DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
15.05.2014; Aarau; Fussball Super League - FC Aarau - FC Basel;   Die Polizei auf dem Fussballfeld (Christian Pfander/freshfocus)

Bild: freshfocus

Unfreiwillig in der Schusslinie

Im Brügglifeld von Gummischrot im Gesicht getroffen: FCB-Fan klagt gegen die Aargauer Polizei



Nach den Krawallen auf dem Brügglifeld zieht die Kantonspolizei Aargau eine positive Bilanz. Ruhe und Ordnung seien gewährleistet worden und Polizisten keine verletzt, schreibt die Kapo in einer Mitteilung. Die Situation sei entschärft worden – auch mittels Einsatz von Gummischrot.

Von diesem Gummischrot hat ein FCB-Fan nach eigenen Angaben Verletzungen davongetragen: «Als ich nach dem Spiel mit meinem Bruder im Heimsektor der Aarauer stand, wurde ich von Gummigeschossen an der Nase getroffen», erzählt R. H.*. Jetzt reicht er bei der Kantonspolizei Aargau eine Beschwerde ein und erstattet Anzeige. 

«Das ist unverhältnismässig»

«Eigentlich hatte ich Glück. Hätte mich das Projektil zwei Zentimeter weiter oben am Auge getroffen – ich möchte nicht wissen, was dann passiert wäre», sagt der 29-Jährige. Er schildert das Geschehen: «Wir wollten nicht aufs Feld stürmen. Also blieben wir auf der Tribüne», so H.

Dort, im oberen Drittel der Tribüne, sei es für ihn plötzlich unerwartet brenzlig geworden: Als sich zwei Fans am Feldrand in die Haare geraten seien, hätte die Polizei Gummigeschosse abgefeuert. «Wegen nur zwei Personen. Das ist doch unverhältnismässig», ärgert sich H. Die beiden Fans seien sogar noch durch den rund ein Meter hohen Zaun getrennt gewesen. 

Der Platzsturm der Basler Fans. Video: Youtube/whassup7410

«Taktische Details geben wir nicht bekannt»

Das Schrot habe auch die lose Gruppe «normaler Fans», so H., hinter den beiden Prüglern getroffen. «Wir haben keine Vorwarnung gehört», sagt der FCB-Fan. Das wäre eigentlich Vorschrift. Wie auch das Einhalten des Mindestabstands von 20 Metern. «Die Distanz zu uns war etwa 25 Meter. Diejenige zu den beiden prügelnden Fans aber bestimmt nicht genug gross», sagt H. 

Dazu, sowie zu den Richtlinien bei Gummischrot-Einsätzen nimmt die Kantonspolizei Aargau keine Stellung. Auf Anfrage sagt Mediensprecher Bernhard Graser: «Taktische Details geben wir nicht bekannt.»

Bild

Gif: watson

Gummischrot in der Kritik

Der Einsatz von Gummigeschossen stand in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik – besonders wieder seit vergangenem September, als eine junge Frau an der Tanz-dich-frei-Demonstration in Winterthur von einem Gummiprojektil am Auge getroffen wurde.

Mehrere Politiker wiesen anschliessend darauf hin, dass ein verhältnismässiger Einsatz von Gummischrot in Extremsituationen schwer bis gar nicht möglich sei. Die Jungen Grünen forderten ein Verbot

Der Zürcher Regierungsrat entgegnete, die Polizei sei auf Gummischrot angewiesen. Dieses erlaube einen Einsatz ohne direkte körperliche Konfrontation und verhindere so eine weitere Eskalation.

*Name der Redaktion bekannt

Die Polizei trennt die Balser Hooligans / Fans von den Aarauer Hooligans nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel am Donnerstag, 15. Mai 2014, im Stadion Bruegglifeld in Aarau. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Die Polizei versucht die beiden Parteien voneinander zu trennen. Bild: KEYSTONE

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Prognosen vor der Rückrunde: Dzemaili reisst den FCZ mit, Sforza muss gehen

Am Wochenende nimmt die Super League wieder so richtig Fahrt auf. Wer wird Meister? Wer stürzt ab? Welche Trainer sind gefährdet? Lesen Sie unsere Prognosen zur zweiten Phase der Schweizer Fussball Meisterschaft.

Manchmal täuscht der erste Eindruck. Eine spannende Schweizer Meisterschaft? So sah es zwar in den ersten Wochen aus. Doch das lag nur daran, weil YB noch nicht rund lief. Überlegene Spiele wurden doch noch vergeigt, die Chancenauswertung war lange miserabel. Und Top-Torjäger Nsame plötzlich ausser Form.

Das wird sich nun ändern. Und YB mit jeder Woche stärker. Denn noch immer können viele Spieler in der Mannschaft einiges besser machen. Worauf darf die Konkurrenz also noch hoffen? Dass Nsame …

Artikel lesen
Link zum Artikel