Gesundheit
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wenn man schon Tiere töten muss, dann so: 6 Gründe, die für die Weideschlachtung sprechen

Nils Müller erschiesst seine Rinder auf seinem Bauernhof. Er kommt dabei so nahe ans «sanfte Töten» heran, wie es die Realität zulässt.



abspielen

Das erste öffentliche Video der Praktik, aufgenommen bei der dritten Weideschlachtung. Achtung, man sieht, wie ein Tier getötet wird. YouTube/FiBLFilm

Vielleicht hätte ich mich doch nicht als Vegetarier outen sollen. Das brachte meinen Chef auf die glorreiche Idee, mich an eine sogenannte Weideschlachtung zu schicken: Dabei wird das Tier in seiner gewohnten Umgebung, inmitten seiner Herde, erschossen. Die nackte Panik erfasste mich. Mir wurde leicht mulmig zumute.

Umfrage

Ist die Schlachtung auf der Weide eine gute Sache?

  • Abstimmen

739

  • Ja, finde ich toll.72%
  • Gute Idee, aber oft nicht wirklich praktikabel.17%
  • Schlachthof, Weide – ich sehe den Unterschied nicht wirklich.6%
  • Völliger Quatsch!4%

Dann die Entwarnung: Nils Müller, der erste praktizierende Weideschlachter der Schweiz, darf und will die Praktik aus Rücksicht auf die Tiere gar nicht öffentlich vorführen. Doch nach einem Besuch auf seinem Hof in Forch muss ich zugeben: So schlimm wäre es wohl gar nicht gewesen.

«Es gibt keine bessere Variante, den letzten Tag des Tieres zu gestalten.»

Nils Müller

Im Vorfeld war ich extrem skeptisch: Das ist doch ein Hippie-Ding, dachte ich. Ein Freak will jetzt mit so einer Gspürschmi-Methode das Töten von Tieren schönreden. Und was soll das schon für einen Unterschied machen, ob ein Rind auf der Weide oder ein paar Stunden später im Schlachthof stirbt?

Es macht einen Unterschied. Und auch sonst spricht einiges für die Weideschlachtung:

1. Ein friedlicher letzter Tag

Bauern, die darauf Wert legen, ihren Tieren ein würdevolles und artgerechtes Leben zu ermöglichen, müssen dieses Prinzip an einem Zeitpunkt aufgeben: bei der Schlachtung. Der Transport und der Aufenthalt im Schlachthof lösen bei den Tieren grossen Stress aus.

Das kann bei der Weideschlachtung vermieden werden. «Es gibt keine bessere Variante, den letzten Tag des Tieres zu gestalten», sagt Nils Müller. Als Zeitpunkt wählt er den Morgen, da sind die Tiere friedlich und ruhig.

abspielen

«Herr Müller, wie ist es, ein geliebtes Tier zu töten?» YouTube/watson

2. Kein Tiertransport, kein Schlachthof

Der letzte Tag im Leben eines Nutztiers ist der Schlimmste. Sie werden von ihrer Herde getrennt, in ein Fahrzeug getrieben, wo sie fixiert werden. Für Tiere, die ein artgerechtes Leben auf der Weide verbracht haben, ist das alles noch schlimmer als Tiere aus der industriellen Tierhaltung – denn sie sind sich solche Belastungen überhaupt nicht gewöhnt.

Der Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert die Weideschlachtung zwar: Unter anderem mit dem Argument, dass die von ihnen erkämpfte Fahrzeitbeschränkung von 6 Stunden auf der Welt einmalig und tierschutzkonform sei. In Müllers Augen leiden die Tiere jedoch schon bei kurzen Transporten sehr.

«Die Tötung eines Tiers ist ein schwieriger Schritt. Aber man muss es als Teil eines grösseren Ganzen sehen.»

Nils Müller

Im Schlachthof steht jedes Tier Todesängste durch, weil es instinktiv spürt, dass sein Leben in Gefahr ist. Die Tiere werden oft gemeinsam mit ihnen unbekannten Tieren eingepfercht und durch die Anlage getrieben. Dies alles kann man einem Tier ersparen.

3. Die Tiere spüren keine Bedrohung

Es gibt klare Anzeichen dafür, wann ein Rind gestresst ist: Schwitzen, Unruhe, Zittern, Muhen und Schnauben, beschleunigte Atmung, das Lassen von Kot und Urin. Wie man im Video der Schlachtung sehen kann, sind diese Anzeichen bei keinem der Tiere zu sehen: Weder vor dem tödlichen Schuss noch beim Rest der Herde danach.

Die Fleischdebatte

«Liebe Veganer: Lasst eure Raligion zu Hause» schrieb Redaktor Maurice Thiriet in einem Kommentar – und löste damit eine hitzige Debatte aus. Die Diskussion führte er auf Telebasel mit Florence Terrier vom Verein Vegan Basel fort. Auf watson erschien zudem eine Replik zum Thema fanatische Fleischesser.

Die zuckt nur kurz zusammen, dann geht das Leben weiter. Weil nie eine Bedrohung entsteht, verstehen die überlebenden Rinder gar nicht, was mit ihrem Artgenossen geschehen ist, sie haben keine Abstraktionsfähigkeit.

4. Die Behörden gaben ihr Okay

Es klappte nicht auf Anhieb – doch schliesslich hat Nils Müller im vergangenen Dezember vom Veterinäramt Zürich eine beschränkte Bewilligung erhalten: Zehn Weideschlachtungen darf er auf seinem Betrieb unter Aufsicht von Amtsärzten durchführen, wenn alles gut geht, winkt eine permanente Erlaubnis.

Die musste sich Müller aber erst mit Hilfe des des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) und der Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» erkämpfen. Mit zwei Jahren dauerte das Seilziehen aber relativ kurz: Der deutsche Weideschlachtpionier Hermann Maier, der schon seit 29 Jahren praktiziert, musste für das Recht 13 Jahre kämpfen.

5. Eine professionelle Methode

Nils Müller weckt Vertrauen: Er hat sich alles ins kleinste Detail überlegt. Fürs Töten benutzt er extra die Kleinkalibermunition .22 Magnum: Sie erzeugt keinen grossen Knall und verursacht eine tiefe und sichere Betäubung. Das Projektil bleibt im Kopf stecken, es gibt keinen Ausschuss. So sind weder andere Tiere noch Menschen gefährdet.

Tierschützer sind sich nicht einig

Nils Müllers Projekt wird von der Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» unterstützt. Ohne Transport und Tötung im Schlachthaus bleibe den Tieren viel Leid erspart, so die Argumente.

Der Schweizer Tierschutz (STS) sieht die Weideschlachtung kritischer: Die Fahrzeit von Tiertransporten sei auf 6 Stunden Limitiert, das könne man den Tieren zumuten. Zudem bestehe auf der Weide das Risiko auf Fehlschüsse, die zu zusätzlichen Schmerzen beim Tier führen. Auch bestehe die Gefahr, dass Menschen und andere Tiere angeschossen werden. (rey)

Zudem hat Müller, der zu dem Zweck eine Jägerausbildung absolviert hat, eine separate Koppel mit einem Hochsitz eingerichtet. Dort wartet er, darauf, bis sich ein Tier ihm zuwendet und drückt ab. Mit einem Frontlader hebt er es innerhalb von 90 Sekunden, worauf das Tier verblutet. Danach bringt er es mit einem Spezialanhänger in das nahe gelegene Schlachtlokal.

«Ich will die Schlachtung nicht jemand anderem überlassen.»

Nils Müller

Bleibt zu hoffen, dass sich Bauern, die Müllers Beispiel folgen, auch so hohe Standards setzen. Der Schweizer Tierschutz (STS) warnt davor, dass Menschen und Tiere bei einer schlechten Ausführung verletzt werden könnten.

6. Es ist das Gegenteil der industriellen Fleischproduktion

Nils Müller sieht die Weideschlachtung als Teil einer ganzheitlichen Haltung: Von der Geburt bis zum Tod sollen die Tiere ihre Zeit bei ihm auf dem Hof verbringen. «Ich will die Schlachtung nicht jemand anderem überlassen», sagt er.

«Es ist ein schwieriger Schritt», sagt Müller über die Tötung seiner Lieblinge. Denn eine gute Beziehung mit den Tieren sei unerlässlich. So vertrauen sie ihm und sind in ihren letzten Momenten nicht gestresst, wie das bei einem fremden Metzger der Fall wäre.

Zu dem ganzheitlichen Ansatz gehört auch, dass das Tier ganz verwertet wird, in Zusammenarbeit mit einem lokalen Metzger. Verkauft werden die Produkte im Laden seines Hofs «zur Chalte Hose». Müller wünscht sich, dass sein Beispiel Schule macht. «So können wir lokale Metzger und Bauern einbinden und sinnvolle Arbeitsplätze schaffen, statt alles der Industriellen Fleischproduktion zu überlassen.»

Fazit

Die grosse Frage: Kann eine solche Methode einen Vegetarier wieder dazu bringen, Fleisch zu essen? In meinem Fall lautet die Antwort nein. Das «sanfte Töten» ist trotz allem ein Gegensatz in sich –  denn eine Tötung ist per se ein gewalttätiger Akt, der ein Leben beendet. Immer.

Aber mir geht es um ein Prinzip. Für diejenigen, die sich zwar ums Tierwohl sorgen, sich aber nicht daran stören, dass Tiere für ihr Teller getötet werden, ist die Weideschlachtung auf jeden Fall unterstützungswürdig. Näher ans «sanfte Töten» kommt man in der Realität kaum.

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

43
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • googelhupf 11.06.2015 00:53
    Highlight Highlight bin der meinung, dass jeder fleischesser sich viel mehr gedanken darüber machen sollte woher das leckere fleisch kommt und deswegen befürworte ich diese schlachtmethode. jedes auch so feine filet oder würstchen stammt von einem lebendem tier (meine filets und würstchen stammen ausschließlich von tieren mit einem schönen "leben") und wenn schon ein tier sterben muss für den genuss, dann bitte auch so fair wie das nur irgendwie möglich ist!
    damit soll nicht das töten von lebewesen verharmlost werden, aber zumindest das bewusstsein gestärkt werden. diese tier- und realitäts-fremde "vakuum-pouletbrust-gesellschaft" finde ich wirklich abscheulich, wenn wir schon tiere töten und sie verspeisen, dann wenigstens ehrlich und bewusst!
  • Roger Gruber 10.06.2015 18:17
    Highlight Highlight Eine gute Sache. Wenn schon schlachten, dann so! Ich würde sogar noch weiterhehen und es zur Pflcht für Schüler machen, an einer Schlachtung beizuwohnen (ausgenommen könnten auf eigenen Wunsch nur Kinder werden, die sich vegetarisch ernähren). Und nein: ich sehe dies nicht als Schocktherapie oder so was, um den Kindern den Fleischkonsum zu verderben. Ich finde nur, dass Kinder (und natürlich auch Erwachsene) sich bewusst sind, woher das Schnitzel kommt.
    • Anded 10.06.2015 20:06
      Highlight Highlight Aha, und warum dürfen dann Vegi-Kinder schwänzen? Damit nachher zwischen Vegis und Nicht-Vegis eine Wissenslücke besteht? Und die Lager auch in Zukunft schön getrennt bleiben? Finde deine Idee ganz gut bis auf diese Klammerbemerkung.
    • Roger Gruber 10.06.2015 20:44
      Highlight Highlight Danke für die Blumen. Meine Überlegung: wenn Kinder sich aus Gründen des Tierwohles sich gegen Fleischkonsum entscheiden, kann ihnen auf eigenen Wunsch auch der Anblick des Tötungsprozesses erspart bleiben.
    • Anded 10.06.2015 21:11
      Highlight Highlight Wenn du die einen Kindern vor dem Anblick schützen willst, widerspricht es deinem anderen Gedanken, dass du es nicht als Schocktherapie für die anderen siehst. Ich selber fände es nicht schlimm, wenn meine Kinder das sehen, und in der Folge zu Vegis werden (oder temporär bis der Schock verdaut ist). Aufklärung braucht es für alle. Abgesehen davon könnte sich sonst jeder vor dem Tag der Exkursion Vegi-ab-heute nennen. Oder sich ein Vegi-Zegnis von den Eltern geben lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • gregorm. 10.06.2015 15:09
    Highlight Highlight Ich verstehe die Diskussion nicht. Grundsätzlich ist es doch letztendlich doch einfach am besten fürs Tierwohl ganz auf's Schlachten zu verzichten. Irgendwie kommt mir die ganze Sache vor, wie eine Diskussion um die sanfteste Methode für die Todesstrafe. "Naja, wenn schon Todesstrafe, dann lieber Giftspritze statt Erhängen." So what, das Resultat ist dasselbe! Tot ist tot. Wäre es nicht viel sinnvoller zu fragen, ob Fleischessen und damit das Schlachten überhaupt in der heutigen Zeit noch zu begründen ist?
    • MisterM 10.06.2015 15:43
      Highlight Highlight Jesses! Das geht doch viel zu weit und ist überhaupt nicht zu vergleichen! Denn wenn Sie diesen Vergleich zwischen Tier- und Mensch ziehen, müssten Sie auch jedem Tier, das Fleisch frisst (und, um Himmels Willen: Andere Tiere sogar tötet, zerfleischt, verschlingt!!!), das Fleisch verbieten.
    • gregorm. 10.06.2015 17:21
      Highlight Highlight Natürlich ist das zu vergleichen. Nur weil gewisse andere, nichtmenschliche Tiere andere essen, heisst doch noch lange nicht, dass wir dies auch tun müssen, wenn wir Alternativen haben. Gewisse Insektenweibchen fressen ihren Partner nach der Paarung; wir tun dies deswegen noch lange nicht!
    • Roman Rey 10.06.2015 17:34
      Highlight Highlight @gregorm: Diese Debatte wird in den USA doch gerade geführt: Soll man Todeskandidaten weiterhin mit potentiell grausamen Giftcocktails hinrichten?

      Ich finde, man kann beide Diskussionen führen. Für dich, der das Töten grunsätzlich ablehnt, ist die zweite Diskussion, die des "humanen" Schlachtens vielleicht wenig relevant. Aber für andere, die zwar Fleisch essen, aber das Leid der Tiere verringern wollen, schon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • snowflakes 10.06.2015 14:01
    Highlight Highlight Würde mich sehr interessieren, inwiefern der Tod eines Lebewesens einem "grösseren Ganzen" dient:)
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.06.2015 01:22
      Highlight Highlight Essen.
  • Florian Studer 10.06.2015 13:56
    Highlight Highlight Vegetarier essen Eier und trinken Milch- richtig? Sie vergessen dabei aber, dass für die Milch- und Eierproduktion auch Tiere getötet werden. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein Kalb gebären. Die männlichen Kälber können nicht für die Milchproduktion verwendet werden und werden geschlachtet.

    Die Schweiz ist ein Grasland. Die Ressource Gras kann nur von Wiederkäuern verwertet werden. Um unser landwirtschaftliches Potential ausschöpfen zu können, sollten wir also Milch und Fleisch von Rinder essen, die vornehmlich mit Gras gefüttert wurden.
    • mrgoku 10.06.2015 14:35
      Highlight Highlight perpetum mobile :)
    • Rocky77 10.06.2015 16:17
      Highlight Highlight Oder einfach ganz auf tierische Produkte verzichten.
    • coci 10.06.2015 22:52
      Highlight Highlight @Rocky77
      ganz auf fleisch verzichten und gras fressen? machst du mir das mal vor bitte? :)
      im übrigen..wenn wir auf fleisch verzichten..kannst du dein portemonaie, schuhe, taschen und gürtel auch gleich wegwerfen. ohne tiere, kein leder. ah ja falls dein auto lederbezug hat, auch dieses kommt vom tier. wolle für den inhalt von deinem bett und falls du einen echthaar pinsel/besen hast, auch dafür ist ein tier gestorben. auch in vielen geschmaksverstärkern hat es tierische bestandteile drin...
    Weitere Antworten anzeigen
  • MisterM 10.06.2015 13:17
    Highlight Highlight Danke, Herr Rey (und Danke Herr Voigt, dass Sie gerade Ihn mit diesem Artikel beauftragt haben)! Denn Ihren Artikel vom Wochenende habe ich nicht allzu toll gefunden.

    Diesen Artikel hier finde ich als Fleischesser bereichernd, und nicht angriffig. Denn im Fazit legen Sie klar, dass auch Vegetarier einsehen, dass es tierfreundliche Fleischesser gibt, die sich nichts anderes wünschen, als dass es dem Tier gut geht. Das Problem bei diesen Debatten wie letztes Wochenende ist nämlich immer, dass wir Fleischesser das Gefühl bekommen, von Vegetariern/Veganern als Tierhasser gebrandmarkt zu werden.
    • mrgoku 10.06.2015 14:38
      Highlight Highlight bin ihrer meinung. ich liebe schweinesteaks oder rindsfilet oder würste auf dem grill... aber ich liebe genau so tiere und hätte am liebsten je eins zuhause. selbst könnte ich nie ein tier töten... man kann sehr wohl fleischesser sein und dennoch nur das beste für das tier wollen... t
    • olga 10.06.2015 15:22
      Highlight Highlight "selbst könnte ich nie ein tier töten" na dann hast du aber ein glück, dass das andere für dich übernehmen... ich bin der festen überzeugung, wer selber kein tier töten kann, sollte auch kein fleisch essen. wieso kannst du selber kein tier töten? aus mitleid, nehm ich mal an. und beim verzehr deiner geliebten schweinesteaks blendest du das dann einfach aus? schon praktisch, hä.
    • MisterM 10.06.2015 15:40
      Highlight Highlight Danke auch Ihnen, droelfmalbumst! Es gibt Leute, die können das leider einfach nicht verstehen. Wie ich oben schon gesagt habe: Es wird leider nur im "Gut/Böse"-Schema debattiert. Es gibt eben nicht nur Tierliebhaber und Tieresser.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Anded 10.06.2015 12:22
    Highlight Highlight Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Tötungsakt an sich ein Vegi-Argument ist. In den meisten Fällen ist die Tötung sehr schnell, und nichts im Vergleich zu dem was viele Tiere während ihres Lebens erdulden müssen. Ich meine da enge Stallhaltung, unausgewogene Ernährung, Verstümmelung (Schwänze/Schnäbel/Hörner/Kastrieren), Kuhtrainer, etc. Selbst ein noch so mies gehaltenes Tier kriegt einen schnellen Tod im Schlachthof. Ich kann es nachvollziehen wenn Vegis nicht wollen, dass wegen ihnen keine Tiere gequält werden. Ich selber bin deshalb auch nur sehr selektiver Fleischesser.
    • saukaibli 10.06.2015 13:33
      Highlight Highlight Da kann ich dir zustimmen. Ich kann Vegetarier einfach nicht ernst nehmen, die behaupten tierfreundlich zu sein und dann die billigsten Milchprodukte und Eier kaufen, die garantiert aus industrieller Tierhaltung stammen. Ich kenne sogar Vegis, die Lederschuhe oder -jacken tragen und sogar pelzbesetzte Jacken, die kann ich nicht für voll nehmen. Ich respektiere aber jeden Vegetarier der auch sonst tierfreundlich handelt, was ich dem Autoren dieses Artikels sehr wohl zutraue.
    • Antwort 10.06.2015 13:38
      Highlight Highlight Du hast recht, dass die «Nutztiere» während ihres Lebens stärker leiden als beim Tötungsakt. Doch hier geht es um was anderes: Es geht darum, ob wir Rinder und Co. respektieren und friedlich mit ihnen zusammenleben wollen. Oder ob wir sie ausnutzen und unterdrücken sollen. Tiere zu töten und zu essen, zeigt einfach am deutlichsten, welchen Status diese Tiere in unsere Gesellschaft haben. Nämlich den Status der Rechtlosen. Wer also Tiere wirklich ernst nimmt, der ist auch gegen noch so «sanfte» Schlachtungen (Ähnlich, wie wir das auch beim Töten von Menschen sehen, sind ja auch Tiere).
    • mrgoku 10.06.2015 14:42
      Highlight Highlight die natur war schon immer so dass ein wesen das andere jagt. ein löwe jagt die gazelle...und er fragt bestimmt nicht um erlaubnis ob er sie töten und fressen kann... der mensch jagt kühe bzw. rinde...wildschweine früher, büffel und weiss der geier... das hat nichts damit zu tun dass tiere rechtslos sind... das ist einfach so wie es die natur vorsieht... damit ich lebe musst du halt sterben.. fleischesser und vegis..gibts bei jedem lebewesen. ob mensch oder tier... keines der beiden ist besser oder schlechter...die kuh sagt dem löwe auch nicht "du mörder"
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrgoku 10.06.2015 12:09
    Highlight Highlight evtl. habe ich es überlesen oder überhört. aber das tier wird erschossen. richtig erschossen?!?! geht das nicht anderst, zuerst betäuben oder sowas? erschiessen ist sanft töten?? mmhhhh wäre um eine erklärung hierzu sehr froh...
    • Topoisomerase 10.06.2015 12:47
      Highlight Highlight Wenn man richtig trifft, ist erschiessen extrem schnell und schmerzlos.
      Bei Betäubungen könnte später möglicherweise das Fleisch Spuren davon enthalten.
    • Anded 10.06.2015 12:57
      Highlight Highlight Der Schuss ist die Betäubung. Der Schuss führt aber nicht sofort zum Herzstillstand. Also lebt das Tier noch. Es verspürt aber im bewusstlosen Zustand keinen Schmerz. Danach folgt, der zweite Teil der Schlachtung: das Ausbluten des bewusstlosen Tieres. Danach ist das Tier garantiert tot. Es darf natürlich nicht sein, dass sich das Tier dazwischen teilweise erholen kann, deshalb die strikten Vorgaben was die Zeitspanne zwischen Schuss und Ausbluten betrifft. "Sanft" heisst hier: Null Stress, minimaler Schmerz (auf jeden Fall nicht mehr als im Schlachthof).
    • Petar Marjanovic (1) 10.06.2015 13:02
      Highlight Highlight Ist tatsächlich gang und gäbe. Insbesondere auf Bauernhöfen.
    Weitere Antworten anzeigen

In diesen Kantonen zahlen alte Menschen am meisten für das Pflegeheim

Je nachdem wo Rentner ihren Lebensabend verbringen, müssen sie massiv tiefer in die Taschen greifen, um Betreuungs- und Pflegekosten zu bezahlen. Eine Studie zeigt, in welchen Kantonen die Kosten am höchsten sind.

Die Menschen in der Schweiz werden immer älter. Und immer mehr bedürfen Alte einer besonderen Betreuung und Pflege. Das kostet viel Geld und oft kann die Betreuung und Pflege nicht alleine mit dem Renteneinkommen finanziert werden.

In einer Studie hat die Fachhochschule Nordwestschweiz berechnet, wie sehr das Portemonnaie der Renterinnen und Rentner durch die Betreuungs- und Pflegekosten belastet wird. Je nach Einkommen und Betreuungs- und Pflegegrad unterscheiden sich die Ausgaben in den …

Artikel lesen
Link zum Artikel