Schweiz
Jung und IV

Mit 18 Jahren IV-Rentnerin: Schweizerin erzählt

«IV ist ein goldener Käfig»: IV-Rentnerin Jenny* erzählt watson von ihrem Lebensweg. Video: watson/Amber Vetter/kilian marti
Jung und IV

«Die IV ist ein goldener Käfig» – Jenny bezieht seit sie 18 Jahre alt ist eine IV-Rente

Jenny (30) lebt von der tiefstmöglichen IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Im Video erzählt sie von Gewalt in der Familie, Depressionen und dem Gefühl, im IV-System zugleich gerettet und gefangen zu sein.
03.05.2026, 05:5103.05.2026, 10:11

Jenny* war 17, als eine psychiatrische Einrichtung den IV-Antrag für sie einreichte. Es kam einfach zu viel zusammen in ihrem jungen Leben.

Heute lebt sie von der tiefstmöglichen IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Sie hatte schlicht nie die Chance, vorher überhaupt Beiträge einzuzahlen. «Ich bin froh, gibt es die IV, sonst könnte ich nicht überleben», sagt sie im Gespräch mit watson.

Serie «Jung und IV»
Immer mehr junge Erwachsene beziehen Leistungen der Invalidenversicherung – oft wegen psychischer Erkrankungen. Die IV ist deshalb finanziell unter Druck. In dieser Serie erzählen junge Betroffene, warum sie psychisch krank wurden und in der IV landeten. Dazu liefern wir Zahlen, ordnen ein und zeigen, welche Reformideen in Bern diskutiert werden. Teil 1: Amélie. Teil 2: Zahlen zur IV. Teil 3: Zwei junge IV-Rentner erzählen. Teil 4: Interview mit Pro Juventute. Teil 5: Jenny. Teil 6: Das sagt die Politik.

Gleichzeitig wünscht sie sich, dass es anders wäre. Denn: «Die IV ist auch ein goldener Käfig.» Jenny glaubt aber nicht, dass sie es jemals in den ersten Arbeitsmarkt schafft.

Warum das so ist – und weshalb sie nicht glaubt, dass es im IV-System viele «schwarze Schafe» gibt, erklärt sie im Video.

*(Name von der Redaktion geändert)

Warum Jenny bei der IV landete, erzählt sie im Video.Video: watson/Amber Vetter
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«Die IV ist ein goldener Käfig»
Video: watson
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147 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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The Barbarian
03.05.2026 08:36registriert Oktober 2025
Man soll bei der IV selbstverständlich genau hinschauen. Wer Leistungen erschleicht, schadet dem System und jenen, die wirklich darauf angewiesen sind. Aber politisch auffällig ist die Gewichtung: Bei der IV reden wir von rund 146 Mio. Franken Einsparungen durch Missbrauchsbekämpfung. Steuerhinterziehung kostet die Schweiz geschätzt 12 bis 19 Milliarden Franken pro Jahr. Wer also dauernd auf die «schwarzen Schafe» unten zeigt, sollte auch nach oben schauen, wo mit einem einzigen Vermögen mehr am Staat vorbeigehen kann als mit vielen IV-Fällen zusammen.
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Golden Girl
03.05.2026 07:23registriert Oktober 2021
Es braucht viel Mut, dieses Video zu machen und so offen und ehrlich zu sein. Früher gab es viele Firmen, die auch Menschen eine Chance gaben, die nicht immer 100 % ,,funktionieren,,. Es gab ein soziales Denken und Handeln. Das vermisse ich heutzutage.
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Golden Girl
03.05.2026 07:30registriert Oktober 2021
@ offgrid Hier geht es nicht um ,,chillen,,. Sondern um eine Krankheit, die man halt nicht sieht. Der Antrag auf IV wurde von der Psychiatrie gestellt.

Grundsätzlich finde ich es auch richtig, dass man arbeiten sollte, um Geld zu erhalten. Aber hast du denn einen Job für sie? Menschen, die nicht so funktionieren wie es gewünscht ist (weil sie es halt einfach nicht können), will kein Arbeitgeber einstellen.

Traurig aber wahr.
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