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Die Demonstration verlief weitgehend friedlich.
Die Demonstration verlief weitgehend friedlich.
Bild: EPA/KEYSTONE

Lauter Protest gegen das WEF in Bern

Über 500 Personen haben am Samstag in der Berner Innenstadt an einer unbewilligten Kundgebung gegen das Weltwirtschaftsforum in Davos protestiert.
19.01.2019, 16:5219.01.2019, 18:51

Die Anti-WEF-Kundgebung verlief weitgehend friedlich, einzig einige Petarden und Knallkörper wurden von vermummten Demonstranten gezündet. Zum Abschluss der Kundgebung wurde ein symbolisches Kartenhaus mit den Namen diverser global tätiger Firmen in Brand gesteckt. 

Lauter Protest gegen das WEF in Bern unter dem Moto: «Das Kartenhaus zum Einsturz bringen.»

Video: srf/SDA SRF

Aufgerufen zum Protest hatten linksautonome Kreise. Sie wollen den Kapitalismus überwinden und haben den herrschenden Klassen den Kampf angesagt. «Der unendlichen Gier nach Profit und Macht, die sich am Forum in Davos trifft, sind kaum Grenzen gesetzt» hiess es im Kundgebungsaufruf. Den Herrschenden in Davos gehe es nur darum ihr Kapital zu steigern. «Lassen wir die Herrschenden unsere Wut fühlen.»

Polizei lässt Demonstrationszug zu

Die Polizei war am Nachmittag mit einem entsprechenden Aufgebot in der Berner Innenstadt präsent. Vor Beginn der Kundgebung führte sie Personenkontrollen durch. Gegen 15 Uhr versammelten sich die Kundgebungsteilnehmenden unter dem Baldachin beim Berner Bahnhof.

Die Polizei liess den Demonstrationszug laufen, sofern er gewaltfrei bleibe, wie sie über Lautsprecher bekannt gab. Wenig später starteten die Kundgebungsteilnehmenden ihren Marsch.

Sie zündeten Feuerwerkskörper und steckten Leuchtfackeln in Brand, die die Gassen in Rauchschwaden hüllten. «Wir sind alle Antifaschisten», skandierte die Menge. Unter den Kundgebungsteilnehmern gab es auch diverse vermummte Personen.

Die Kundgebungsteilnehmer trugen eine Abwandlung des «Kill-Erdogan»-Plakats mit sich. «Kill Bolsonaro - with his own weapons» war neben dem Konterfei des ultrarechten brasilianischen Präsidenten zu lesen.
Die Kundgebungsteilnehmer trugen eine Abwandlung des «Kill-Erdogan»-Plakats mit sich. «Kill Bolsonaro - with his own weapons» war neben dem Konterfei des ultrarechten brasilianischen Präsidenten zu lesen.
Bild: EPA/KEYSTONE

Dem Demozug schloss sich auch eine Handvoll Sympathisanten der französischen «Gelbwesten»-Bewegung an. Sie trennten sich vor dem Bundeshaus vom Demozug und hielten vor dem Parlamentsgebäude ihre Transparente in die Höhe.

Weitgehend friedlich

In den letzten Jahren blieben solche Anti-WEF-Demonstrationen in Bern abgesehen von gezündeten Petarden und Schmierereien mehrheitlich friedlich. Doch in der Vergangenheit kam es auch schon zu wüsten Ausschreitungen. Dieses Mal verlief die Kundgebung laut, aber ohne grössere Ausschreitungen.

Am Bollwerk verbrannten die Demonstranten ein symbolisches Kartenhaus in Anspielung auf das Motto der Kundgebung: «Das Kartenhaus zum Einsturz bringen.»
Am Bollwerk verbrannten die Demonstranten ein symbolisches Kartenhaus in Anspielung auf das Motto der Kundgebung: «Das Kartenhaus zum Einsturz bringen.»
Bild: EPA/KEYSTONE

An der Kundgebung beteiligten sich gemäss Schätzung einer Journalistin der Agentur Keystone-SDA gut 500 Personen. Die Kundgebungsorganisatoren sprachen auf Twitter von über tausend Teilnehmenden.

Linke und globalisierungskritische Kreise werden kommende Woche in Davos eine bewilligte Kundgebung durchführen. (sda)

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