Olympia 2016
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05464027 Yulia Efimova of Russia is seen after competing in the women's 100m Breaststroke semifinal 1 race of the Rio 2016 Olympic Games Swimming events at Olympic Aquatics Stadium at the Olympic Park in Rio de Janeiro, Brazil, 07 August 2016.  EPA/DAVE HUNT AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Die Geste, die die Gemüter erhitzt: Julija Jefimowa freut sich mit erhobenem Zeigefinger über ihren Halbfinal-Sieg über 100 m Brust. Bild: EPA/AAP

Zickenkrieg am Beckenrand: US-Favoritin zeigt Russin, was sie von Doping-Sündern hält



Der erste Auftritt der russischen Schwimmerin Julija Jefimowa verlief gestern ziemlich ungemütlich. Erst wurde die 24-Jährige im Olympic Aquatics Stadium von Rio bei ihren Vorläufen über 100 m Brust vom Publikum gnadenlos ausgebuht und ausgepfiffen, wenig später kam's am Beckenrand auch noch zum kleinen Zickenkrieg mit Konkurrentin Lilly King.

Aber zunächst die Vorgeschichte: Jefimowa ist bereits zweimal als Doperin überführt worden. 2013 wurde sie positiv auf ein verbotenes Steroid getestet. Nach Absitzen der 16-monatigen Sperre wurde im März 2016 bekannt, dass sie wie zahlreiche weitere russische Sportler Meldonium zu sich nahm.

Russia's Yulia Efimova leaves the pool after a women's 100-meter breaststroke semifinal during the swimming competitions at the 2016 Summer Olympics, Sunday, Aug. 7, 2016, in Rio de Janeiro, Brazil. (AP Photo/Michael Sohn)

Zweimal mit Doping erwischt und trotzdem in Rio dabei: Julija Jefimowa. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Vom Schwimm-Weltverband FINA wurde sie deshalb provisorisch gesperrt, es drohte gar eine lebenslange Sperre. Im Juli wurde sie von der FINA von den Spielen in Rio ausgeschlossen, doch Jefimowa zog vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) und erkämpfte sich dort auf den letzten Drücker ihr Startrecht. Erst am Sonntagmorgen tauchte ihr Name erstmals in den offiziellen Startlisten auf.

Ein Zeigefinger gegen Doping

Jefimova liess sich von all dem nicht beirren. Die Buhrufe lächelte die Russin eiskalt weg und sie zeigte sich sogleich in Topform: Mit der zweitbesten Zeit qualifizierte sie sich über 100 m Brust für den Final. Ihren Sieg im Halbfinal feierte die Russin noch im Becken mit einem erhobenen Zeigefinger: «Seht her, ich bin die Nummer 1», sollte das wohl heissen.

Das passte Lilly King, ihrer Hauptkonkurrentin um Olympiagold, überhaupt nicht in den Kram. Die 19-jährige Amerikanerin sah die Geste vom Beckenrand aus und zeigte mit dem Zeigefinger sogleich an: «Nein, du bist nicht die Nummer 1.»

Im Interview mit NBC erklärte King ihre Geste: «Mit dem Finger anzuzeigen, man sei die Nummer 1, nachdem man als Dopingsünderin überführt wurde – davon bin ich kein Fan.» Der hatte gesessen.

Für Zündstoff ist vor dem Final in der Nacht auf morgen Dienstag (3.54 Uhr Schweizer Zeit) also gesorgt. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen. King schwamm in den Vorlaufen mit 1:05.70 nur zwei Hundertstel schneller als Jefimova. (pre)

Die besten Bilder der Olympischen Spiele aus Rio

Unvergessene Olympia-Momente: Sommerspiele

18.10.1968: Bob Beamon springt so weit, dass nicht einmal das Massband reicht

Link zum Artikel

17.09.1988: Zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Seoul gibt es geröstete Tauben

Link zum Artikel

01.10.2000: Der Abschluss der Spiele von Sydney ist der Beginn der grossen Liebe zwischen Roger und Mirka

Link zum Artikel

19.09.2000: Eric «The Eel» Moussambani säuft über 100 m Freistil fast ab und wird trotzdem zum grossen Star

Link zum Artikel

28.8.1972: Mark Spitz holt sich die ersten zwei von sieben Goldmedaillen und schwimmt in jedem Rennen Weltrekord

Link zum Artikel

17.08.2008: Amor trifft besser als der Sportschütze, der nur deshalb berühmt wurde, weil er auf die falsche Scheibe zielte

Link zum Artikel

26.08.1900: Ein Siebenjähriger wird zum jüngsten Olympiasieger aller Zeiten, aber bis heute kennt niemand seinen Namen

Link zum Artikel

Die Geschichte eines Bauernsohns, der im vorletzten Jahrhundert zum Olympiahelden wurde

Link zum Artikel

08.05.1984: Die Sowjets boykottieren Olympia. Eine Retourkutsche, die ihre Wirkung komplett verfehlt

Link zum Artikel

09.06.1924: Die Schweiz verpasst den Olympiasieg – aber wird Europameister!

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

06.08.2012: Felix Sanchez schmuggelt Foto von totem Grosi unter die Startnummer und schafft das grösste Comeback der Leichtathletik

Link zum Artikel

04.08.2012: Das knappste Finale in der Olympia-Geschichte im Triathlon gewinnt Nicola Spirig dank einer unglaublichen Willensleistung

Link zum Artikel

28.07.1984: Gaby Andersen-Schiess torkelt in der Hitze von LA völlig dehydriert über die Zielgerade des Olympia-Marathons

Link zum Artikel

26.07.1992: Das beste Team, das jemals Basketball gespielt hat, verzaubert die ganze Welt

Link zum Artikel

25.07.1908: Wyndham Halswelle wird Olympiasieger über 400 Meter – weil er im Final der einzige Läufer ist

Link zum Artikel

06.08.1984: Carl Lewis holt sich zum ersten Mal Olympia-Gold in seiner Lieblingsdisziplin

Link zum Artikel

16.10.1968: Tommie Smith und John Carlos sorgen für die berühmteste Siegerehrung bei Olympia

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • c_meier 08.08.2016 19:56
    Highlight Highlight Merke: Es nicht ethisch, Whistleblower und 1 Dopingsperre zu haben, aber 1 Dopingsperre & 1 positiver Test sind völlig ok für Rio...
    Meine Güte liebes IOC...
  • Ruffy 08.08.2016 18:09
    Highlight Highlight Unabhängig von der Geschichte ums Staatsdoping, wieso zu Hölle darf jemand der bereits 2x des Dopings überführt wurde noch an Olympischen Spielen mitmachen? Das ist doch ein schlechter Witz und ein Schlag ins Gesicht jedes ehrlichen Sportlers!

Das umstrittenste Gold von Phelps – oder ist es «der grösste Betrug des Jahrhunderts»?

16. August 2008: Michael Phelps hat bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Grosses vor. Er will Mark Spitz' Rekord von sieben Goldmedaillen knacken. Es gelingt. Allerdings auf sehr dramatische Art und Weise.

Dass Michael Phelps in Peking der Mann ist, den es zu schlagen gilt, ist allen klar. Der Amerikaner dominierte schon in Athen 2004 mit sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen. Nun ist der 23-Jährige noch besser. Er gilt als Favorit in allen acht Wettbewerben, in welchen er sich gemeldet hat. Schafft er den Sweep, würde er den eigentlich für die Ewigkeit gedachten Rekord von Landsmann Mark Spitz knacken. Dieser dekorierte sich in München 1972 mit sieben olympischen Goldmedaillen.

Die Mission …

Artikel lesen
Link zum Artikel