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EM-Endrunde in Frankreich, Viertelfinal
Frankreich – Island 5:2 (4:0)
Halbfinals:
Portugal – Wales Mittwoch
Deutschland – Frankreich Donnerstag
Frankreich kennt kein Pardon und macht Island platt.<br data-editable="remove">
Frankreich kennt kein Pardon und macht Island platt.
Bild: Tim Groothuis/freshfocus

«Wir sind enttäuscht, aber auch stolz» – Islands Fussball-Märchen von Frankreich brutal beendet

Frankreich ist an der Heim-EM in überzeugender Manier in die Halbfinals eingezogen. Der Gastgeber beendete im Stade de France in Saint-Denis das isländische Sommermärchen und fertigte die Überraschungsmannschaft des Turniers mit 5:2 ab.
03.07.2016, 22:5804.07.2016, 06:32

» Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen!

Die rund 15'000 isländischen Fans, was knapp fünf Prozent der heimischen Bevölkerung entspricht, hatten nur vor der Partie im Stade de France etwas zu feiern, als sie mit Unterstützung des französischen Publikums mehrmals den berühmt gewordenen isländischen Schlachtruf zelebrierten.

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Das 1:0 von Giroud.
gif: Youtube

Auf dem Feld jubelten ihre Landsleute dann mit Ausnahme der beiden Ehrentreffer von Kolbeinn Sigthorsson (56.) und des Baslers Birkir Bjarnason (84.) nicht mehr – die Anhänger unterstützen und feierten ihre Helden dennoch bis zum Schlusspfiff lautstark.

«Wir sind enttäuscht, aber gleichzeitig auch stolz. Die EM war eine wahnsinnige Erfahrung. Heute hatten wir extrem zu leiden, Frankreich spielte total überlegen.»
Island-Captain Aaron Gunnarsson
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Das 2:0 durch Pogba.
gif: Youtube

Frankreich kennt kein Pardon

Im Gegensatz zu England, das im Achtelfinal Island sensationell 1:2 unterlegen war, beging Frankreich den Fehler nicht, den spielerisch limitierten, aber kampfstarken und sehr solidarisch auftretenden EM-Neuling zu unterschätzen.

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Das 3:0 durch Payet.
gif: Youtube

Didier Deschamps

«Die Schlussphase war nicht ideal, aber die Spieler verdienen ein grosses Bravo, die Fans ebenso. Wir bereiteten ihnen Spass und Emotionen. In der ersten Hälfte taten wir das Notwendige, dann kamen ein paar Wechsel, wir schonten bereits einige Spieler. Der Halbfinal-Gegner Deutschland ist bisher ohne Zweifel das beste Team gewesen, auch wenn sie gegen Italien etwas gestolpert sind. Wir sind bereit, wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt um den Einzug in den Final.»

Das Team von Didier Deschamps war nach vier nicht über alle Zweifel erhabenen Auftritten auf der Höhe seiner Aufgabe und zeigte in der ersten Halbzeit die mit Abstand beste Leistung an diesem Turnier. Die zwei, drei Mängel in der Defensive nach der Pause fielen nicht ins Gewicht.

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Das 4:0 durch Griezmann.
gif: Youtube

Den Auftakt zur französischen Gala machte Olivier Giroud in der 12. Minute. Der Mittelstürmer von Arsenal erwischte nach einem herrlichen Steilpass von Blaise Matuidi Islands Torhüter Hannes Halldorsson zwischen den Beinen. Paul Pogba erhöhte nach einem Corner von Antoine Griezmann auf 2:0 (19.), indem er sich mit Dynamik und Wucht im Luftduell gegen John Dadi Bödvarsson durchsetzte.

Dimitri Payet und Griezmann beendeten mit einer Doublette unmittelbar vor der Pause den isländischen Traum von einer weiteren Überraschung endgültig, ehe Giroud kurz vor seiner Auswechslung nach einer Stunde mit dem bereits fünften Kopfballtreffer der Franzosen an diesem Turnier zwischenzeitlich auf 5:1 erhöhte.

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Kurze Hoffnung beim 1:4 von Sigthorsson.
gif: Youtube
«Es ist wirklich schade. Wir sind stolz auf das, was wir geleistet haben, aber die Franzosen waren wirklich besser. Wir haben, denke ich, gegen den zukünftigen Europameister gespielt.»
Kolbeinn Sigthorsson

Neben dem Doppeltorschützen Giroud und dem starken Payet ragte bei den Franzosen erneut Griezmann heraus. Der Stürmer von Atletico Madrid bereitete zwei Treffer vor und erzielte mit einem herrlichen Lupfer sein viertes Turniertor.

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Das 5:1 durch Giroud.

Der 25-Jährige, der in einem 4-2-3-1-System als hängende Spitze hinter Giroud agierte, übernahm damit die alleinige Führung im Torschützenklassement. Beim 2:1 im Achtelfinal gegen Irland war Griezmann mit einer Doublette der Matchwinner Frankreichs gewesen.

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Das 2:5 für Island durch Bjarnason.
gif: Youtube

Jetzt kommt's zur Revanche gegen Deutschland

Im Halbfinal kommt es für Frankreich nun am Donnerstag im Stade Vélodrome in Marseille zum Gipfeltreffen mit Deutschland. Das Team von Didier Deschamps hat mit dem Weltmeister noch eine Rechnung offen. Vor zwei Jahren an der WM in Brasilien unterlag Frankreich im Viertelfinal im Maracanã in Rio de Janeiro Deutschland nach einem Kopfballtreffer von Mats Hummels in der 13. Minute 0:1.

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Für die Isländer endete im Norden von Paris das von ihnen geschriebene Sommermärchen mit einem leicht bitteren Ende. Die mit 330‘000 Einwohnern kleinste Nation, die jemals an einer Endrunde teilgenommen hat, hatte mit ihren Auftritten nicht nur in der Heimat, sondern auf dem ganzen Kontinent eine Welle der Begeisterung ausgelöst.

Vor zwei Jahren an der WM war dies die Entscheidung im Viertelfinal: Mats Hummels traf zum 1:0.<br data-editable="remove">
Vor zwei Jahren an der WM war dies die Entscheidung im Viertelfinal: Mats Hummels traf zum 1:0.
Bild: Stephane Mantey/freshfocus

Die Geschichten der 23 Freunde, die vor dem Turnier nur den Insidern ein Begriff gewesen waren, verbreiteten sich in ganz Europa. Weniger mit ihren spielerischen Mitteln, dafür mit Kampfgeist, Herz und Solidarität eroberten Gunnarsson, Halldorsson und Co. die Herzen der Fussball-Fans. Der 2:1-Sieg im Achtelfinal gegen England war das Highlight für Island, dessen märchenhaftes Turnier-Debüt erst von einem in allen Belangen überlegenen Gastgeber beendet wurde.

Als Fazit können wir heute festhalten:

Frankreich – Island 5:2 (4:0)
Stade de France, Saint-Denis. - 76'833 Zuschauer. - SR Kuipers.
Tore: 12. Giroud (Matuidi) 1:0. 19. Pogba (Griezmann) 2:0. 43. Payet (Griezmann) 3:0. 45. Griezmann (Giroud) 4:0. 56. Sigthorsson (Gylfi Sigurdsson) 4:1. 59. Giroud (Payet) 5:1. 84. Bjarnason (Skulason) 5:2.
Frankreich: Lloris; Sagna, Koscielny (72. Mangala), Umtiti, Evra; Pogba, Matuidi; Sissoko, Griezmann, Payet (80. Coman); Giroud (60. Gignac).
Island: Halldorsson; Saevarsson, Arnason (46. Ingason), Ragnar Sigurdsson, Skulason; Gudmundsson, Gunnarsson, Gylfi Sigurdsson, Birkir Bjarnason; Bödvarsson (46. Finnbogasson), Sigthorsson (83. Gudjohnsen).
Bemerkungen: Frankreich ohne Kanté und Rami (beide gesperrt), Island komplett. Verwarnungen: 58. Bjarnason (Foul). 75. Umtiti (Foul). (sda/fox)

Trotzdem nochmals ein grosser Dank an Island: Die isländischen Helden und ihre abenteuerlichen Wege

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Die isländischen Helden und ihre abenteuerlichen Wege
quelle: epa/epa / georgi licovski
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