Unvergessen
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Wolfsburg's Grafite, second from left, scores his side's 5th goal, against Munich's goalkeeper Michael Rensing, Munich's Andreas Ottl and Munich's Philipp Lahm, from left to right, during the German first division Bundesliga soccer match between VfL Wolfsburg and Bayern Munich in Wolfsburg, Germany, on Saturday, April 4, 2009. (AP Photo/Gero Breloer) **EDS Note German Spelling of Munich is Muenchen  ** NO MOBILE USE UNTIL 2 HOURS AFTER THE MATCH, WEBSITE USERS ARE OBLIGED TO COMPLY WITH DFL-RESTRICTIONS, SEE INSTRUCTIONS FOR DETAILS **

Bild: AP

Wolfsburg wird Deutscher Meister

Unvergessen

04.04.2009: Nie wurden die Bayern schöner gedemütigt als durch die Hacke von Grafite

4. April 2009: Der VfL Wolfsburg mit Natigoalie Diego Benaglio ist im Rausch. Gleich mit 5:1 zerpflücken die «Wölfe» auf dem Weg zum ersten Meistertitel den Titelverteidiger Bayern. Höhepunkt ist dabei das «Tor des Jahres» des Brasilianers Grafite – Benaglio sorgt ebenfalls für Wirbel.

Der Kampf an der Tabellenspitze der Bundesliga ist hochspannend, als die Endphase der Saison 2008/09 eingeläutet wird. Wolfsburg, Bayern München und der HSV haben alle je 48 Punkte auf dem Konto, das Trio jagt Hertha Berlin (49 Punkte), das dank dem Schweizer Trainer Lucien Favre auf Platz 1 liegt.

Doch am Abend des 4. April ist nicht mehr Hertha Leader, sondern Wolfsburg – und diesen Platz wird der VfL nicht mehr abgeben und am 23. Mai 2009 seinen ersten und bislang einzigen Meistertitel feiern. Besonders wertvoll und im Rückblick entscheidend ist der Kantersieg im Direktduell gegen die Bayern. Mit einem 1:5 im Gepäck reist der Rekordmeister zurück nach München.

epa01687910 Wolfsburg's Grafite celebrates after scoring against Bayern Munich during their German Bundesliga match at the Volkswagen Arena in Wolfsburg, Germany, 04 April 2009. Wolfsburg won the match 5-1. 

 (ATTENTION: EMBARGO CONDITIONS! The DFL permits the further utilisation of the pictures in IPTV, mobile services and other new technologies no earlier than two hours after the end of the match. The publication and further utilisation on the internet during the match is restricted to six pictures per match only.)  EPA/MARCUS BRANDR

Daumen hoch: In der Saison 2008/09 ist Grafite der überragende Spieler der Bundesliga. Bild: EPA

Mit der Hacke mitten ins Bayern-Herz

Edinaldo Batista Libânio, den ein früherer Trainer wegen der hageren Statur nach der Graphitmine im Bleistift «Grafite» tauft, wird zur Figur der Partie. 1:1 steht es zur Pause, dann schlägt die grosse Stunde der beiden Wolfsburger Goalgetter Edin Dzeko und Grafite. Zunächst schiesst der Bosnier innert drei Minuten das 2:1 und 3:1. Wolfsburg ist im Rausch und auch der Brasilianer trifft innert drei Minuten zwei Mal.

Das 5:1 ist dabei die Krönung: Grafite dribbelt sich durch die Bayern-Abwehr, an Goalie Michael Rensing vorbei und als er mit dem Rücken zum Tor steht, schliesst er den Angriff mit der Hacke ab. Perfide langsam kullert der Ball ins Tor, schöner wurden die Bayern wohl noch nie gedemütigt. Der Treffer wird in Deutschland auch zum Tor des Jahres gewählt.

Video: Youtube/mrteflon

«Ich bekam den Ball von Dzeko in den Lauf gespielt», schilderte der Torschütze danach in der «Bild» sein Super-Tor. «Die Münchner griffen mich nicht richtig an. Ich habe erst Ottl ausgespielt. Dann stand aber schon der zweite da, Lell. Auf einmal wurden es immer mehr Bayern-Spieler.»

«Ich bin froh, dass ich den Ball nicht fester getroffen habe. Sonst wäre er wohl vorbei gegangen.»

Er habe angefangen zu überlegen: «Mein erster Gedanke war, sofort zu schiessen, als ich die ersten beiden umkurvt hatte. Ging aber nicht, weil Rensing auf einmal zu nah dran stand. Also musste ich um ihn auch noch rum. Da blieb mir einfach nur noch die rechte Hacke übrig. Ich bin froh, dass ich den Ball nicht fester getroffen habe. Sonst wäre er wohl vorbei gegangen.»

Magaths ungewöhnliche Goalie-Rochade

Wolfsburg-Trainer Felix Magath rächt sich ausserdem noch für seinen Rauswurf bei den Münchnern ein Jahr zuvor, indem er in der 89. Minute den kerngesunden Goalie Diego Benaglio auswechselt.

Während Magath erklärt, er habe Ersatzmann André Lenz gebracht, damit der eine Einsatzprämie erhalte, schimpft Bayern-Captain Mark van Bommel: «Das ist eine Demütigung. Schlimmer geht es fast nicht!»

Wolfsburg's goalkeeper Diego Benaglio, right, is substituted by Wolfsburg's goalkeeper Andre Lenz, left in the German first division Bundesliga soccer match between VfL Wolfsburg and Bayern Munich in Wolfsburg, Germany, on Saturday, April 4, 2009. (AP Photo/Gero Breloer) **EDS Note German Spelling of Munich is Muenchen  ** NO MOBILE USE UNTIL 2 HOURS AFTER THE MATCH, WEBSITE USERS ARE OBLIGED TO COMPLY WITH DFL-RESTRICTIONS, SEE INSTRUCTIONS FOR DETAILS **

Hurra, hurra, der Lenz ist da. Bild: AP

Am Ende der Saison ist Wolfsburg nicht nur Meister, sondern Grafite wird auch Torschützenkönig. 28 Tore erzielt er in 25 Einsätzen – eine Wahnsinnsquote, dank der er auch zum «Fussballer des Jahres» in Deutschland gewählt wird.

In Wolfsburg habe er seine «beste Zeit im Fussball» erlebt, sagt Grafite später in einem Interview in der Heimat und zu Felix Magath meint er: «Wenn eine Mannschaft normal trainiert, ist es bei ihm das Doppelte. Zwei Jahre mit Magath sind wie vier Jahre bei einer normalen Mannschaft.»

2011 wechselt der damals 32-Jährige in die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei Al-Ahli Dubai lässt er sich nicht bloss den Vorruhestand vergolden, Grafite trifft immer noch regelmässig und wird deshalb von den wenigen Fans in der Wüste verehrt.

Grafite

Bild: Facebook/Grafite

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.



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