Tennis
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epa08201043 Roger Federer of Switzerland reacts whilst playing Rafael Nadal from Spain (not pictured) during the Match in Africa Cape Town charity event, Cape Town, South Africa 07 February 2020. Presented by Rolex the Match in Africa is for the benefit of the Roger Federer foundation.  EPA/NIC BOTHMA

Roger Federer sagt, er vermisse das Tennis nicht gross. Bild: EPA

Roger Federer vermisst das Tennis nicht: «Ich trainiere nicht, weil ich kein Ziel sehe»

Wegen der Coronakrise ruht der Spielbetrieb im Profi-Tennis bis Ende Juli. Dass es danach tatsächlich weitergeht, scheint zumindest fraglich. Roger Federer glaubt nicht daran. Und trainiert schon seit Wochen nicht mehr.

simon häring / ch media



Seit Mitte März wird nicht mehr Tennis gespielt, die Corona-Pandemie diktiert die Sport-Agenda. Wimbledon wurde abgesagt, die French Open auf Herbst verschoben, die Australian Open diskutieren bereits jetzt ein Szenario, wonach das Turnier im Januar 2021 unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen, und die Spieler nach ihrer Abreise für zwei Wochen in Quarantäne müssen.

Im Hintergrund werden Notfallpläne diskutiert, ein erster Entwurf, wann, wo und unter welchen Bedingungen wieder gespielt werden soll, liegt vor, wie Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald gegenüber dieser Zeitung bestätigte. Davon, dass sein Turnier Ende Oktober über die Bühne gehen wird, geht er längst nicht mehr aus.

Roger Federer hätte die 50-Jahresjubiläum-Ausgabe und die renovierte St.Jakobs-Halle am Montag, 26. Oktober eröffnen sollen. Doch selbst die Spieler, die sich seit Wochen im Wartestand befinden, haben wenig Lust, auf den Platz zurückzukehren. Und schon gar nicht, wenn ohne Publikum gespielt werden soll. In einem offenen Gespräch mit der brasilianischen Tennis-Legende Gustavo Kuerten sagt Roger Federer:

«Ich sehe mich nicht in einem leeren Stadion spielen. Es ist schwer vorstellbar und ich hoffe, dass es nicht passieren wird.»

Das Stadion sollte mindestens zu einem Drittel oder zur Hälfte gefüllt sein, denn «speziell bei grossen Turnieren ist es für mich schwierig, vor leeren Rängen zu spielen.»

Millionen-Spende und Familienzeit

Roger Federer hatte sich im Februar einer Operation am rechten Knie unterzogen und wäre für mindestens drei Monate ausgefallen. Er wollte im Juli in den Turnier-Zirkus zurückkehren, doch davon scheint er auch gedanklich meilenweit entfernt zu sein.

Schon seit Wochen habe er nicht mehr zum Racket gegriffen, gesteht der Baselbieter, der im August seinen 39. Geburtstag feiert. «Derzeit trainiere ich nicht, weil ich keinen Grund und kein Ziel dafür sehe. Ich bin sehr glücklich mit meiner körperlichen Verfassung und denke, dass es noch lange dauert, bis wir auf die Tour zurückkehren.» Er vermisse das Tennis nicht so sehr. Dies werde sich aber ändern, sobald die ersten Turniere in Sichtweite seien.

«Dann habe ich wieder ein Ziel vor Augen, das mich motiviert und für das ich trainiere.»

Auch zuhause kann man zwischendurch ein paar Bälle schlagen.

Als vierfacher Vater kann Federer der Zwangspause auch positive Seiten abgewinnen.

«Seit meiner letzten Operation 2016 sind wir nie mehr länger als fünf Wochen am Stück zuhause geblieben. Dies ist eine grossartige Zeit für uns. Natürlich machen wir uns manchmal gegenseitig verrückt – wie jede Familie.»

Wie die Tennis-Welt nach der Coronakrise aussehen wird, dazu hat sich Federer aber durchaus Gedanken gemacht. So regte er ein Gründung einer gemeinsamen Dachorganisation für das Profi-Tennis der Frauen und Männer an, die grossen Zuspruch erfuhr. Ausserdem liess er über seine Stiftung mit einer Millionen-Spende Hilfspakete in Afrika verteilen, die 64'000 Kindern und deren Familien zukommen sollen.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 25.05.2020 06:10
    Highlight Highlight Perfekter Zeitpunkt um jetzt aufzuhören!
  • Catch22 24.05.2020 11:39
    Highlight Highlight Muss er jetzt seine Werbeverträge zurückzahlen?
    • Hansdamp_f 24.05.2020 12:23
      Highlight Highlight Ja, das ist Wichtigste jetzt. Und muss ich auch dringend erfahren. 🙄
  • Corrado 23.05.2020 23:58
    Highlight Highlight Dieser junge Mann imponiert einmal mehr. Er pflegt sich, somit den Körper (der wurde lange aufs Heftigste malträtiert), den Geist und vor allem sein Familienleben. Es ist eine fantastische Balance. Mit Sicherheit wird ein Ausnahmekönner wie er - wenn er wieder ein Tournierziel sieht - wieder Vollgas geben, auch im Training. Es sollten sich viele Menschen ein Stück von ihm abschneiden - ewiges Gemotze wegen Geld und Ruhm abstauben ist für mich: LEBEN NICHT VERSTANDEN. Sportliche Grüsse an alle
    • FrancoL 24.05.2020 10:46
      Highlight Highlight Ja ob das Leben von RF DAS LEBEN ist wage ich zu bezweifeln.
    • ungeliebte Wahrheit 24.05.2020 11:40
      Highlight Highlight Franco

      Es ist mit Sicherheit nicht DAS Leben.
      Aber es ist ein äusserst ERFOLGREICHES Leben eines intelligenten und äusserst talentierten Zeitgenossen.

      Da kannst du noch lange vor dich hin zweifeln. 😅
  • Gawayn 23.05.2020 21:20
    Highlight Highlight Jetzt verstehe ich was nicht....
    Als man Federer fragte, wie lange er noch weiter zu spielen gedenke,
    War seine Antwort:
    "Könnt ihr nicht verstehen, das Spielen mir unglaublich Spass macht?"

    Jetzt sagt er aus, ohne konkretes Ziel, sähe er keinen Grund um überhaupt zu trainieren.

    Ist mir jetzt unklar, spielt er nun weil es ihm Spass macht, dann würde er auch ohne Turnier gerne trainieren.

    Oder er macht es um Wettkämpfe zu gewinnen Geld und Ruhm ab zu stauben?

    Weiß ich jetzt grad nicht mehr...
    • petrolleis 23.05.2020 22:32
      Highlight Highlight Im Spitzensport geht ohne Motivation nicht viel. Ich finde es durchaus plausibel.
    • lesenderr 23.05.2020 23:45
      Highlight Highlight Federer spricht vom spielen, Du hingegen vom trainieren.
      Im Training wird ja nicht (nur) gespielt, sondern beinhaltet vorallem monotone Übungen.
    • Gawayn 24.05.2020 08:50
      Highlight Highlight Ich bin in meiner Sportart Trainer.
      Trainieren ist immer auch die Ausführung des Sports.

      Aber die Ausdauer Abläufe Ausdauer Übungen gehören auch immer dazu.

      Man kann eine Sportart nicht betreiben ohne Training und das Training nicht ohne den Sport.

      Deswegen verstege ich seine Aussage nicht. In keinster Weise wollte ich den Maestro kritisieren.
      Ich verstehe ihn nicht
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