Fashion
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Täglich 500 neue Stücke: Zu Billigpreisen verkauft der chinesische Online-Händler Shein Kleider, Accessoires und alles, was sich um Mode dreht. bild: screenshot de.shein.com

Shein erobert mit spottbilligen Kleidern den europäischen Markt

Das Modelabel Shein verkauft online extrem günstige Fast-Fashion. Seit 2019 ist das Unternehmen bei jungen Frauen immer erfolgreicher. Fünf Punkte, die du über den aufstrebenden Modegiganten wissen musst.



Shein ist eines der grössten Online-Modeunternehmen weltweit und trotzdem relativ unbekannt. Der Einzelhändler für Fast-Fashion wurde 2008 gegründet. Jetzt, zwölf Jahre später, erobert er die westlichen Online-Kleidermärkte. Shein Group ltd. liefert in mehr als 200 Regionen weltweit und nun auch in die Schweiz. Fünf Punkte, die du über die chinesische Firma wissen musst.

Mode für Sparsame

Kleider für die «moderne und sparsame Fashionista». Mit diesem Slogan wirbt Shein auf seiner deutschen Website. Die Preise für die Textilien sind gerade im Vergleich zu anderen Modehändlern sehr tief. Ein gewöhnlicher Rollkragenpullover in Weiss kostet bei Shein 16 Franken. Bei H&M ist der Preis für einen ähnlichen Pulli drei Mal so hoch. Auch Zara verkauft ein elegantes Kleid für doppelt so viel wie Shein.

Shein Preisvergleich

Das Modelabel konzentriert sich hauptsächlich auf Frauen. Inzwischen bietet es aber auch Männer- und Kindermode sowie Hausrat an. Wer zum ersten Mal bestellt, erhält die Lieferung kostenlos.

Wie sie die tiefen Preise rechtfertigen, beantwortet Shein auf Anfrage nicht. Auch gegenüber anderen Medien wie «The Guardian» oder der Agentur Reuters nimmt der Konzern keine Stellung.

Plötzlicher Erfolg

Die Firma Shein Group ltd. wurde vor zwölf Jahren als «Sheinside» mit Sitz in Nanjing, China gegründet. Es war die Zeit, als auch andere multinationale Online-Händler gross wurden, wie etwa AliExpress oder Asos. Damals blieb der Erfolg für die chinesische Firma jedoch aus.

Erst im letzten Jahr schossen die Zahlen durch die Decke. Auf ihrer Linkedin-Seite verkündet Shein, die Umsätze 2019 gar verdoppelt zu haben. Als «weltweit grösster, reiner Online-Händler», bezeichnet sich das Unternehmen auf LinkedIn.

Der wichtigste und grösste Absatzmarkt für Shein ist die USA. Doch auch in Israel macht sich der Online-Händler stark bemerkbar. Dort sind im Jahr 2019 die Einkäufe explodiert. Im Vergleich zum Vorjahr haben Israelis beim chinesischen Modelabel über 400 Prozent mehr eingekauft.

Auch der Sprung nach Europa ist längst geschafft. Letztes Jahr konnte Shein Pop-up-Stores in Frankreich eröffnen. Wie Le Parisien schreibt, verkauft das Modelabel seine Kleider vor Ort in Marseille und in Paris.

Schnelllebige Fashion

500 neue Mode-Gegenstände pro Tag: Damit wirbt der Online-Händler auf seiner Website. Sie wollen eine «schwindelerregende Auswahl» an Damenkleidung bieten.

Wo die Kleider hergestellt werden, ist nicht weiter bekannt. Shein arbeitet mit Fabriken in der Nähe seines Hauptsitzes in Nanjing zusammen, wie eine in China ansässige Branchenquelle gegenüber Reuters berichtet.

Influencer als Verkaufsmotor

Shein preist seine Kleider hauptsächlich über die sozialen Kanäle an. Dabei konzentriert sich die Firma stark auf Influencer als Werbeträgerinnen. Die Privatpersonen, die auf Instagram, YouTube oder Blogs für Shein werben, erhalten im Gegenzug Vergünstigungen oder gratis Kleidung geliefert.

Alleine die Instagram-Seite für den deutschsprachigen Markt «sheingermany» hat rund 168’000 Follower. Dort werden hauptsächlich Fotos von Influencern mit Kleider von Shein und einer werbehaften Bildunterschrift gepostet.

Wohltätig während Corona mit Katy Perry

Auch während der globalen Pandemie wollte Shein Akzente im Netz setzen. Der Kleider-Händler veranstaltete Anfang Mai unter dem Titel «SHEIN Together» ein Online-Musikfestival. Dort traten grosse Namen wie Katy Perry oder Rita Ora auf und sangen per Live-Stream. So sollte Geld für den Fonds «COVID-19 Solidarity Response» von der World Health Organization gesammelt werden. Shein verpflichtete sich, 100'000 US-Dollar zu spenden.

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