Gesellschaft & Politik
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Swiss publisher Roger Koeppel addresses a news conference in Zurich February 26, 2015. Koeppel announced to apply for a candidature of the Swiss People's Party (SVP) during Switzerland's elections for the federal parliament in October 2015.    REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND  - Tags: POLITICS MEDIA HEADSHOT)

Roger Köppel, «Weltwoche»-Chef und SVP-Politiker, sorgt mit seinem Auftritt bei Günther Jauch für Aufsehen. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Roger Köppels Auftritt bei Günther Jauch bringt Twitter zum Explodieren



Roger Köppel war am Sonntagabend wieder einmal Gast in einer deutschen TV-Show. Es war das erste Mal, dass er nicht nur als Chef der «Weltwoche», sondern als SVP-Politiker auftrat. Und er machte gleich Wahlkampf

Köppel durfte seine Meinung bei Günther Jauch kundtun. Nachdem sich im Mittelmeer erneut eine Katastrophe ereignete, bei der befürchtet wird, dass 700 oder mehr Menschen ertrunken sind, war das Thema: «Wie soll Europa auf die Flüchtlingskatastrophe reagieren?» Dazu wurden mehrere Gäste eingeladen, so auch Köppel.

Er meinte zum Thema unter anderem, man müsse diesen «Todeskanal» dichtmachen. Natürlich sei Europa schuldig an diesen Todesfällen. Dann präzisierte er: «Die politischen Eliten, weil sie die illegale Einwanderung nicht stoppen.»

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 07:  Barbara Schoeneberger and TV host Guenther Jauch take part in the 'Ice Bucket Challenge' during the 2014! Menschen, Bilder, Emotionen - RTL Jahresrueckblick show on December 7, 2014 in Cologne, Germany.  (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Moderator Günther Jauch griff wenig ein bei der Diskussion. Bild: Getty Images Europe

Köppel forderte, dass reiche Länder wie Kuwait, Oman oder Saudi-Arabien ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen. Die müssten doch nicht alle nach Europa kommen. Die Türkei, Jordanien oder auch den Libanon, die bereits Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben, erwähnte er nicht.  

Am Schluss schwieg auch Roger Köppel

Ganz anderer Meinung war der Jurist, Journalist und Autor Heribert Prantl. Er schrieb schon vor der Sendung in der «Süddeutschen Zeitung», es seien nicht die Schleuser, die Menschen auf Schiffe lockten, sondern die Europäische Union, weil die Grenzen dicht seien. 

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Während der Sendung entwickelte sich eine Art Streit-Diskussion zwischen den beiden. Sie gipfelte in Köppels Frage: «Was beispielsweise, wenn aus Syrien vielleicht auch IS-Leute eingeschleust werden?» «Herr Köppel, ich bitte Sie», antwortete Pratl müde. Jauch liess die Streithähne weitgehend gewähren. 

Jauch/Koeppel

Am Ende der Sendung kam es zu einer Schweigeminute. Auch Roger Köppel machte mit (hinten links). Bild: ard

Am Schluss der Sendung kam Harald Höppner zu Wort. Der Mann hat ein Schiff gekauft und fährt nun los, Leute zu retten. Er bestand darauf, dass alle im Studio aufstehen und mit einer Gedenkminute den Opfern der aktuellen Katastrophe gedenken. Und dann standen alle, wirklich alle und schwiegen, schreibt Spiegel online. Sogar Roger Köppel.

Köppels Auftritt ist das Gesprächsthema auf Twitter.  

(feb)

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    Alle Leser-Kommentare
  • tower204 20.04.2015 12:32
    Highlight Highlight Ich war Letzten Sommer am Kilimandscharo. Als ich das gesehen habe, wurde mir Bewusst das wir das Problem sind und nicht die Afrikaner.
    • 1337pavian 22.04.2015 00:12
      Highlight Highlight Das Problem in der Logik: 'Wir' sind ebenfalls die Afrikaner.

      (Die Formulierung 'schliesst ... ein' empfand der Autor als interessant.)
  • Angelo C. 20.04.2015 11:13
    Highlight Highlight Also, Herrschaften, ich hab' die Sendung - im Gegensatz zu den Meisten hier schon wieder unqualifiziert mosernden Zeitgenossen - gesehen. Auch dass Köppel vom (deutschen!) Publikum immer wieder spontanen Szenenapplaus erhielt, denn seine statements hörten sich am realistischsten an und so liess ihn Jauch denn auch ebenso interessiert wie willig gewähren. Obwohl mir seine Auftritte längst nicht immer gefallen: der hier war fundiert und hat echt hingehauen! Peinlich dagegen waren die hilflosen emotionalen Reden des Redaktors der "Süddeutschen", bar jeden Realitätsanspruchs und umsetzbarer Alternativen, einfach nur leeres Geschwätz, sodass ausser der Syrerin alle Beteiligten ab und an etwas verständnislos die Köpfe schüttelten und auf den Stockzähnen lächelten.
    • 1337pavian 22.04.2015 01:30
      Highlight Highlight wieso richtest du deinen Todezlas0r™ nicht direkt auf Maya Alkhechen?

      vgl. im talk nach 34 minuten und 40 sekunden (ardmediathek)

      'hilflosigkeit' in diesem zusammenhang abschätzig nutzen:
      Pfui!
  • flyingdutch18 20.04.2015 10:26
    Highlight Highlight Also den Jauch schaue ich jetzt nicht mehr. Ständig kommt dieser Köppel im deutschen Fernsehen. Als ob es nicht andere - bessere - Schweizer gäbe.
    • poga 20.04.2015 10:27
      Highlight Highlight Wer zum Beispiel?
    • begia 20.04.2015 13:39
      Highlight Highlight zum Beispiel jeder andere Schweizer
    • poga 20.04.2015 14:06
      Highlight Highlight @begia danke für die Anzwort. Ich habe mich schon gefragt ob bei all den Dislikes auch einmal einer eine Antwort abliefern kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • urano 20.04.2015 09:53
    Highlight Highlight der schreiberling zu blochersgnaden ist nicht nur eine schande für die schweiz, nein, er ist eine schande für die menschheit. ich frage mich immer wieder, warum solchen menschenverachtenden typen eine derartige plattform geboten wird. und diese rhetorische zeitbombe muss auch noch ins parlament...graus, oh graus
    • kiawase 21.04.2015 09:08
      Highlight Highlight ich vermute da fliesst Geld ...
  • poga 20.04.2015 09:28
    Highlight Highlight Ich habe die Sendung noch nicht gesehen. Aber ich finde Auftritte von Herrn Köppel in deutschen Sendungen meist eine gute Sache. Über seine Einstellung kann und sollte man diskutieren. Der Umstand das er Dinge anspricht die man in der EU und vorallem in Deutschland eigentlich nicht ausspricht zeigt in den besagten Länder das man über alles diskutieren sollte und das kommt der Schweiz zu gute. Ich halte Ihn jedenfals für einen Politiker der gegenüber Aussen die Interessen der Schweiz stark vertreten könnte.
  • sheimers 20.04.2015 09:24
    Highlight Highlight Ich habe die Sendung auch gesehen. Das Highlight war der Typ mit dem Rettungsboot, etwas realitätsfern, aber der einzige, der selbst handelt anstatt nur rumzulabern. Auf den Klöppel hätte ich gerne verzichtet, der macht die Schweiz lächerlich. Ich habe mich schon mal deshalb bei der ARD beschwert, aber keine Antwort erhalten.
  • saukaibli 20.04.2015 08:43
    Highlight Highlight Ein Typ wie Köppel wäre der Erste, der flüchten und ein besseres Leben suchen würde, wenn die Verhältnisse in der Schweiz wären wie in Eritrea, SUdan o.ä. Aber um das zu erkennen müsste man fähig sein, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Wie alle Menschen mit einer soziopathischen Störung kann Köppel das leider nicht und kann deshalb auch keinerlei Verständnis aufbringen für Menschen, die alles aufgeben um vor Armut, Not und Krieg zu flüchten um ein besseres Leben für sich und ihre Familie zu suchen.
    • pun 20.04.2015 10:22
      Highlight Highlight Um die Antwort der Köppel-Fans zu deinem gelungenen Kommentar vorwegzunehmen:
      "Mimimi... Gutmensch! ... Tralala ... gegen die politische Korrektheit ... Lululu ... das Boot ist voll..."
  • amade.ch 20.04.2015 08:03
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich, weshalb Köppel bei der SFS Innovationstagung am Mittwoch dermassen mies vorbereitet und irgendwie unsicher wirkte. Er musste wohl seine "klugen" Worte für diese Sendung vorbereiten, die ich (zum Glück?) nicht gesehen habe.
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 20.04.2015 06:19
    Highlight Highlight Wo er recht hat, hat er recht!

    Ich denke schon, dass man zuerst verlangen kann, dass Länder mit gleicher Kultur zuerst für ihresgleichen aufkommen. Der Kulturschock hier ist für beide Seiten schädlich.
    • _kokolorix 20.04.2015 07:30
      Highlight Highlight dazu müssen wir die flüchtlinge bloss mindestens gleich schlecht behandeln wie die reichen golfstaaten das tun. wir führen die prügelstrafe, sklaverei und steinigung ein. natürlich nur für unerwünschte einwanderer, arbeitslose und psychisch angeschlagene. wollen wir das wirklich?
    • Max Power 20.04.2015 10:57
      Highlight Highlight Die Zahl der Flüchtlingen und Vertrieben wird auf 51 Mio. geschätzt, davon haben letztes Jahr 600'000 Aysl in Europa gesucht. Rechne.
      Das Land, das die meisten ausländischen Flüchtlinge aufgenommen hat ist Pakistan mit 1.6 Mio. Gefolgt vom Libanon mit 1.1 Millionen, also 20% der Landesbevölkerung. Die Schweiz hat einen Anteil 0 .7%.
      Natürlich hinkt der direkte vergleich etwas. Doch, entgegen den Vermutungen von Ihnen, die Schweiz trägt nicht die Hauptlast an Flüchtlingsströmen.
      Dazu aus der NZZ "Die wenigsten kommen nach Lampedusa" online.
    • Joshua Theurich (1) 20.04.2015 11:09
      Highlight Highlight Ihre Frage - Was tun die islamischen Länder für die vielen Flüchtlinge? http://www.sueddeutsche.de/1.2277680
  • Der Kritiker 20.04.2015 06:16
    Highlight Highlight Superschweizer Köppel ein Heuchler?

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