Warum Russland vom ESC ausgeschlossen ist – Israel aber nicht
Russland führt in der Ukraine seit Jahren einen blutigen Angriffskrieg. Einem ähnlichen Vorwurf sieht sich auch Israel im Gazastreifen und im Libanon ausgesetzt. Warum wird der eine Staat dann seit Jahren vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen und der andere darf weiterhin mitmachen?
Diese Frage wird mit Israels Finalqualifikation erneut heiss diskutiert. Die Begründung ist ziemlich einfach: Russland wurde nicht wegen des Krieges, sondern aus einem anderen Grund suspendiert. Diese Erklärung hat der Generaldirektor der European Broadcasting Union (EBU), Noel Curran, der norwegischen Tageszeitung «Dagsavisen» 2024 gegeben:
Curran versteht, dass die Bilder aus dem Gazastreifen schockieren und drückt der unter dem Krieg leidenden Bevölkerung sein Beileid aus. Er sagt weiter: «Wir sind uns der vielen Stimmen bewusst, die fordern, Israel vom diesjährigen Wettbewerb auszuschliessen, so wie wir 2022 den russischen Sender nach dem Einmarsch in die Ukraine ausgeschlossen haben.»
Darum darf Russland nicht mitmachen
Der Angriffskrieg in der Ukraine ist aber nicht der eigentliche Grund, warum Russland vom ESC ausgeschlossen wurde. Es sei nicht Aufgabe der EBU, zwei Kriege miteinander zu vergleichen. Die russischen Sender dürfen nicht mittun, weil sie ihre Unabhängigkeit vom russischen Staat eingebüsst haben. Wie der EBU-Generaldirektor zur norwegischen Zeitung sagt, verstossen die russischen TV-Stationen damit gegen die geltenden Richtlinien.
In Israel hingegen stellt sich der staatliche Fernsehsender KAN immer wieder gegen die Regierung – und beweist damit seine Unabhängigkeit, sagt Curran. Premierminister Benjamin Netanjahu drohte in den vergangenen Jahren gar mehrfach damit, das Fernsehnetzwerk abzuschalten. Deshalb steht Curran zur Israel-Entscheidung und sagt:
(leo)
