DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Grünes Licht: Strafverfahren in Geheimdienst-Affäre um Crypto AG eingeleitet

24.06.2020, 06:0024.06.2020, 06:29

Die Bundesanwaltschaft hat grünes Licht für ein Strafverfahren gegen die Zuger Firma Crypto AG. Diese hatte jahrelang über hundert Länder ausspioniert im Dienste des US-Geheimdienstes CIA und des deutschen BND.

Der Bundesrat habe am vergangenen Freitag der Bundesanwaltschaft die Ermächtigung zu einem Strafverfahren erteilt, berichtete die Sendung «Heute Morgen» des Deutschschweizer Radios SRF heute Mittwochmorgen. Allerdings gehe es nicht um Spionage-Tätigkeiten, sondern um den Verdacht, dass bei Export-Gesuchen falsche oder unvollständige Angaben gemacht wurden. Die Bestätigung der Behörden liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hatte im Fall Crypto wegen möglicher Widerhandlungen gegen das Exportkontrollrecht bereits Ende Februar bei der Bundesanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Die Geheimdienst-Affäre war Anfang Februar ins Rollen gekommen. Recherchen des Schweizer Fernsehens (SRF), des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und der «Washington Post» ergaben, dass die Zuger Firma Crypto AG jahrelang an verschiedene ausländische Regierungen und Armeen Chiffriergeräte verkauft hat, die manipuliert worden waren, damit die Geheimdienste der USA und Deutschlands, CIA und BND, die darüber laufende Kommunikation ohne grossen Aufwand entschlüsseln konnten.

Die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) von National- und Ständerat hatte wenige Tage nach Bekanntwerden dieser Aktivitäten ihre Untersuchung aufgenommen. Mit ihrer Inspektion will sie als Oberaufsicht über die Nachrichtendienste und die Geheimbereiche des Bundes klären, wer in der Schweiz wann was wusste. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab

1 / 12
So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
quelle: wikicommons/gemeinfrei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Diese App soll Schweizer Arbeitsplätze verteidigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Die Lobbying-Maschinerie der Crypto AG
Wie sich der Zuger Hersteller von Chiffriergeräten die Gunst von Bund, Armee und Öffentlichkeit sicherte.

Ein Nationalrat im Verwaltungsrat kann im richtigen Moment Gold wert sein. Diesen Umstand machten sich auch die Verantwortlichen des Zuger Chiffriergeräteherstellers Crypto AG zunutze. Die Firma im Besitz der Nachrichtendienste CIA und BND verpflichtete über die Jahrzehnte mehrere namhafte Schweizer Volksvertreter als Verwaltungsräte. Diese wurden – wissend oder unwissend – Teil einer ausgeklügelten Lobbying- und PR-Maschinerie. Sitzungsprotokolle aus dem Zuger Handelsregister, Militärzeitschriften, PR-Unterlagen und andere Dokumente geben Einblick, wie diese funktionierte.

Zur Story