Schweiz
Armee

Conex 26: Armee übt in der Nordwestschweiz im Umfeld erhöhter Bedrohung

Die Soldaten der Militaerpolizei bei einer Uebung auf dem Gelaende des CONEX 15 Volltruppenuebungsplatzes im Industriegebiet von Muttenz BL am Freitag, 18. September 2015. Vom 16.-25. September 2015 f ...
Die Übung «Conex 26» der Territorialdivision 2 dauert rund vier Wochen (Archivbild).Bild: KEYSTONE

Grosse Armeeübung in der Nordwestschweiz: Das sind die Ziele von «Conex 26»

01.06.2026, 11:3701.06.2026, 13:16

Im Raum Nordwestschweiz üben rund 3500 Angehörige der Schweizer Armee in diesem Monat die Mobilmachung sowie gemeinsam mit zivilen Behörden die Abwehr hybrider Bedrohungen und militärischer Gewalt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Übung «Conex 26».

Alles, was du dazu wissen willst.

Was ist die Übung «Conex 26»?

«Conex 26» ist eine militärische Übung der Territorialdivision 2 (Ter Div 2), die im Rahmen der ordentlichen Wiederholungskurse stattfindet. Ihr Hauptziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit der Armee zu überprüfen und zu stärken sowie die Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen. Das Motto lautet: «parallel trainieren, um gemeinsam in den Einsatz gehen zu können».

Wie stellt sich die Ausgangslage dar?

Die Sicherheitslage in Europa sei volatil, sagt Divisionär Alexander Kohli, Kommandant der Territorialdivision 2. Die Bedrohungen seien hybrid und zunehmend komplex. Die Armee sei die strategische Sicherheitsreserve des Landes. Das Verhalten unter erhöhter Bedrohung solle trainiert werden.

Wann und wo findet die Übung statt?

Die Übung hat Anfang Juni mit dem Kadervorkurs gestartet und dauert rund vier Wochen. Sie findet an verschiedenen Standorten im Grossraum der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Luzern und Solothurn statt.

Sieht die Bevölkerung etwas von der Übung?

Für die Bevölkerung ist «Conex 26» nach den Worten des Kommandanten Kohli «spürbar». Es seien immer wieder Truppen sichtbar. Die Armee habe sich in den vergangenen 20 Jahren zu viel auf die Waffenplätze zurückgezogen. Die Armee wolle sich auch zeigen.

Was sind die grössten Herausforderungen, die geübt werden?

Ein zentraler Schwerpunkt ist die rasche Mobilisierungsfähigkeit. Die Logistik ist also gefordert. Die Truppen testen ein Szenario mit einer erhöhten Bedrohungslage, bei dem sie beweisen müssen, dass sie in kurzer Zeit grosse Verbände ausrüsten und an mehreren Standorten gleichzeitig einsatzbereit machen können.

Was wird noch trainiert?

Es geht auch um die Bekämpfung bewaffneter Truppen. Auf dem Programm stehen das Abriegeln und Durchsuchen einer urbanen Zone beziehungsweise eines Geländeteils. Weitere Punkte sind die Raumüberwachung, die Trümmerrettung und Brandbekämpfung sowie der Objektschutz.

In welchen Gebieten wird nach der Mobilisierung geübt?

Nach der Mobilisierungsphase verlagert sich das Training in drei spezifische Arenen mit unterschiedlichen Aufgaben:

  • Rheinhäfen (Raum Auhafen, Muttenz BL):
    Hier geht es um den Schutz und Betrieb kritischer Infrastrukturen sowie um Rettungseinsätze.
  • Juraübergänge (entlang der Aare von Brugg AG bis Wangen an der Aare BE):
    In diesem Raum stehen die Sicherung wichtiger Verkehrsachsen und die Erhaltung der Beweglichkeit im Gelände im Fokus.
  • Grenzraum (Grossraum Basellandschaft/Solothurn):
    Hier trainieren die Verbände die Überwachung und Raumsicherung.

Sind auch die zivilen Behördern involviert?

Die Armee agiert bei «Conex 26» nicht isoliert. Ein weiterer Hauptschwerpunkt der Übung ist das koordinierte Zusammenwirken mit zivilen Behörden, kantonalen Stellen und Partnerorganisationen. Dabei wird besonders das Zusammenspiel bei der Bewältigung hybrider Bedrohungen unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt. (sda)

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