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Der Weg führt momentan ganz klar nach links.
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bild: shutterstock

Quinoa-Salat statt Burger: Die globale «Fast Food»-Revolution ist in der Schweiz angekommen

Die Welt wird hektischer und die Menschen ernähren sich immer unvorteilhafter – im Stehen, während dem Gehen, vor dem Computer. Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. 
24.08.2015, 09:34

Gibt man bei Google «Fast Food» ein, springt einem ein Hamburger ins Auge. Beim «Fast Food» betrage die Dauer zwischen der Bestellung und dem Erhalt meist weniger als zehn Minuten, heisst es darunter. Der Begriff sei im Sinne von Junkfood negativ belegt. 

Die Erklärungen für «Fast Food» dürften bald umgeschrieben werden müssen. Unter «Fast Food» fällt heute «Take away» «To go» oder einfach «Convenience Food». Alle Wortkombinationen sind englisch und im Zusammenhang mit der modernen Art zu essen, geben sich sämtliche Anbieter betont jung – und gesund. 

«Wir essen immer mehr ‹on-the-go›, dann aber gesund.»
Christine Brombach

Als Coop Anfang letzte Woche seine erste «To go»-Filiale im Bahnhof Stadelhofen in Zürich eröffnete, war dies nicht anders. Coop-Chef Joos Sutter präsentierte das Konzept nicht in Anzug und Krawatte, er stand in einem grünen Polo-Shirt im Laden. Angeschrieben war er lediglich mit seinem Vornamen. Der Grund ist klar: Man buhlt um die Gunst der Jungen, will die 15- 29-Jährigen ansprechen. 

Coop-Chef Joos Sutter im neuen «Coop to go» im Bahnhof Stadelhofen.
Coop-Chef Joos Sutter im neuen «Coop to go» im Bahnhof Stadelhofen.
Bild: KEYSTONE

Schnell und gesund muss es sein

Diese Generation verpflegt sich, statt in den eigenen vier Wänden oder im Restaurant, lieber unterwegs – allerdings nicht mit schwer Verdaulichem. Denn «Food» muss auf der einen Seite immer «faster» sein, zugleich aber «healthy». Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach bestätigt: «Wir essen immer mehr ‹on-the-go›, dann aber gesund.» Sogenannte Clean Produkte seien heute gefragt. Diese sollten

  • frisch sein
  • wenig Zusatzstoffe enthalten
  • ausgewogen sein (viel Gemüse und Früchte)
  • allenfalls vegetarisch oder vegan sein

Brombach erklärt, der Begriff «Fast Food» sei daran, sich zu überformen und werde in Kürze wohl schon nicht mehr negativ konnotiert sein. 

So sieht Take-away heute aus.
So sieht Take-away heute aus.
bild: shutterstock
Diese Art von Take-away hat es immer schwerer.
Diese Art von Take-away hat es immer schwerer.
bild: shutterstock

Als Grund für die steigende Nachfrage nach «gesunden Take-away-Läden» nennt Brombach eine immer mobilere Schweizer Gesellschaft. «Die Zahl der Pendler steigt stetig, die Arbeitswege werden länger; zugleich hat das Gesundheitsbewusstsein zugenommen», sagt Brombach. 

Dass gesundes Take-away ein grosses Bedürfnis bei Pendlern ist, zeigt sich bei den SBB. Über 60 Prozent des gesamten Verkaufsvolumen in den Schweizer Bahnhöfen geht auf das Konto von Esswaren. 23 Prozent davon betrifft den Bereich «Take-away/Restaurant» – Tendenz steigend. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Wir beobachten einen Trend zu einem Angebot mit vitaminreichen und frischen Lebensmitteln bei Take-away-Läden.» Nebst «Coop to go» kämpfen Migros «Bio Take-away», Hitzberger, Schnägg oder Guudy um Anteile am begehrten Markt. Schon jetzt geben die Schweizer 2.6 Milliarden Franken für schnelle Verpflegung aus. Diese Zahl wird rasch steigen.

Modernen Bahnhöfen mit gesunden Take-away-Angeboten gehört die Zukunft. 
Modernen Bahnhöfen mit gesunden Take-away-Angeboten gehört die Zukunft. 
Bild: KEYSTONE

Ernährungswissenschaftlerin Brombach sagt dazu: «Im Vergleich zu den USA ist dies in der Schweiz erst der Beginn.» Bei Coop und Migros sieht man dies ebenso: «Der Trend zu Convenience Produkten ist ungebrochen», heisst es bei Coop. Die Migros spricht von einem «Wachstumsbereich mit grossem Potenzial.»

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