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Davos Festival der Kammermusik gibt sich «verspielt»

02.08.17, 17:00

Das Davos Festival präsentiert sich dieses Jahr besonders verspielt. Unter dem Motto «Spielplatz» geben vom 5. bis 19. August 80 Musiker aus 20 Ländern über 60 Kammermusik-Konzerte - in Hotels, Kirchen und Museen sowie draussen in Stadt und Natur.

Den Zuschauern soll zwei Wochen lang die Möglichkeit geboten werden, in der höchstgelegenen Stadt Europas «Musik als verblüffend verspielte Kunst der Gegenwart zu erkunden», wie das Festival am Mittwoch mitteilte.

Die Zuschauer könnten «bei Bach spielerisch aus den Fugen geraten, eine persönliche Mozart-Komposition würfeln, Dirigenten als Schiedsrichter sehen, Karten spielen mit Schönberg und Schach mit Schumann», hiess es. Was genau sich hinter diesen Beschreibungen verbirgt, wurde nicht mitgeteilt und muss vor Ort erkundet werden.

Musiker-Zuschauer-Verhältnis von 1:1

Klar hingegen ist, was sich hinter der diesjährigen Innovation steckt, der Spielbox auf dem Bubenbrunnenplatz. Die Holzkonstruktion bietet als womöglich kleinster Konzertsaal Europas ein Musiker-Zuschauer-Verhältnis von 1:1. Ein Privatkonzert dauert fünf Minuten und ist kostenlos.

Welches Stück zu hören sein wird, entscheidet der Zufall - im Angebot sind Miniaturen aus György Kurtágs Klavierzyklus Játékok («Spiele»), eine Chopin-Etüde und auch eine einmalige Uraufführung. Über 35 Komponisten haben Miniaturen zur Spielbox beigetragen.

Ansonsten musizieren in Davos wie gewohnt preisgekrönte Ensembles und etablierte Musiker Seite an Seite mit jungen Nachwuchstalenten - stets neue musikalische Formationen sollen dem Festival einen inspirierenden Werkstattcharakter verleihen.

Unter den Mitwirkenden befinden sich das Aris Quartett aus dem ARD-Musikwettbewerb, Echo-Gewinner Trio Imàge, das Quartet Josef-Joachim-Preis-Träger Berlin-Tokyo oder das polnische Ensemble Male Instrumenty, das nur auf Spielzeuginstrumenten musiziert. Zu hören ist zudem die Schweizer Ausnahmecellistin Chiara Enderle. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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