DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ashley Judd.
Ashley Judd.
Bild: AP/Invision

Ashley Judds überraschende Botschaft an Harvey Weinstein

Ashley Judd war eine der ersten Frauen, die Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigten. Im Interview berichtet sie von einem «widerlichen» Deal mit Weinstein – und findet trotzdem versöhnliche Worte.
26.10.2017, 21:0927.10.2017, 07:59

Sie war eine der Schauspielerinnen, die den Skandal um Harvey Weinstein ins Rollen brachten – jetzt hat Ashley Judd in einem Interview in der ABC-Sendung «Good Morning America» über ihre Erfahrungen mit dem Hollywood-Produzenten gesprochen und darüber, was sie heute zu ihm sagen würde. 

Ihre Botschaft an Weinstein ist überraschend versöhnlich. Sie würde sagen: «Ich liebe dich. Ich verstehe, dass du krank bist und leidest, und es gibt Hilfe, auch für einen Mann wie dich.» Als sich die Journalistin Diane Sawer ob ihrem versöhnlichen Ton geschockt zeigte, erklärte sie: «Das ist einfach meine Art. Es ist einfacher so durch die Welt zu gehen als die Alternative». Das bedeutet jedoch nicht, dass seine Taten keine Folgen haben sollten. Wenn er tatsächlich ein Vergewaltiger sei, dann müsse er unbedingt ins Gefängnis kommen, sagte Judd.

«Es war brilliant und widerlich»

Sie berichtete auch über eine Art Deal, den sie vor rund 20 Jahren mit Weinstein ausgehandelt habe, um ihm zu entkommen. Damals habe sie sich als junge Schauspielerin mit Weinstein getroffen – im Glauben, dass es sich um einen Geschäftstermin handle. «Ich war nicht gewarnt worden», sagte sie. Der Produzent habe sie in sein Hotelzimmer gelockt, sie gedrängt sich von ihm massieren zu lassen und dann eine Massage für sich eingefordert. Ausserdem habe er gefordert, sie solle ihm beim Duschen zusehen. Ihre «Salve von Neins» habe er einfach ignoriert.

Sie habe ihm schliesslich gesagt, sie werde sich ihm fügen, wenn sie einen Oscar für eine Rolle in einem seiner Filme gewinne. «Bei einer Nominierung», habe Weinstein entgegnet. «Nein, wenn ich den Oscar gewinne», habe sie gesagt und sei dann geflohen. Einerseits schäme sie sich dafür, andererseits sage sie sich, es sei «absolut brillant» gewesen, schliesslich sei sie so der Situation entkommen. Sie räumt aber auch ein: «Ich wusste, es ist widerlich».

#MeToo: Diese Frauen belasten Harvey Weinstein

1 / 21
#MeToo: Diese Frauen belasten Harvey Weinstein
quelle: invision/invision / joel ryan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Sie sei nicht an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie befürchtete, dass ihr niemand glauben würde. Doch nun, mehr als 20 Jahre später, sei die Zeit mehr als reif dafür gewesen. Die 49-Jährige sagte, sie bedauere, das nicht früher getan zu haben.

Die Tatsache, dass mittlerweile mehr als 60 Frauen Vorwürfe gegen Weinstein vorgebracht hätten, haben die letzten zweieinhalb Wochen für sie «ungemein bewegend gemacht».

(clp)

Vier Beweise, dass Weinsteins Verhalten kein Geheimnis war

Video: Angelina Graf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Analyse

Der Drahtzieher hinter Donald Trumps Beinahe-Staatsstreich

Der Rechtsprofessor John Eastman hatte einen teuflischen Plan ausgeheckt. Dann erkrankte er an Covid-19.

Die amerikanische Politik dreht sich zur Zeit um das Gerangel um das Infrastruktur-Gesetz. Doch gleichzeitig werden auch immer mehr Details bekannt, wie Donald Trump versucht hat, einen Staatsstreich durchzuführen. Das Erschreckende daran: Es ist ihm beinahe geglückt. «Das Land war bloss Stunden entfernt von einer ausgewachsenen Verfassungskrise», stellte die «New York Times» in einem redaktionellen Kommentar über das Wochenende fest. «Der Grund waren nicht primär die Gewalt und das …

Artikel lesen
Link zum Artikel