Interview
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mohamed Wa Baile wischt sich weisse Farbe aus dem Gesicht, vor dem Bezirksgericht in Zuerich, am Montag, 7. November 2016. Wa Baile wiedersetzte sich einer Personenkontrolle am Hauptbahnhof Zuerich, weil er sich aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert fuehlte. Zum ersten Mal muss ein Schweizer Gericht darueber befinden, ob eine rassistische Personenkontrolle durch die Polizei das verfassungsrechtliche Verbot der Rassendiskriminierung verletzt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Mohamed Wa Baile wischt sich weisse Farbe aus dem Gesicht, nachdem er vor dem Bezirksgericht in Zürich gegen Racial Profiling demonstriert hat.  Bild: KEYSTONE

Den Begriff «Rasse» aus der Verfassung streichen? Darum ist das einfacher gesagt als getan

Während Frankreich den Begriff «Rasse» in der Verfassung tilgt, hält die Schweiz weiter daran fest. Michael Bischof von der Integrationsförderung der Stadt Zürich erklärt, warum eine Abkehr davon schwierig wäre.

17.07.18, 14:00 17.07.18, 22:41


In Frankreich gibt es offiziell keine Menschenrassen mehr. Vergangene Woche hat die Nationalversammlung entschieden, den Begriff aus der Verfassung zu kippen. Sie folgte damit Präsident Emmanuel Macron, der die Meinung vertritt, dass der Begriff «Rasse» veraltet sei.

Hiess es bisher im ersten Verfassungsartikel, Frankreich garantiere «allen Bürgern die Gleichheit vor dem Gesetz, unabhängig von ihrer Herkunft, Rasse oder Religion», lautet der Passus neu: «unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion». In der Schweiz taucht das R-Wort ebenfalls in der Verfassung auf. «Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache ...», lautet die Formulierung in Artikel 8.

Michael Bischof von der Integrationsförderung der Stadt Zürich erklärt im Interview, warum die Streichung des Begriffs verschiedene Probleme mit sich brächte.

Herr Bischof, Frankreich streicht den Begriff «Rasse» aus der Verfassung. Sollte die Schweiz nachziehen?
Michael Bischof:
Uff, das ist eine schwierige Diskussion. Denn aus biologischer Sicht ist es klar: Menschenrassen gibt es nicht. Allerdings existiert die «Rasse» als Rechtsbegriff: Um jemanden wegen Rassendiskriminierung verurteilen zu können, muss eine Richterin heute nachweisen, dass dem Opfer die Merkmale einer bestimmten «Rasse» zugeschrieben werden und dass die Tat damit in Verbindung stand.

«Es gibt Rassismus, aber keine Rassen.»

Die Befürchtung ist also: Wenn wir den «Rassen»-Begriff streichen, dann haben wir nichts mehr in der Hand gegen Rassisten?
So weit würde ich nicht gehen. Richtig ist, dass wir sagen: Es gibt Rassismus, aber keine Rassen. Die Erklärung dafür ist folgende: Rassen sind keine Voraussetzung für Rassismus, sondern eine Folge davon. Es handelt sich um Zuschreibungen, die vorgenommen werden.

Das klingt ziemlich paradox. Warum operieren moderne Rechtsstaaten mit einem Begriff, der wissenschaftlich gesehen längst überholt ist und überdies an düstere Kapitel der Geschichte erinnert?
Nun, einerseits gibt es zahlreiche internationale Abkommen, die sich auf den Begriff «Rasse» stützen. Andererseits wird der Begriff der «Rasse» im angelsächsischen Sprachraum ganz anders verwendet als bei uns. Dort ist er eine Kategorie, um soziale Ungleichheiten zu beschreiben, die mit Rassismus zu tun haben. Er wird deshalb teils in der amtlichen Statistik verwendet. Im deutschsprachigen Raum hingegen wird «Rasse» stark biologisch verstanden – darum auch die Assoziationen mit dem historischen Rassismus.

«Das wäre, wie wenn man den Begriff der sozialen Schichten abschaffen würde. Wie könnte man dann noch über Armut diskutieren?»

Es kann doch kein Ding der Unmöglichkeit sein, den verpönten Rassenbegriff zu tilgen und Rassismus trotzdem zu ahnden. Frankreich macht es ja vor.
Klar, möglich wäre das schon. Es gibt auch im deutschsprachigen Raum namhafte Forscher, die sich dafür aussprechen, rassistische Diskriminierung ohne den Rückgriff auf «Rasse» zu definieren. Also den Fokus von den Merkmalen wegzunehmen und auf die rassistischen Ungleichbehandlungen zu lenken. Der Verzicht auf den Rassenbegriff war bereits an der Welt-Konferenz gegen Rassismus in Durban 2001 ein Thema. Insbesondere afrikanische und karibische Staaten bekämpften die Änderung jedoch.

Warum denn das?
Die Zugehörigkeit zu einer «Rasse» – im angelsächsischen Sinn – kann emanzipatorischen Bewegungen bei der Mobilisierung helfen. Manche Organisationen sagten damals sinngemäss: Wenn ihr diesen Begriff streicht, entzieht ihr die Grundlage für unseren Kampf. Das wäre, wie wenn man den Begriff der sozialen Schichten abschaffen würde. Wie könnte man dann noch über Armut diskutieren?

«Buchverlage durften noch in den 80er-Jahren ungestraft Literatur verbreiten, die die Naziverbrechen relativierte. Das ist heute zum Glück nicht mehr möglich.»

Darauf spielt auch eine französische Kolumnistin an, die den Entscheid der Nationalversammlung in der Washington Post kommentiert hat. Sie nennt das Beispiel des Racial Profiling: Schwarze und Araber würden in Frankreich rund 20-mal häufiger von der Polizei kontrolliert als Weisse. Es brauche Statistiken, um solche Vorgänge überhaupt anzuprangern.
Auch das ist eine Diskussion, die die Fachwelt schon länger beschäftigt. In den USA ist es ganz normal, dass Statistiken beispielsweise darüber Aufschluss geben, wie sich Angehörige bestimmter «Rassen» auf dem Wohnungsmarkt verhalten. In der Schweiz wäre es gar nicht erlaubt, diese Informationen zu sammeln. Es gibt in unseren Breitengraden Forscherinnen und NGOs, die sich auf den Standpunkt stellen, dass solche Daten nötig sind, um Ungleichheit objektiv festzustellen und zu bekämpfen. Natürlich unter strengen Datenschutzbestimmungen und unter Einbezug der betroffenen Gruppen.

Seit 1995 gilt in der Schweiz die Rassismus-Strafnorm. Seither gab es über 500 Schuldsprüche wegen Rassendiskriminierung. Hat die Einführung des Gesetzes aus Ihrer Sicht etwas gebracht?
Es war dringend nötig, dass die Schweiz damals dieses Abkommen unterzeichnet hat. Krasse Fälle von Rassismus und Antisemitismus konnten davor teilweise nicht geahndet werden. Buchverlage durften noch in den 80er-Jahren ungestraft Literatur verbreiten, die die Naziverbrechen relativierte. Das ist heute zum Glück nicht mehr möglich. Die Schwelle für eine Verurteilung bleibt aber hoch.

Unlängst wurden zwei Mitglieder der Jungen SVP per Strafbefehl verurteilt, weil sie ausländische Fahrende auf Wahlplakaten verunglimpft hatten. SVP-Politiker Erich Hess, der im Berner Stadtparlament von dealenden «Negern» gesprochen hatte, wurde hingegen freigesprochen. Für Laien ist es oft nur schwer nachvollziehbar, warum gewisse Äusserungen strafbar sind und andere nicht. Entsprechend wird immer wieder Kritik am Antirassismusgesetz laut.
In unserem Rechtssystem müssen Urteile im Einzelfall immer verhältnismässig sein. Meistens wenn ein Urteil öffentlich diskutiert wird, kennen wir aber nicht alle Erwägungen des Gerichts. Dass viele Medien ihre Gerichtsberichterstattung zurückgefahren haben, ist dabei auch wenig hilfreich. Ich bin jedoch ebenfalls der Meinung, dass das Gesetz Schwachstellen aufweist: Gegen Alltagsrassismus kann es rein gar nichts ausrichten.

«Nach meiner Information ist Herr Xhaka ja nicht einmal Doppelbürger. Das sagt eigentlich schon ziemlich viel darüber aus, wie wir Zuschreibungen vornehmen.»

Was verstehen Sie unter Alltagsrassismus?
Eine fremdsprachige Person bewirbt sich um eine Wohnung und der Vermieter sagt, das Objekt sei schon vergeben. Danach ruft die schweizerdeutsch sprechende Kollegin an und bekommt sofort einen Besichtigungstermin. Diese Art von Rassismus ist gemäss unserer Erfahrung am weitesten verbreitet. Der Rechtsschutz in der Schweiz ist diesbezüglich lückenhaft. Verschiedene internationale Beobachtungsgremien haben die Schweiz schon gerügt deswegen.

Eine weitere Baustelle sind die sozialen Medien: Dort sind rassistische Äusserung weit verbreitet, oft erfolgen sie anonym. Soll der Schweizer Gesetzgeber darauf reagieren?
Die Grenze des Sagbaren hat sich mit dem Siegeszug der sozialen Medien verschoben. Manche Leute suchen nicht einmal mehr den Schutz der Anonymität, sondern setzen unter ihrem Klarnamen Posts ab, die an Aggressivität kaum zu überbieten sind. Es wäre sicher falsch, darauf zu vertrauen, dass sich die sozialen Medien selber regulieren.

Zum Schluss noch etwas anderes: Was halten Sie eigentlich von der Kontroverse um die Doppelbürger in der Schweizer Nati?
Nach meiner Information ist Herr Xhaka ja nicht einmal Doppelbürger. Das sagt eigentlich schon ziemlich viel darüber aus, wie wir Zuschreibungen vornehmen.

«Wenn noch einer ‹Schlitzauge› zu mir sagt ...»

Video: watson/Bunni Khun, Emily Engkent

Der Kampf für die gute Sache: Diese 11 Kampagnen werden dich nachdenklich stimmen

Das könnte dich auch interessieren:

Scheidungen sind out – und das hat seine Gründe

18 lustige Fails, die dich alles um dich herum vergessen lassen

Hipster-Bärte bedrohen die Rasierklingen-Industrie

Nach Rausschmiss von «Guardians of the Galaxy»-Regisseur: Darsteller droht Disney

Wie das Geschwür am Hintern des Sonnenkönigs zum Trend wurde

Die 8 grössten Kraftwerke zeigen das riesige Potential von erneuerbaren Energien

Blutgräfin Báthory, die ungarische Serienmörderin

So viel Geld macht Ferrari pro Auto – und so viel legt Tesla drauf

Wie die Migros das Label-Chaos beseitigen will – und dafür kritisiert wird

Bauern wie zu Gotthelfs Zeiten? Per Initiative ins landwirtschaftliche Idyll

So (böse) freuen sich Eltern, dass die Kinder wieder in die Schule müssen

Die Frau, die weltbekannt wurde, ohne es zu wissen

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

In Liverpool muss Schnäppchen-Shaqiri beweisen, dass er der Königstransfer ist

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Bruthitze und Megadürre –  Die Katastrophe von 1540 war schlimmer als der Hitzesommer 2003

«Ich habe keine devote Ausstrahlung»: Tonia Maria Zindel über MeToo, Tod und Rätoromanisch

«Die Frage ist nur noch: Wann haben wir die Schmerzgrenze erreicht?»

Aufgepasst, Männer! So vermeidet ihr «mansplaining»

Ronaldo verzückt die neuen Teamkollegen: «Es ist gar nicht möglich, mit ihm mitzuhalten»

Die Erde ist bei Google Maps keine flache Scheibe mehr – das ist wichtiger, als du denkst

Endlich «Weltklasse»: Wie Schalkes Max Meyer bei Crystal Palace statt Barça landete

7 Mehrtageswanderungen, die sich richtig lohnen 

präsentiert von
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

38
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dding 18.07.2018 15:04
    Highlight Hi Hi... ich wäre dann noch dafür, die Begriffe:
    Ausländer, Migranten, Schwarze (gibt es nicht) Farbige, Secondos, Minderheiten, Roma, Homosexuelle auch abzuschaffen.

    Damit wir dann wenigstens in der Sprache alle genau gleich sind.

    Vielleicht glaubt man es selbst ein bisschen eher.

    Und, ach ja... Orwell winkt wieder mal und grüsst alle Fanatikerinnen.
    5 1 Melden
  • John Carter 18.07.2018 12:14
    Highlight Interessant ist das es diese Probleme weltweit gibt. Es scheint nun mal so, dass die verschiedenen Kulturen sich nicht gerne mischen. Man bleibt lieber unter sich. Das läuft in Afrika, Amerika, Südamerika, einfach überall gleich ab.

    Nur die Medien + die Linken sehen in allen die nicht so denken, Rassisten und Nazis.

    Dabei ist es eigentlich logisch, dass wenn man zu heftig mischt, dass es dann Probleme gibt; weil die Kultur, die Erziehung, die Art und Weise zu leben anders ist.

    Trotzdem will man alles mischen + wer nicht einverstanden ist, ist dann per se ein Rassist.

    Schöne neue Welt!
    3 3 Melden
  • Edel Weiss 18.07.2018 12:12
    Highlight So viel zur Rasse 🤔
    1 0 Melden
  • genderfluide ananas|fairtrade 17.07.2018 22:25
    Highlight Mensch=Mensch
    Hund=Hund
    Katze=Katze
    Nur komisch, dass es bei den Katzen Rassen gibt wie
    -British Kurzhaar
    -British Fold
    -Perser
    -Bengal
    -Europäische Wildkatze
    und alle sehen gleich aus und haben das gleiche Wesen.


    Heute habe ich einen Zwergpinscher gesehen der optisch und körperlich ausgesehen hat wie ein Neufundländer.

    Guten Abend
    20 15 Melden
    • Liselote Meier 18.07.2018 11:24
      Highlight Katzen werden auch gezüchtet daher gibt es verschiedene Rassen. Ist nicht das selbe wie genetische Variation im Zuge der Evolution.

      3 2 Melden
    • genderfluide ananas|fairtrade 18.07.2018 20:57
      Highlight @Liselote Meier
      Ja,Ja und Löwen,Tiger und Leoparden wurden auch gezüchtet.
      1 2 Melden
  • stamm 17.07.2018 19:16
    Highlight Warum schreien alle nach Rassismus? Warum wird Herr Mahamed Wa Baile oft von der Polizei kontrolliert? Weil es ganz einfach so ist, dass dunkelhäutige Männer doppelt soviel straffällig sind wie Andere. Ist so und gibt es nichts zu diskutieren! Warum setzt der Herr nicht alles daran, dass sich das ändert? Workshops, Treffpunkte, Vorträge oder weiss ich was. Den Straffälligen muss mitgeteilt werden, wie die Gesetze in der Schweiz sind! Aber wir doofen Schweizer ändern unsere Gesetze noch, damit mögliche Täter geschützt werden. Wenn die Polizei jemanden kontrolliert, hat er sich auszuweisen!
    50 22 Melden
  • Sepp1212 17.07.2018 14:27
    Highlight Kann mir jemand die "verschiedenen menschlichen Rassen" nennen? Alle Menschen sind gleich und kommen und gehen alle ihren menschlichen Wege auf dieser Erde. Ich plädiere das Unwort Rassismus durch Ethnologissmus zu ersetzen.
    36 168 Melden
    • Armend Shala 17.07.2018 14:51
      Highlight Nein die Menschen sind eben nicht gleich. Es gibt verschiedene Hautfarben, tausende Sprachen, verschiedene Kulturen, verschiedene Religionen.
      171 24 Melden
    • Troll Watson 17.07.2018 14:59
      Highlight Es spiet doch am Ende keine Rolle welche Hautfarbe wir besitzen.
      Ob gelb, ob braun oder normal.
      ...
      </troll>
      59 60 Melden
    • karl_e 17.07.2018 14:59
      Highlight Man kann alles übertreiben ...
      75 12 Melden
    • Sepp1212 17.07.2018 15:03
      Highlight Dieses nationalistische und menschendividierende Denken ist doch laut linker Indoktrin nicht mehr gesellschaftsfähig im 21. Jahrhundert?
      23 61 Melden
    • Padawan 17.07.2018 15:05
      Highlight Ich dachte jemand der an die verschiedenen menschenrassen glaube sei bereits ein rassist? Und dass von da diese bezeichnung komme? 🤔
      51 25 Melden
    • LibConTheo 17.07.2018 15:09
      Highlight Soweit ich weiss, ist der Begriff "Rasse" im Bezug auf die menschliche Existenzform nicht mehr als ein Synonym für "Ethnie".
      67 6 Melden
    • T13 17.07.2018 15:13
      Highlight Das sind aber keine Rassenunterschiede.
      15 8 Melden
    • Nikolai G. 17.07.2018 15:33
      Highlight Ja man kann es so betrachten wie bei der Katze oder dem Hund. Alle sind Hund oder Katze mit verschiedenen Unterschieden wie Fellfarbe, Grösse, usw. Dies ist beim Menschen ja auch so, es gibt verschiedene Merkmale (Hautfarbe, Augen, Haare, usw.) die sich regionalisieren lassen oder die Herkunft nachweisen lässt. Völkerwanderung mal augeschlossen. Der Begriff ist einfach veraltet und Ethnie wäre besser
      50 12 Melden
    • Heinz Schmid 17.07.2018 15:39
      Highlight Rassismus basiert auf der Rassentheorie, welche mehr als überholt ist. Da gleiches auch für Rassismus gilt, finde ich den Begriff ziemlich treffend
      21 20 Melden
    • Lowend 17.07.2018 15:48
      Highlight Für mich klingt der Kommentar eher danach, dass Sepp1212, wie andere « Ethnologisten» wie er sie dann wohl nennen würde, eher ein Problem mit der Rassismus-Strafnorm, als mit dem üblen Begriff «Rasse» hat?

      Aber genau da nützt ihm seine Umdeutung leider gar nichts, denn im Artikel 261bis StGB steht explizit auch die Ethnie:

      «Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft, [...] wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus-Strafnorm
      18 29 Melden
    • Donkariou 17.07.2018 15:50
      Highlight @Padawan, entschuldigung, bin ausversehen auf den blitz gekommen
      7 19 Melden
    • Sepp1212 17.07.2018 16:23
      Highlight Lowend - Ist es nicht vielmehr so, dass der Begriff Rassismus sehr gerne von Klientel wie Ihnen dazu verwendet wird, unliebsame Mitbürger in ihrer freien Denk- und Meinungsäusserung zu denunzieren?
      45 30 Melden
    • Stibbs 17.07.2018 17:07
      Highlight Die Menschen sind in der Tat nicht gleich: Die einen sind intelligent, die anderen dumm, die einen sind reich, die anderen arm. Die einen hocken in der warmen Stube und diskutieren darüber, ob man die anderen im Mittelmeer einfach ertrinken lassen soll oder doch vielleicht besser nicht.
      6 16 Melden
    • Heinz Schmid 17.07.2018 17:20
      Highlight @Sepp1212 Nein, aber dies hier ist die frei-erfundene Opferrolle die Ihr als Legitimation für eure "Ich will einfach weniger Ausländer"-Mentalität heranzieht. Zumal Immigranten die Produktivität, Lohnniveau, und sozialen Institutionen aufwerten, wie x-fach empirisch bewiesen.
      Schreibt die SVP aber von Sozialschmarotzern, fühlt sich der xenophobe Superschweizer aber sofort bedroht.
      7 14 Melden
    • Ueli der Knecht 17.07.2018 17:30
      Highlight Armend: Wenn man beginnt, zu behaupten,

      • Menschen einer gewissen Hautfarbe seien nicht gleich wie Andersfarbige, oder

      • eine Sprache oder Gruppe von Sprachen sei besser als die anderen, oder

      • eIne Kultur sei Leitkultur und stehe daher über anderen Kulturen, oder

      • die eigene Religion sei richtiger als alle anderen,

      dann wären tatsächlich nicht alle Menschen gleich. Dann wäre man schlicht ein Rassist.

      Alle Hautfarben, Sprachen, Kulturen und Religionen sind gleich. Alle Menschen haben eine Hautfarbe, sprechen Sprachen, leben ihre Kultur und ihre Religion.

      Alle Menschen sind gleich.
      11 15 Melden
    • Lowend 17.07.2018 17:58
      Highlight Der Sepp gehört wohl lieber zu der Klientel, die «unliebsame Mitbürger (wie mich) in ihrer freien Denk- und Meinungsäusserung» denunziert?

      Das zugehörige Beispiel liefern Sie gerade.

      Aber wie heisst es in den meisten Kommentaren der selbsternannten Nicht-Rassisten, Nicht-Nazis und Nicht-Faschisten so schön: «Ich bin ja kein Rassist (Nazi, Faschist usw.), aber [...] und dass wird man ja noch sagen dürfen!»
      7 15 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 17.07.2018 18:20
      Highlight Sepp1212
      > Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.

      Also du bist einer, der diese Gesinnung hat, aber gelernt hat, gewisse Wörter zu meiden.
      3 5 Melden
    • Heinz Nacht 17.07.2018 18:54
      Highlight Wieder mal einer, der MeinungsÄUSSERUNGSfreiheit (so heisst dieses Menschenrecht eigentlich korrekt) fälschlicherweise so interpretiert, dass er seine Scheissmeinung (ja, ich habe es wieder geschrieben) unwidersprochen rausplärren darf. So ist es eben nicht. Du darfst deine Meinung (innerhalb sehr weit gesteckter Grenzen) durchaus äussern. Andere dürfen dieser dann aber auch widersprechen (nach dir "denunzieren") und deine Meinung kacke finden. Aber da geht dann natürlich das grosse neymaren los...
      10 4 Melden
    • Namenloses Elend 17.07.2018 18:55
      Highlight Wir sind übrigens Kaukasischer Rassenherkunft. Zumindest politisch unkorrekt gesehen. Es geht nämlich nicht nur um die Hautfarbe, sondern in erster Linie um die Kopfform. Wikipedia sagt:
      Sammelbezeichnung für die ursprünglichen Bewohner Europas, Nordafrikas, des Horns von Afrika, Vorder- und Teilen Zentral- und Südasiens sowie deren Abkömmlinge. Also sehr weitläufig. Das ganze hat einfach einen faden Nachgeschmack, weil diese Forschung von den Nazis betrieben wurden. Und hier liegt der Hund begraben, auch wenn ich das eig. Ein spannendes Thema finde.
      8 0 Melden
    • LibConTheo 18.07.2018 07:33
      Highlight @Heinz Schmid:

      Haben Sie eine Quelle zum empirischen Beweis, dass Migration die Produktivität im eigenen Land steigern sollte?
      9 1 Melden
    • Nikolai G. 18.07.2018 08:01
      Highlight @Ueli der Knecht
      Nein nicht alle Hautfarben sind gleich. Sonst gäbe es keine verschiedenen Farben. Auch sind nicht alle Sprachen, Kulturen und Religionen gleich. Sonst gäbe es nur eine. Sie müssen und sind gleichgestellt aber nicht gleich. Das schöne an der Menschheit ist ja das wir nicht gleich sind, sondern unterschiede haben. Es würde sonst in jeder Stadt jedem Dorf gleich aussehen und alle Menschen sehen alle gleich aus. Eine sehr langweilige Vorstellung.
      11 1 Melden
    • Sepp1212 18.07.2018 09:11
      Highlight Lowend

      Weshalb sollte ich mich mich Aussagen, wie "Ich bin ja kein Rassist aber" für irgendetwas rechtfertigen? Natürlich habe ich mir im Laufe meines Lebens eine gefestigte Meinung gebildet. Diese zu leben, gewähre ich jedem Menschen, wie ich es auch gegenüber meiner Person erwarte. Dass alle Menschen deine Meinung teilen, ist eine nicht minder untertitelte Utopie, strotzt vor nicht vorhandenem Verständnis für andere Menschen und einem Weltbild, das wohl verbohrter als das jedes Bünzli ist.
      8 5 Melden
    • Heinz Schmid 18.07.2018 13:33
      Highlight @LibConTheo klar, etwa:
      George Sheldon: Effekte der Personenfreizügigkeit auf die wirtschaftliche
      Entwicklung der Schweiz,
      Alpaslan Akay u. a.: The Impact of Immigration on the Well-Being of Natives (2012),
      Christoph Basten u. a.: Do immigrants take or create residents' jobs? (2011).
      Ian Goldin and Geoffrey Cameron: Why more migration makes sense
      0 4 Melden
    • dding 18.07.2018 15:16
      Highlight Und selbstverständlich gibt es eine Leitkultur.
      Nämlich diejenigen, die sich im jeweiligen Land, während den letzten paar hundert Jahren herauskristallisiert hat.

      Un diejenige, die im entsprechenden Land auch hauptsächlich gelebt wird.

      Leitkultur zu definieren, wird mit zunehmender und massloser Migration immer wichtiger.
      6 5 Melden
    • Ueli der Knecht 18.07.2018 16:26
      Highlight Nur Kulturrassisten glauben an diese Theorie, dding.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus_ohne_Rassen

      Du ignorierst die Tatsachen,

      • dass sich "die im entsprechenden Land auch hauptsächlich gelebte" Kultur auch nur ein Mischmasch ist von über die Jahrhunderte herbeigewanderten vielfälitigen Kulturen ist,

      • dass es auch lokal nicht DIE EINE Leitkultur, sondern stets mehrere Kulturen gibt, sowie

      • dass diese lokale Kulturen stets im Wandel begriffen und daher auch auf äussere Einflüsse angewiesen sind.

      Kulturen,die sich nicht anpassen können, sind längerfrist tot und gehen unter.
      5 5 Melden
    • Rabbi Jussuf 19.07.2018 16:49
      Highlight Heinz Schmid
      Jede Wette, deine Studien beziehen sich nur auf kontrollierte Immigration, ganz sicher nicht auf die Zustände und Prozesse, die sich momentan in Europa abspielen.
      Denn es braucht keine Studien um zu sehen, dass das i keiner Weise gut gehen kann - schon gar nicht wirtschaftlich.
      5 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 19.07.2018 16:54
      Highlight Ueli
      Jede Kultur ist längerfristig tot.
      Mit einer kontrollierten Immigration jedoch lässt sich dieser Tod noch einiges hinaus schieben.
      Aber ganz sicher nicht mit "open boarders" und ähnlichem Quatsch. Und durch eine Massenimmigration aus islamischen Ländern, wie sie seit einigen Jahren stattfindet, beschleunigt sich der Sterbeprozess rapide. Man käme nicht einmal dazu diese gewesene Kultur einzubalsamieren.
      5 3 Melden

Warum die Linke zu Unrecht des «Blocherismus» angeklagt wird

Der Kampf der Gewerkschaften und der SP gegen die Aufweichung der flankierenden Massnahmen ist moralisch und wirtschaftlich gerechtfertigt. Punkt.

«Seit der Finanzkrise sprechen alle von der Ungleichheit – aber niemand unternimmt etwas dagegen», seufzte einst der Ökonom Branko Milanovic in einem Interview mit watson. Er gehört zu den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Einkommensverteilung. Seine legendäre «Elefantengrafik» hat aufgezeigt, wie der Mittelstand der entwickelten Länder unter der Globalisierung gelitten hat.

Milanovic ist nicht der einzige, der vor der wachsenden Ungleichheit warnt. Heerscharen von Ökonomen …

Artikel lesen