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Webland.ch nicht erreichbar, Kunden schlagen Alarm

System-Administrator in einem Rechenzentrum (Symbolbild).
Administrator in einem Rechenzentrum (Symbolbild). Für Webland-Kunden funktionierte auch der E-Mail-Verkehr nicht mehr.quelle: imago-images.de

Webland erneut komplett «down» – betroffene Kunden schlagen Alarm

Der Schweizer Hosting-Provider kämpft seit Wochen mit Server-Problemen. Dann spitzt sich die Lage weiter zu. Wahrscheinliche Ursache: ein Stromausfall im Rechenzentrum, in dem Webland eingemietet ist.
10.12.2025, 09:3911.12.2025, 08:39

Neue schlechte Nachrichten von Webland: Am Mittwochmorgen war die Internet-Domain webland.ch nicht mehr erreichbar. Vom Ausfall betroffen sind erneut Websites und Online-Shops der Kundinnen und Kunden, wie User-Rückmeldungen zeigen. Und auch bei der E-Mail-Kommunikation ging vorübergehend nichts mehr.

Wer den Telefon-Support von Webland anrief, bekam eine automatisierte Nachricht zu hören:

«Aktuell gibt es eine Störung, die bereits bekannt ist. Unsere System-Administratoren arbeiten daran, alles so schnell wie möglich zu stabiliseren.»

Das Unternehmen im Kanton Basel-Land verwaltet gemäss eigenen Angaben 75'000 Internet-Domains. Zur Kundenzahl werden keine Angaben gemacht.

Ironischerweise wurden Anrufende darauf hingewiesen, dass sie den aktuellen Status zur technischen Störung «jederzeit unter status.webland.ch» finden würden.

Mögliche Ursache: Stromausfall

Die Ursache des Totalausfalls war zunächst nicht bekannt. Dann meldete sich ein watson-User mit dem Hinweis, dass es im Rechenzentrum, in dem Webland eingemietet ist, einen Stromausfall gegeben habe. Dabei handelt es sich um das IWB Datacenter in Basel.

Auf Anfrage bestätigte ein Support-Mitarbeiter der Industriellen Werke Basel, dass es einen zweiminütigen Stromausfall gegeben habe. Die Ursache sei noch nicht klar. Und es würden auch noch Abklärungen dazu laufen, was mit der Notstromversorgung los war.

Update: Webland gibt dem Stromausfall im IWB-Rechenzentrum die Schuld an der «Downtime» (siehe unten). Und auch der Hosting-Provider Cyon informiert auf seiner Status-Webseite über den Vorfall.

Die Status-Webseite von Webland ist inzwischen wieder erreichbar. Dort heisst es in einer aktuellen Meldung, «aufgrund eines Stromausfalls in unserem Rechenzentrum wurden alle Server zwangsweise heruntergefahren». Und weiter:

«Wir sind uns bewusst, dass dies zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kommt, zumal sich unsere vorherigen Serviceunterbrechungen gerade stabilisiert hatten und nun ein weiterer Ausfall auftrat – einer, der ausserhalb unserer Verantwortung lag.»
Screenshot der Webland-Status-Webseite, wo über den Stromausfall vom 10. Dezember 2025 informiert wird.
Die Meldung vom Mittwoch trägt den Titel «Ausfall diverser Systeme».screenshot: watson

Was viele Webland-Kunden zuletzt irritierte, war die Krisenkommunikation: Die zur schwedischen Unternehmensgruppe Miss Group gehörende Schweizer Firma war für Kundenanliegen nicht telefonisch erreichbar.

Insider-Informationen?

watson-Redaktor Daniel Schurter ist über die verschlüsselte Messenger-App Threema auch anonym zu erreichen. Seine «Threema ID» lautet: ACYMFHZX. Oder du schreibst an daniel.schurter [at] protonmail.com. Wer sich beim Schweizer Secure-Mail-Anbieter (kostenlos) registriert, kann verschlüsselte E-Mails verschicken.

watson hakte am Mittwochmorgen beim zuständigen schwedischen Verantwortlichen nach. Jimmie Eriksson, Chief Operating Officer (COO), sagte zunächst:

«Unser Technikteam ist informiert und arbeitet an einer Lösung. Derzeit liegen mir keine Informationen über die Ursache vor.»

Nach 10.30 Uhr bestätigte er via E-Mail:

«Dies wurde durch einen Stromausfall in unserem Rechenzentrum verursacht. Das Problem mit dem Rechenzentrumsbetreiber scheint derzeit noch nicht vollständig behoben zu sein.

Nach einem erzwungenen Herunterfahren der Server muss man beim Neustart vorsichtig sein, aber da das Kernproblem noch nicht gelöst ist (Strom-/Verbindungsprobleme), gestaltet sich das Ganze knifflig und der Prozess langsam.»

Die Probleme bei Webland waren am 19. November mit einem Systemausfall losgegangen. Hierzu muss man wissen, dass Webland im IWB-Rechenzentrum eingemietet ist und dort aber eigene Server betreibt.

Webland-Firmenkunden trafen die Probleme ausgerechnet in der aus geschäftlicher Sicht wichtigen Vorweihnachtszeit. KMU-Betriebe waren während Tagen über ihre offizielle E-Mail-Adresse nicht erreichbar.

Weil mit Umsatzeinbussen zu rechnen ist, dürften sich einige Kunden überlegen, den Rechtsweg zu beschreiten und den Hosting-Provider zu verklagen.

Allerdings lehnen die Webland-Verantwortlichen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) jegliche Haftung bei Ausfällen ab. Der Schweizer Rechtsanwalt Martin Steiger, Experte für Recht im digitalen Raum, erklärte letzte Woche gegenüber SRF, er halte den Haftungsausschluss «zumindest in Teilen für nichtig».

Die 2014 gegründete Miss Group fiel in den letzten Jahren durch eine aggressive Wachstumsstrategie auf. Im August gab das Unternehmen bekannt, dass es in Europa die Marke von 2 Millionen verwalteten Internet-Adressen, sogenannten Domains, überschritten habe.

Damit habe man «einen weiteren wichtigen Meilenstein im rasanten Aufstieg zu einem der am schnellsten wachsenden Domain- und Hosting-Anbieter weltweit erreicht», hiess es in der Mitteilung.

watson-User bietet Hilfe an
In der Kommentarspalte zu diesem Artikel hat sich Philipp gemeldet: «Wenn jemand unkomplizierte Unterstützung benötigt für den Umzug auf einen alternativen Mail-Provider nach Wahl, kann ich gerne unentgeltlich helfen.»

Interessierte können sich via E-Mail bei Philipp melden, unter weblandhelp@outlook.com, oder über den Messenger-Dienst Telegram. Der entsprechende User-Name lautet passend: weblandhelp.

watson hat die Seriosität der privaten Initiative geprüft und mit dem IT-Fachmann gesprochen. Auf Nachfrage erklärt er, dass seine Schwester auch bei Webland gewesen sei und er ihre E-Mails dank seiner guten IT-Kenntnisse innerhalb von 2 Stunden auf einen neuen Anbieter umstellen konnte. «Ich weiss, wie belastend die Situation für die kleinen Unternehmen ist und dass viele nicht wissen, dass und wie man eine solche Umstellung machen kann.»

Er habe keine grossen finanziellen Absichten. Wer etwas aus Goodwill bezahlen möchte, könne das tun, aber er bestehe nicht darauf.

Die Vorgeschichte

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187 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Looney
10.12.2025 09:46registriert Dezember 2015
Da haben sie wohl die Frist für die
Bitcoinüberweisung verstreichen lassen.
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swiss-brick.com
10.12.2025 09:51registriert November 2023
Weder die Statusseite https://status.webland.ch/ ist aktuell, noch die Hauptseite ist erreichbar. Daher wird auch der Chat nicht bedient und telefonisch kommt man ja auch nicht durch. Langsam wird es auch für die Hard-Core Webland Fan-Kunden und Partner sehr ungemütlich.
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popcornmaschine
10.12.2025 09:45registriert Januar 2018
Eine Katastrophe in der wichtigsten Geschäftszeit für den Einzelhandel.
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