Interview
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Untouchable Harvey Weinstein

Gwyneth Paltrow, Harvey Weinstein und Cameron Diaz: Wenn vor der Kamera weit mehr als nur das Gegenteil von hinter den Kulissen ist. Bild: Ascot Elite

Interview

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Ich wollte noch nie während eines Interviews in Tränen ausbrechen. Bis jetzt, im Gespräch mit der britischen Regisseurin Ursula Macfarlane über ihren Harvey-Weinstein-Dokfilm «Untouchable».



Harvey Weinsteins Kernzitat lautet: «I'm glad I'm the fucking sheriff of this shit ass fucking town.» Zum Glück bin ich der Sheriff dieser beschissenen Scheissstadt. Also von Los Angeles. So lange er dort als visionärer Produzent die Filmindustrie regierte, machte er seine Gesetze selbst. Nahm sich, was und wen er wollte. Sorgte mit einem bedrohlichen Mafia-System dafür, das jahrelang niemand gegen ihn vorging, auch die Medien nicht. Und missbrauchte unzählige hoffnungsvolle junge Frauen. Bis im Herbst 2017 durch zwei Aufsehen erregende Recherchen im «New Yorker» und in der «New York Times» alles aufflog und MeToo in Hollywood Einzug hielt.

Ursula Macfarlane hält in ihrem scheinbar unspektakulären, im Nachhall jedoch äusserts schmerzhaften Film eine Lupe auf mehrere Jahrzehnte der Weinstein-Diktatur. Ich traf sie während des Zurich Film Festivals, es war ein ausnehmend schöner, lieblicher Sonntagnachmittag. Unser Gesprächsthema war es nicht.

Sie arbeiten seit gut zwanzig Jahren als Filmemacherin. Was wussten Sie vor den MeToo-Enthüllungen im Herbst 2017 über Harvey Weinstein?
Ursula Macfarlane: Ich wusste, dass er ungehobelt, aggressiv und sehr laut war. Einer, der sich für den Sheriff hält. Eine Freundin von mir, eine Übersetzerin, war bei einem Treffen von ihm und dem italienischen Regisseur Nanni Moretti in London dabei. Sie sassen im Sitzungszimmer eines Hotels, Harvey bestellte Sushi aus einem richtig teuren Restaurant, nahm einen Bissen, sagte: «Oh, this is fucking shit!» Und spie den Bissen mitten auf den Tisch.

Trailer «Untouchable»

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Video: YouTube/Hulu

In Ihrem Film hören wir, wie Weinstein auf einer Aufnahme sagt: «Das ist normal. Alle machen das.» Also, Frauen zu bedrängen.
Als MeToo geschah, war ich nicht überrascht, aber geschockt. Ich meine, wir kennen alle den Mythos «Casting-Couch», den gibt es seit Jahrzehnten. Schauspielerinnen schlafen mit Produzenten oder Regisseuren für einen Job. Wir bildeten uns ein, dass die Casting-Couch einvernehmlich geschah. Beide Seiten hatten etwas davon. Es gehörte irgendwie dazu. Seit MeToo wissen wir, dass viele dieser Frauen gezwungen, ja regelrecht angegriffen wurden.

Bei Weinstein geschah dies mit einem sadistischen System.
Er suchte sich gezielt schwache, unsichere Frauen aus, die er mit aller Macht zu zerstören versuchte. Eine seiner grössten Waffen war Gwyneth Paltrow. Er prahlte bei jeder möglichen Gelegenheit damit, dass er mehrfach mit ihr Sex gehabt habe, und machte sich damit junge Frauen gefügig. In Wirklichkeit hat er sie einmal attackiert, sie rannte davon und Brad Pitt drohte ihm.

ZURICH, SWITZERLAND - SEPTEMBER 29:  Ursula Macfarlane attends the

Ursula Macfarlane vor wenigen Wochen in Zürich. Bild: Getty Images Europe

Wieso wollten Sie überhaupt einen Film über ihn machen? Wieso wollten Sie so viel Zeit mit ihm verbringen?
Mir wurde dies als Auftrag angeboten und ich zögerte keine Sekunde. Für mich als Frau und als Mensch ist dies eine der wichtigsten Geschichten unserer Zeit. Ich redete mit meiner Familie, meinen Freunden, und jede Frau – auch ein paar Männer – hatten solche Geschichten in verschiedenen Schattierungen erlebt. Vielleicht nicht gerade Vergewaltigung, aber sexuelle Belästigung und Sexismus. Plötzlich wurde der Stoff zu meiner Geschichte, zu der meiner Schwester, zu der meiner Freundinnen. Wir teilen das alles.

War es sehr schwierig, die Betroffenen vor die Kamera zu kriegen?
Es brauchte viel Feingefühl. Einige fanden wir, weil sie irgendwo kleine Interviews gegeben hatten, andere über Empfehlungen von Dritten. Ich redete viel mit ihnen, skypte, wir mussten in erster Linie Vertrauen schaffen. Natürlich half es da, dass die BBC mit an Bord war und nicht irgendein Boulevardformat. Es war ein sehr diffiziler Prozess: Wir redeten und redeten, es war traurig und verstörend, irgendwann fragte ich: «Bist du jetzt bereit, vor die Kamera zu treten?»

Und dann erzählten sie, wie sie erniedrigt oder gar vergewaltigt wurden.
Eine hatte ihrem Mann nichts davon erzählt. Eine andere, die Weinstein vor gut vierzig Jahren kennen lernte, hatte seit vierzig Jahren nicht darüber gesprochen. Sie waren beschämt und traumatisiert. Und jetzt waren sie bereit, vor einer Kamera zu reden. Wir bauten einen kleinen Raum, in dem sie nur mir und der Kamera gegenüber sassen, alle anderen befanden sich hinter schwarzen Vorhängen. Ich hoffte, dass sie sich entspannen konnten, aber es war trotzdem erneut traumatisch.

Am Ende hatten Sie Berge von sensiblem Material gesammelt.
Mit dem wir sehr vorsichtig umgehen mussten, nichts durfte geleaked werden, auch aus juristischen Gründen. Alle unsere Dokumente waren mehrfach passwortverschlüsselt, wir benutzten immer neue Telefonnummern und Kommunikationsplattformen.

Die Schauspielerin Nannette Klatt erzählt, wie er verlangte, dass sie ihm ihre Brüste zeige. Sie weigert sich und rennt davon. Er hat das ganze Stockwerk verriegeln lassen. Ihr einziger Ausweg ist ein stockdunkles Treppenhaus. Nannette Klatt ist nachtblind, sie sieht bei Dunkelheit nichts. Dass sie sich während der Flucht nicht das Genick bricht, ist ein Wunder.

Untouchable Harvey Weinstein

Weinstein und Paz de la Huerta, ca. 2011 während ihrer Zeit bei der Serie «Boardwalk Empire». Der öffentliche Auftritt als Behauptung und Performance. Bild: Ascot Elite

Am meisten erschüttert hat mich Paz de la Huerta. Sie beschreibt ja nicht nur, sie analysiert auch. Als würde sie über sich selbst schweben. Was es noch trauriger macht. Als hätte Weinsteins sie ganz existenziell gebrochen.
Ja, das sehe ich auch so. Ihre Geschichte ist irrsinnig traurig. Sie ist sehr zerbrechlich und es gibt noch mehr in ihrem Leben, was schief läuft. Aber sie hatte im Grunde eine gute Karriere, sie arbeitete in «Boardwalk Empire» – und kurz darauf wurde sie vergewaltigt.

Von Weinstein.
Ja.​

Also nach «Boardwalk Empire»?
Nein, während. Und dann ist sie ausgestiegen.

Wegen der Vergewaltigung?
Ja. Weil sie deshalb zur Alkoholikerin wurde. Was sie noch verletzlicher machte. Sie konnte damit überhaupt nicht umgehen. Und dann vergewaltigte er sie wieder.

Weinstein. Zwei Mal?
Zwei Mal.

Im Film ist «nur» von einem Mal die Rede.
Im Film durften wir aus juristischen Gründen erst über das erste Mal sprechen. Es gibt heute ja diese Tendenz, den Opfern die Schuld zu geben. Weil sie vielleicht schwach sind, weil sie nicht gesellschaftskonformes Verhalten zeigen, weil sie trinken oder Drogen nehmen und man sie deswegen als instabil abstempelt. Natürlich sind sie instabil! Sie sind ja vollkommen traumatisiert!

«Du hast ein glückliches Gesicht gemacht. Aber innerlich stirbst du. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Sexualität wieder zurückgewinnen musste, also wollte ich Fotos machen, auf denen ich mich schön fühle. Ich wollte es rückgängig machen. Ich wollte mich wieder begehrenswert fühlen», sagt Paz de la Huerta.

Paz de la Huerta arrives at The Art Of Elysium Heaven Gala at Hangar 8 on Saturday, Jan. 10, 2015 in Santa Monica, CA. (Photo by Omar Vega/Invision/AP)

Paz de la Huerta 2015. Eine gezeichnete Frau. Bild: Omar Vega/Invision/AP/Invision

Was ich vor Ihrem Film nicht wusste, war, welche ungeheuren Aufwand Weinstein im Vorfeld der Enthüllungen im «New Yorker» und in der «New York Times» betrieb, um die Frauen, die gegen ihn aussagten, in der Öffentlichkeit noch mehr zu diskreditieren. Dass er dafür mit ehemaligen Mossad-Agenten zusammenarbeitete, gezielt Gerüchte lancierte, sie ausspionierte. Und alles, um den Skandal zu vermeiden.
Ich wundere mich, dass er in dieser Zeit überhaupt irgendeine Art von Arbeit zustande brachte. Er brauchte diese Taktik ja auch Journalisten gegenüber, er setzte mehrere Spione auf Rose McGowan und Rosanna Arquette an. Man muss sich das vorstellen: Da hat man schon das Trauma des Angriffs hinter sich und erfährt dann, dass einem der gleiche Mann auch noch Spione auf den Hals hetzt. Ich hätte an ihrer Stelle das Haus nicht mehr verlassen, ich wäre so terrorisiert gewesen.

Welchen neuen Aspekt wollten Sie mit Ihrem Film eigentlich in die Debatte bringen?
Wir wollten so viel wie möglich über die Komplizenschaft erzählen. Was ungeheuer schwierig war. Wir fanden fast niemanden, der sagen wollte: Ja, ich habe es gewusst, ich habe weggesehen, ich bin mitschuldig.

Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Hätten wir mehr Zeit gehabt, so hätten wir sicher mehr Leute dazu bringen können, Agenten, Anwälte, Mitarbeiter. Das Problem ist, dass diese zwar in der «New York Times» zitiert werden konnten, weil man im Print mit anonymen Quellen arbeiten darf, aber vor einer Kamera ist man nicht anonym. Die Leute hatten Angst. Weinstein hatte ein gut funktionierendes Mafia-System aufgebaut.

Untouchable Harvey Weinstein

Und noch ein «happy face» an Weinsteins Seite: Rose McGowan, die als eine der Ersten gegen ihn aussagte. Bild: Ascot Elite

Weinsteins Ex-Assistentin Zelda Perkins erzählt, wie sie ihren Boss massieren musste. Wie er in seinem Hotelzimmer nackt telefonierte. Und wie er nicht sie, aber ihre Freundin vergewaltigte. Beiden Frauen gab er je 250'000 Dollar Schweigegeld. Gegen eine Geheimhaltungsvertrag. Hätten sie auf die Idee kommen sollen, mit einem Therapeuten über das Geschehene sprechen zu wollen, so hätte auch dieser einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnen müssen. Und so weiter.

Er und ein paar andere sind gefallen. Was ist Ihre Hoffnung?
Dass sich Leute den Film anschauen und sich sagen: Okay, das ist nicht nur Hollywood, das ist eine universelle Geschichte. Dass sie sich in ihren Familien, Freundeskreisen und Firmen umsehen und aufstehen, wenn eine Unrecht geschieht. Ich bin mir sicher, dass es durch den Fall von Weinstein einfacher geworden ist, darüber zu reden.

Trump, der Mächtigste von allen, sitzt immer noch im Weissen Haus.
Trump macht mich irrsinnig wütend. Es gab Frauen, die langsam bereit waren, gegen ihn auszusagen, das weiss ich. Und dann sind sie wieder verstummt, wurden mundtot gemacht. Was ist die Botschaft von Trump im Weissen Haus? Dass du alles tun kannst und damit durchkommst! Und was ich am wenigsten verstehe, sind all die Frauen, die ihn gewählt haben.

«Untouchable» läuft ab 17. Oktober im Kino.

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    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 15.10.2019 15:21
    Highlight Highlight Ihr müsst den Weinstein auch ein bisschen verstehen. Mit diesem herzigen Gesichtlein hat er wohl keine freiwilligen Sexpartnerinnen finden können.
    • Mügäli 15.10.2019 17:34
      Highlight Highlight @karl_e - was soll man verstehen, dass er x- Frauen vergewaltigt hat? Muss ich Ihren Kommentar so verstehen, dass man mit Männer welche keine freiwilligen Sexpartnerinnen ‚finden‘ Verständnis haben soll, dass sie sich halt unfreiwillgen Sex nehmen? Ich denke mal Ihre Zeilen sollen ‚lustig‘ rüberkommen allerdings finde ich in diesem Kontext nichts lustig, sorry ..
    • karl_e 15.10.2019 19:42
      Highlight Highlight Mügäli: Ironie off. Hab ich ganz vergessen.
    • karl_e 15.10.2019 19:53
      Highlight Highlight Uebrigens, Mügäli, lies mal den "Fabian" von Erich Kästner, 1931, ein Roman, der mich im zarten Jugendalter sehr schockiert hat. Schon damals erpressten die Mächtigen des Showbiz die Frauen mit Sex und nichts hat sich geändert, wobei ich gewis nicht der Ansicht bin, dass das irgendwie zu rechtfertigen wäre. Deshalb ist es wirklich an der Zeit, dass sich die Betroffenen wehren. (Weinstein ist übrigens kaum der einzige)
  • Nixnutz 15.10.2019 09:36
    Highlight Highlight So unter dem Motto: Männer , und zwar alle, ausnahmslos, sind Schweine. Bei der Diskussion in Frankreich ist es selbstverständlich, dass manche Frauen Sex als Mittel einsetzen um ihre Ziele zu verfolgen. Beim System „Hollywood“ ist es im Grunde genommen zwingend dass solche Typen auftreten: Sie nutzen die - zu einem gewissen Grade - naiven Träumereien von Frauen aus, welche sich die grosse Karriere als Filmdiva erhoffen. Dieses Machtgefälle führt überall zu Auswüchsen... nur - und da kann ich der Diskussion etwas abgewinnen- sind es halt vielfach Männer, die solche Machtpositionen innehaben!
    • WordsOfNaia 15.10.2019 11:59
      Highlight Highlight Nur geht’s hier nicht um Träumereien und Frauen die sich aufgrund gegenseitigem Einverständnis «Hochschlafen», sondern um Vergewaltigung.
    • Shura 15.10.2019 13:12
      Highlight Highlight Hä? Ich verstehe nicht ganz, worauf du mit deiner Aussage hinauswillst?
    • Citation Needed 15.10.2019 13:19
      Highlight Highlight Alles ganz normal also? Sicher nicht!
      Es sagt niemand, alle Männer seien Schweine. Auch sonst hast Du Weinsteins System nicht begriffen. Oscar-Gewinnerin Paltrow war keine naive Träumerin, sie hatte Glück und Unterstützung. Die meisten, die sich wehrten, gingen sang- und klanglos unter, von denen hören wir erst jetzt, nachdem sein System aus Gewalt und Macht (Anwälte, Detektive, Einschüchterung, Verleumdung) crashte. Auch Männer, die von seinen Übergriffen wussten, schwiegen. Nicht etwa, weil sie naiv waren und Karrieregeil; Weinstein war übermächtig und zerstörte seine Feinde, darum.
  • Tenno 15.10.2019 09:05
    Highlight Highlight Irgendwie fehlen hier die ganz grossen Namen. Hat Weinstein wirklich nur die "Schwachen und kleinen Namen" belästigt?
    Ich glaube da ist leider noch nicht alles aufgedeckt. Pitt ist auch kein Held, der hat Weinstein gedeckt.
    • Citation Needed 15.10.2019 13:33
      Highlight Highlight Sei nicht zu hart mit Pitt, er hat ihm wenigstens die Stirn geboten. Wer sich mit Weinstein anlegte, riskierte seine Existenz und sein Seelenheil. Er konnte Leute zugrunderichten und tat es auch.
      Wäre mit Ronan Farrow nicht ein kluger Journalist mit juristischem Background angetreten, der zudem wusste, wie das Showbiz läuft und wie perfid solche Täter die Psyche ihrer Opfer/Gegner manipulieren: der Fall wäre heute noch nicht publik. Weinsteins Anwälten war es fast gelungen, die Publikation von Farrows Artikel zu stoppen. Ein Glück, dass der sich nicht einschüchtern liess und durchzog.

  • D.T. 15.10.2019 08:44
    Highlight Highlight Oder so:
    Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

    Gustave Le Bon

    (1841 - 1931), franz. Arzt und Soziologe, Begründer der Massenpsychologie

  • woodkid 15.10.2019 08:21
    Highlight Highlight Haben wir geahnt das es in Hollywood so abläuft? Ja. Haben manche von uns Witze gerissen über welche die sich nach oben schlafen? Ja. Kennen wir ihre Beweggründe? Vielleicht. Im Land der unbegrenzten, aber eingezäunten Möglichkeiten, wie weit gehst du für deinen Traum? Und was machst du, wenn sich herausstellt, dass der Preis dafür einfach zu hoch war? Als Person der Öffentlichkeit, bist du auf deren Meinung angewiesen. Schön wenn sich endlich das Vertrauen auftut, auch in dieser Sache Gehör und Unterstützung zu finden. Weinsteins dürfen sich im Konsequenzen tragen üben.
  • D.T. 15.10.2019 06:33
    Highlight Highlight Am wichtigsten sollten wir ihre Bemerkung nehmen, dass es ein universelles Problem ist. Der Weinsteinfall ist nur die Spitze des Eisberges und geht weit über das hinaus. Da sind diverse hochrangige Personen involviert und Weinstein wurde "geopfert" um das ganze Gebilde zu schützen. Informiert euch über rituellen Missbrauch und ihr werdet langsam aber sicher verstehen wie gross die Sache ist.
    • D.T. 15.10.2019 08:38
      Highlight Highlight Blitzer? Wegen möglicher Verschwörungstheorien? Bitte Stellung nehmen, ich setzte mich gerne mit neuen Inputs auseinander...
    • ChlyklassSFI 15.10.2019 09:22
      Highlight Highlight Was ist denn die Sache? LOS...
    • Addix Stamm 15.10.2019 12:47
      Highlight Highlight In den Medien hört man rel. wenig über aufgedeckte Menschenhändel und illegalem Organhandel. Menschen können Verträge abschliessen oder dazu gezwungen werden. Von Organen profitieren leider zu viele Menschen davon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 15.10.2019 04:27
    Highlight Highlight Ohne Macht und Geld hätten
    sich ihre Wege nicht gekreuzt.
  • El Vals del Obrero 14.10.2019 23:03
    Highlight Highlight Ein Hauptproblem ist wohl einfach, wenn ein einzelner Mensch (oder in anderen Fällen auch ein Unternehmen oder eine Organisation) über einen Bereich so viel Macht hat.
    Hätte es vielleicht ein halbes Dutzend ähnlich wichtige Film-Mogule und am besten auch -Mogulinen gegeben, wären die Schauspielerinnen viel weniger ausgeliefert gewesen.
  • Noblesse 14.10.2019 21:26
    Highlight Highlight Weinstein ist ein regelrechter Schweinehund. Einfach aburteilen und fertig. Die betroffenen Frauen sollten mit so richtig viel Geld auf seine Rechnung entschädigt werden. Und dann sollten die Amis rasch das Weisse Haus befreien und dort eine integre Person installieren. Am besten mal mit einer FRAU!!
    • Mia_san_mia 15.10.2019 06:47
      Highlight Highlight Also mit Weinstein hadt Du recht. Und Trump muss auch weg. Aber nicht für eine Frau.
    • wintergrün 15.10.2019 07:11
      Highlight Highlight Warren 2020 😁
    • ChlyklassSFI 15.10.2019 07:52
      Highlight Highlight Mia_san_mia: Warum nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoodoo 14.10.2019 20:55
    Highlight Highlight Ich finde es unerträglich, dass Trump zum Präsidenten der USA gemacht wurde. Er gehört genau zu dieser Sorte rücksichts- und rückgratloser Egomanen.
    Und wirklich schizophren sind all die ach so bibelgläubigen Wähler, die ihn gewählt haben. Tritt Trump doch jeden Wert mit Füssen, den diese Leute sonst so gerne hoch halten.
    • Sonnenbankflavor 15.10.2019 00:23
      Highlight Highlight Classic P lies doch den Komm von Hoodoo nochmals richtig durch. Wenn du keinen Zusammenhang siehst dann gute Nacht.
    • paulinapalinska 15.10.2019 05:42
      Highlight Highlight @classicP; musst halt bis ganz am schluss lesen.
    • Dong 15.10.2019 07:37
      Highlight Highlight Weinstein war allerdings im Clinton-Lager, so einfach ist das nicht. In USA sind es eher die Reps, die den Dems moralische Verkommenheit vorwerfen, und damit auch nicht ganz falsch liegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Green Eyes 14.10.2019 20:48
    Highlight Highlight Frauen, Kinder und Männer, sprecht wenn euch Unrecht getan wird/wurde. Kein Mensch hat das Recht euch so zu behandeln, wehrt euch und habt keine Angst, ihr seid nicht alleine!
    Und alle, welche solche Untaten mitbekommen oder ahnen, helft, lasst sie nicht alleine.

    Ein Opfer leidet nicht nur im Moment, es wird ein Leben lang diese Geschichte mit sich tragen müssen. Der/Die Täter... Ich sage nicht was ich denke...😠😠

    • Sonnenbankflavor 14.10.2019 21:20
      Highlight Highlight Als Frau wird man ja vielerorts leider nicht wahrgenommen. Auch hier in der Schweiz!!
    • D.T. 15.10.2019 08:53
      Highlight Highlight Sonnenbankflavor: Würdest du eingreifen, wenn du mitbekommst, dass eine Frau bedrängt wird?
    • Mia_san_mia 15.10.2019 09:21
      Highlight Highlight @Sonnenbankflavour: Ja klar...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denverclan 14.10.2019 19:58
    Highlight Highlight Man sollte nicht soviel solche Dinge lesen...es macht traurig und es kratzt gewaltig am Urvertrauen. Und da gibts noch so viele andere Baustellen. Man muss schon einen starken Magen haben. Es tut mir unendlich Leid, für alle schwachen Menschen dieser Welt!
    • who cares? 14.10.2019 20:23
      Highlight Highlight 🙈🙉🙊

      Oder man liest es und wird sich der Tatsache bewusst, dass solche Dinge passieren, wer weiss sogar im eigenen Umfeld. Es scheint die Hollywood-Community ist genau wie du, Augen und Ohren zu, dann muss man sich nicht damit beschäftigen.
    • Denverclan 14.10.2019 21:49
      Highlight Highlight Oh Gott, wie kann man nur immer alles wortwörtlich nehmen! Es geht doch darum, dass man vor lauter negativer Berichte, nicht langsam den Verstand verliert! Es gibt noch Menschen, die erschüttert solche „Geschichten“ und viele andere Taten mehr. Das auszuhalten, braucht schon verdammt viel Stärke. Natürlich müssen alle Gräueltaten publik gemacht und verfolgt werden, aber die Dosis schlägt trotzdem auf den Magen. Lernt doch erst richtig lesen bevor ihr schreibt...sorry
    • Bäbu71 14.10.2019 22:12
      Highlight Highlight Doch ich persönlich finde dass man genau über solche „Dinge“ lesen und reden sollte! Es soll doch gewaltig kratzen und am Urvertrauenauen zu denken geben. Und nein das sind nicht „nur“ schwache Menschen, sondern Menschen die sich in einer solchen Situation nicht wehren können! Es gibt viele Menschen die in gewissen Situationen zwar Schwach wirken, und trotzdem Stark sind. Meiner Meinung nach sind genau diese Menschen die solche Erniedrigungen erlebt haben und trotzdem aufstehen und sich dagegen wehren, sehr Stark!
    Weitere Antworten anzeigen
  • anundpfirsich 14.10.2019 19:47
    Highlight Highlight Brad Pitt bisch en geile Siech 💪🏻.
    Ich frage mich, warum sich nicht mehr männliche Hollywoodgrössen, gegen ihn gestellt haben, wie er 🤔
    • nimmersatt 14.10.2019 20:30
      Highlight Highlight geile siech? Klingt eher was im Interview “Komplize” genannt wird - Leute die von Weinsteins machenschaften wussten, aber ihn - im grossen und ganzen - machen liessen
    • Inspektor 14.10.2019 20:47
      Highlight Highlight Weil die Männer auch abhängig von Weinstein sind?
      Alle kriegen was von ihm.. oder hatten was gekriegt..
      So funktioniert das Business...

      Und daran wird dieser Film auch nichts ändern... Genauso wenig wie der Snowden Film was geändert hat...etc etc...
    • anundpfirsich 14.10.2019 22:55
      Highlight Highlight @nimmersatt
      Also wenn er Komplize wäre, dann hätte er ihm wohl nicht die Leviten gelesen und ihm gedroht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 14.10.2019 19:38
    Highlight Highlight Es gibt Menschen, denen sieht man schon nach zwei Sekunden an, dass sie rücksichtslose A********* sind.
    Bei Männern ist es etwas einfacher als bei Frauen.

    Weinstein ist diesbezüglich ein "Prachtsexemplar". Auch die Story mit dem ausgespuckten Sushi vom Edelrestaurant erstaunt mich überhaupt nicht.

    Ob sich etwas geändert hat "dank" Weinstein?
    Nicht wirklich. Aber die Männer in Positionen wie Weinstein können nun nicht mehr ganz so aggressiv und öffentlich vorgehen.
    Das Grundproblem "Schönheit im Austausch gegen Macht/Geld" und ein damit verbundenes Rollenverständnis bleibt bestehen.
    • honesty_is_the_key 14.10.2019 19:45
      Highlight Highlight Merci Snowy, ganz meine Meinung.

      Und obwohl ich eigentlich sehr friedlich veranlagt bin, kann ich was solche "Menschen" anbelangt wirklich einen unglaublichen Hass entwickeln. Was da kaputt gehen kann in Menschen die so missbraucht werden, steht leider oft nicht im Verhältnis zu der Bestraftung die diese Monster erhalten.
    • homo sapiens melior 14.10.2019 19:55
      Highlight Highlight Ich halte Trump und seinen Giuliani für solche "Prachtexemplare", wie du sie nennst. Denen steht regelrecht das Bösartige im Gesicht.
    • Garp 14.10.2019 20:01
      Highlight Highlight Mit Deinem letzten Satz Snowy, tust Du so als wären die Frauen einverstanden gewesen. Als hätten sie freiwillig getauscht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 14.10.2019 19:34
    Highlight Highlight Das ist nur noch traurig. Echt abartig diese Welt.

    Dieser Weinstein ist die Ausgeburt des Bösen.

    Es gibt sie überall, diese Arschlöcher, diese "Miniaturweinsteins"die sich in vielen Firmen tummeln und sich einen Dreck um das Befinden anderer scheren, bzw kümmern. Hauptsache, sie haben beste Unterhaltung im Ausleben ihrer Arschloch - Persönlichkeit.

    Dort, wo ich arbeite, haben wir drei solcher Arschlöcher auf 45 Personen. Das wäre eine Arschlochquote von 6,66 %.

    Keiner getraut sich, was zu unternehmen. Sie sind brutal gut vernetzt.
    • Sonnenbankflavor 14.10.2019 21:22
      Highlight Highlight Solche Männer finden sich nicht nur in Firmen sondern praktisch überall.
    • Thinkdeeper 15.10.2019 08:55
      Highlight Highlight @ Sonnenbankflower
      Nicht nur bei Männer auch bei Frauen.
      Ist ein Systemfehler und nennt sich Korruption d.h. Macht- und Vertrauensmissbrauch sowie Verlust von ethischen und Moralischen Werten.

      Frauen sind diesbezüglich viel raffinierter, und ich rede nicht nur von der vorgetäuschten Migräne, sondern von treibenden Kräfte und Komplizinen die zudienen, zumindest schweigend tolerieren, abwerten und gezielt auf die Psyche der anderen Zielen.
      Bei Weinstein ist dies nicht so offensichtlich wie bei Eppstein wo seine Komplizin das Vertrauen systematisch missbrauchte und erst ermöglichte.
  • Mügäli 14.10.2019 19:26
    Highlight Highlight Ich frage mich immer wieder, wie kann ein Mensch das einem anderen Menschen antun. Wie kann man so grausam, egoistisch, triebgesteuert sein um solche Taten zu verüben. Es ist sehr gut wurden solche ‚kranken Konstrukte‘ thematisiert um so zukünftige Opfer zu schützen. Sexuelle Gewalt ist leider auch heute noch ein grosses Problem und wird viel zu wenig bekämpft. Auch sind die Strafen zb in der Schweiz ein Unding. Viele Täter zerstören ein Leben und kommen dafür nicht mal in den Knast. Ich find das Skandalös.
    • honesty_is_the_key 14.10.2019 19:51
      Highlight Highlight Ich bin ganz deiner Meinung Mügäli. Grundsätzlich bin ich dafür dass jeder Mensch eine zweite Chance bekommen sollte. Aber wenn ein Kind, oder eine Frau, oder ein Mann vergewaltigt wird, sogar mehrmals, dann wird dort sehr viel kaputt gemacht und zerstört, wahrscheinlich für immer. Diese Opfer erhalten keine zweite Chance, und so sehe ich auch nicht ein warum die Täter eine zweite Chance erhalten sollten.

      Ich wünsche mir auch härtere Strafen für Sexualtäter. Es gibt leider zu viele Täter die entlassen werden, und dann rückfällig werden. Und ein weiteres Leben zerstören.
    • Garp 14.10.2019 20:17
      Highlight Highlight Menschen ohne Empathie schaffen das locker und die sind oft in Machtpositionen.
    • Firefly 14.10.2019 20:20
      Highlight Highlight Solche Typen gabs schon immer und wird es immer geben...

      Was ich wirklich nicht verstehen kann ist, wie soviele Mitwisser wegschauen und schweigen können und damit solchen Menschen Macht geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • honesty_is_the_key 14.10.2019 19:14
    Highlight Highlight Danke Frau Meier für dieses wunderbare Interview und Ursula MacFarlane für ihre Kraft über diese ungeheuerlichen Taten zu sprechen. Leider gibt es immer noch zu viele Monster wie Harvey Weinstein die viel zu lange davon kommen.

    Ich kann nicht in Worte fassen was ich fühle, wenn ich sowas lese. Allen Menschen weltweit die sexuellen Missbrauch oder Gewalt erleiden müssen, wünsche ich ganz viel Kraft um mit diesen traumatischen Erlebnissen umgehen zu können.
    • Sonnenbankflavor 14.10.2019 21:24
      Highlight Highlight Psychische Unterdrückung und Gewalt (erlebt in meiner ex-Firma) macht Menschen leider auch kaputt.

30 Prozent aller Nonnen werden missbraucht. Doris Wagner war eine davon, sie befreite sich

Die 34-jährige Philosophin und Theologin spricht mit uns über ihr tragisches Leben hinter Klostermauern. Und darüber, wieso sie jetzt im Schweizer Dokfilm «#Female Pleasure» mitmacht.

Wenn ich mir Männer und Frauen in der Bibel anschaue, läuft es immer auf diese ganz einfache Ordnung hinaus: Der Mann kann herrschen, aber er kann sich nicht beherrschen. Jedenfalls nicht, wenn er sich einer Frau gegenübersieht. Die ist automatisch eine Versuchung.In der Bibel, auch der christlichen Tradition, ist so viel drin, was auch toll ist. So viele Sachen, die wertvoll sind, die schön sind, die mich durchs Leben tragen, die Freude machen. Das Problem ist, dass das immer alte Männer …

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