitiv der Stecker gezogen. Damit sinkt die Zahl der aktiven Atomreaktoren in der Schweiz auf vier. Wie sieht es in unseren Nachbarländern aus? Ein Überblick.



Atomenergie in der Schweiz

Um exakt 12:30 Uhr morgen Mittag stellt das AKW Mühleberg den Betrieb endgültig ein. Mit den beiden verbleibenden Reaktoren Beznau und den Anlagen in Gösgen und Leibstadt sinkt die Anzahl der Atomreaktoren der Schweiz damit auf vier.

Wann in der Schweiz gar kein Atomstrom mehr produziert wird, ist unklar – ein genaues Datum für einen Ausstieg gibt es nicht. Die verbleibenden Atomkraftwerke bleiben so lange am Netz, wie es die Aufsichtsbehörde für sicher befindet. Der Bau neuer Atomkraftwerke steht indes nicht zur Diskussion: Das wurde im Mai 2017 per Volksabstimmung verboten.

Die Sicherheit ist im Falle des AKW Mühleberg allerdings nicht der Grund für die Stilllegung. Die Betreiberin BKW nimmt Mühleberg stattdessen aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz.

Atomenergie in Zentraleuropa

Mitten im Atomausstieg steckt auch Deutschland, wo bis 2022 kein Atomstrom mehr produziert werden soll. Auch Belgien will bis 2025 atomfrei sein. In Italien ist Atomkraft seit der Abschaltung der letzten beiden Kernkraftwerke im Jahr 1990 definitiv vom Tisch.

Frankreich hingegen setzt weiter auf Atomenergie. So wird zurzeit am dritten Reaktorblock in Flamanville gebaut. Ursprünglich sollte Framanville-3 im Jahr 2012 ans Netz gehen, inzwischen geht man von einem Start nicht vor 2023 aus. Doch Frankreich will den Anteil des Atomstroms in den nächsten fünf Jahren auf einen Viertel senken – und dazu beispielsweise das umstrittene AKW Fessenheim 40 Kilometer nördlich von Basel im kommenden Sommer ausser Betrieb nehmen.

Eine geschichtsträchtige Atom-Vergangenheit hat unser östlicher Nachbar Österreich: Das erste österreichische Kernkraftwerk wurde 1969 in Zwentendorf an der Donau erbaut. Kurz vor der Inbetriebnahme 1978 fand als Folge einer grossen Anti-Atomkraft-Bewegung eine Volksabstimmung statt. Die Österreicher entschieden mit 50,5% Nein-Stimmen, dass Zwentendorf nie ans Netz geht. Österreich hat also den Atomausstieg beschlossen, bevor es richtig eingestiegen ist.

Amtlicher Stimmzettel Zwentendorf

Alle Österreicher, die am 1. Jänner 1978 das 19. Lebensjahr vollendet hatten, durften über den Betrieb des KKW Zwentendorf abstimmen. Bild: wikipedia

Heute dient das Areal des Kernkraftwerkes als Schulungsraum für Kraftwerksmitarbeiter weltweit, teilweise jedoch auch als Filmset oder Festival-Location.

Atomenergie weltweit

Laut der letzten Erhebung der Internationalen Atomenergie-Organisation werden aktuell 55 Kernkraftwerke gebaut – 11 davon alleine in China. 81 weitere Anlagen sind in Planung, davon 31 in China und 21 in Russland.

Diese Erhebung der Internationalen Atomenergie-Organisation stammt vom 31. Dezember 2018, weshalb in der Schweiz noch 5 aktive Reaktoren aufgelistet sind.

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Die Geschichte des Schweizer Atomausstiegs in 15 Bildern

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quelle: keystone / ennio leanza
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