Donald Trump
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Livestream zum Sessions-Hearing Video: YouTube/Donald Trump

«Abscheuliche Lüge»: Jeff Sessions dementiert geheime Russland-Kontakte

Der Auftritt des entlassenen FBI-Direktors James Comey im US-Kongress warf hohe Wellen. Nun ist Justizminister Jeff Sessions an der Reihe. Wie gefährlich kann er für Donald Trump werden?



Im Russland-Drama um US-Präsident Donald Trump stand der nächste Akt bevor: Heute Abend hat Justizminister Jeff Sessions vor dem Geheimdienstausschuss des Senats ausgesagt. Die Anhörung ist öffentlich, wie von Sessions gewünscht. Er wolle, dass die Amerikaner die Wahrheit direkt von ihm erfahren, sagte der 70-Jährige.

epa06026649 Attorney General Jeff Sessions is sworn in to testify before the Senate Intelligence Committee on the FBI's investigation into the Trump administration, and its possible collusion with Russia during the campaign, in the Hart Senate office Building in Washington, DC, USA, 13 June 2017. Attorney General Sessions will be faced with questions on his meetings with Russian Ambassador to the United States Sergey Kislyak, his recusal from the Russia investigation and his role in the firing of FBI Director James Comey.  EPA/SHAWN THEW

Jeff Sessions am Dienstagabend vor dem Ausschuss. Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

US-Justizminister Jeff Sessions hat jedwede Verwicklung in eine Beeinflussung der US-Wahl 2016 rundweg zurückgewiesen. Die Vorstellung, dass er etwas mit solchen geheimen Absprachen zu tun habe, sei eine entsetzliche und abscheuliche Lüge, sagte Sessions. Er habe nie mit russischen Regierungsmitarbeitern über «igendwelche Arten von Einmischungen in irgendwelche Kampagnen oder Wahlen» gesprochen. Auch wisse er nichts davon, dass andere Trump-Mitarbeiter solche Gespräche geführt hätten, sagte Sessions

Sessions sagte in der Anhörung, er könne sich an keine Begegnungen mit russischen Regierungsvertretern während einer Veranstaltung erinnern. Wenn es einen «kurzen Austausch» mit russischen Regierungsmitarbeitern während des damaligen Empfangs gegeben haben sollte, sei ihm davon nichts haften geblieben.

Und weiter sagte Sessions über die Regierung Trumps:

«Die Menschen in diesem Land erwarten eine ehrliche und transparente Regierung und das ist es, was wir ihnen geben. Dieser Präsident möchte sich auf die Menschen dieses Landes konzentrieren, um sicherzustellen, dass sie fair behandelt werden und sie in Sicherheit sind. Ich weiss, andere haben eine andere Agenda, aber diese Agenda ist eine, die ich teile.»

Jeff Sessions vor dem Ausschuss am Dienstagabend.

Republican presidential candidate Donald Trump, right, stands next to Sen. Jeff Sessions, R-Ala., as Sessions speaks  during a rally Sunday, Feb. 28, 2016, in Madison, Ala. (AP Photo/John Bazemore)

Jeff Sessions war der erste US-Senator, der Trump im Wahlkampf unterstützte. Bild: John Bazemore/AP/KEYSTONE

Sein Auftritt wird mit Spannung erwartet, ähnlich wie die Anhörung von Ex-FBI-Chef James Comey am letzten Donnerstag vor dem gleichen Ausschuss. Er hatte Donald Trump als Lügner bezeichnet und angedeutet, der Präsident könne sich der Behinderung der Justiz schuldig gemacht haben. Dabei ging es um die angebliche Aufforderung an Comey, die Ermittlungen gegen den früheren Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Kontakten zur russischen Regierung einzustellen.

Mit Jeff Sessions steht eine weitere Schlüsselfigur in dieser Affäre im Rampenlicht. Sie dreht sich um die Frage, ob sich Vertreter der russischen Regierung zugunsten von Donald Trump in den US-Wahlkampf 2016 eingemischt haben und ob es dabei Kontakte mit Trumps Wahlkampfteam gegeben hat. Das sind die wichtigsten Punkte:

Wer ist Jeff Sessions?

Jefferson Beauregard Sessions stammt aus Alabama im tiefen Süden der USA. Seine Vornamen gehen zurück auf Südstaaten-Präsident Jefferson Davis und den Südstaaten-General P.G.T. Beauregard. Er war Staatsanwalt und danach Senator für Alabama in Washington. Kritiker bezeichneten ihn als Rassisten mit Sympathien für den Ku Klux Klan, was Sessions bestreitet.

epa05709479 Protesters with the activist group 'CodePink' dressed as Klan members protest Republican Senator from Alabama Jeff Sessions before he testified at his confirmation hearing to be the Trump administration's Attorney General in the Russell Senate Office Building in Washington, DC, USA, 10 January 2017. Sessions' nomination is encountering strong resistance; on 03 January more than 1,100 American law professors from 48 states signed a letter to Congress asking that they reject Session's nomination.  EPA/JIM LO SCALZO

Demonstranten im Klan-Kostüm störten das Bestätigungs-Hearing von Jeff Sessions im Senat. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Im letztjährigen Wahlkampf sorgte er für Aufsehen, als er sich als erster US-Senator für Donald Trump als Präsidentschaftskandidat einsetzte, und das zu einem Zeitpunkt, als die wenigsten in der republikanischen Partei den Betonmischer aus New York ernst nahmen. Trump zeigte sich für diese Loyalität erkenntlich, indem er Sessions zum Justizminister ernannte.

Welche Rolle spielt er in der Russland-Affäre?

Wie alle Kabinettsmitglieder musste Jeff Sessions vom Senat bestätigt werden. Bei der Anhörung im Januar verschwieg er jedoch unter Eid, dass er während des Wahlkampfs zweimal den russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen hatte. Sessions behauptete, der Inhalt der Gespräche sei harmlos gewesen, dennoch erklärte er sich in der Russland-Affäre für befangen und trat in den Ausstand. Das Dossier wird von seinem Stellvertreter Rod Rosenstein betreut.

Warum muss er jetzt aussagen?

Es besteht der Verdacht, dass der Justizminister ein weiteres Meeting mit dem Botschafter verheimlicht hat. James Comey soll im zweiten Teil seiner Anhörung letzte Woche hinter verschlossenen Türen laut US-Medien eine entsprechende Aussage gemacht haben. Das Treffen habe sich am Rande eines Wahlkampfauftritts von Donald Trump im Hotel Mayflower in Washington im April 2016 ereignet, bei dem Sessions und Kisljak anwesend waren.

FILE - In this Sept. 6, 2013 file photo, Russia's ambassador to the U.S. Sergey Kislyak, speaks with reporters in Washington. The Obama administration is aware of frequent contacts between President-elect Donald Trump’s top national security adviser Michael Flynn and Russia’s ambassador to the United States, including on the day President Barack Obama hit Moscow with sanctions in retaliation for election-related hacking, a senior U.S. official said Friday, Jan. 13, 2017. (AP Photo/Cliff Owen, File)

Botschafter Sergej Kisljak ist eine Schlüsselfigur in der Affäre. Bild: AP/FR170079 AP

Den Beleg dafür soll ein von den US-Geheimdiensten abgehörtes Gespräch liefern, in dem Botschafter Kisljak die private Begegnung mit Sessions in besagtem Hotel erwähnt. Allerdings handelt es sich gemäss der «New York Times» um nicht ausgewertetes Rohmaterial. Dessen Beweiskraft sei beschränkt, sofern die Aussage nicht durch weitere Quellen bestätigt werde.

Welche Rolle spielt der Fall Comey?

Der entlassene FBI-Chef liess in seiner Anhörung durchblicken, dass er sich vom Justizminister – seinem Vorgesetzten in der Regierung – im Stich gelassen fühlte. Dabei bezog sich Comey auf ein privates Gespräch mit Präsident Trump im Oval Office am 14. Februar. Sessions war zu Beginn dabei und verliess dann das Büro. Bei einer Unterredung am folgenden Tag soll Comey den Minister gebeten haben, ihn nie mehr mit dem Präsidenten allein zu lassen.

Attorney General Jeff Sessions, left, shares hands with FBI Director James Comey, left, at the start of a meeting with the heads of federal law enforcement components at the Department of Justice in Washington, Thursday, Feb. 9, 2017. (AP Photo/Susan Walsh, Poll)

Jeff Sessions war der Vorgesetzte von James Comey (links). Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Noch heikler ist die Frage, ob Sessions in die Entlassung von James Comey involviert war, obwohl er sich in der Russland-Affäre in den Ausstand begeben hat. Der Ex-FBI-Chef machte letzte Woche vor den Senatoren eine entsprechende Andeutung. Gemäss der «Washington Post» soll Trump mit seinem Justizminister zumindest über Comeys Rauswurf gesprochen haben.

Kann Sessions die Aussage verweigern?

Der Justizminister will wie erwähnt öffentlich aussagen, damit das amerikanische Volk die Wahrheit erfahre. Dennoch kann er bei heiklen Punkten die Aussage verweigern und sich auf das so genannte Executive Privilege berufen. Es ermöglicht Regierungsmitgliedern, gewisse Informationen nicht offenzulegen. Rechtsexperten beurteilen dies laut CNN als möglich.

Wie geht es weiter?

Das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und seinem treuen Gefolgsmann ist angeblich nicht mehr ungetrübt. Jeff Sessions soll sogar seinen Rücktritt angeboten haben. Trump soll ihm übel nehmen, dass er in der Russland-Affäre in den Ausstand trat und sein Stellvertreter Rosenstein den ehemaligen FBI-Direktor Robert Mueller als Sonderermittler eingesetzt hat.

Laut mehreren US-Medien soll Trump ernsthaft erwogen haben, Mueller zu entlassen. Viele Leute hätten ihm davon abgeraten, sagte Trumps Freund Chris Ruddy dem Fernsehsender PBS. Es wäre «ein sehr gravierender Fehler». Der Kongress würde Mueller wohl in einem solchen Fall in eigener Kompetenz erneut einsetzen – und Trump noch mehr ins Zwielicht geraten.

100 Tage Trump in 90 Bildern

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Video: reuters

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mAJORtOM95 13.06.2017 23:00
    Highlight Highlight Die KKK Hand bei den KKK demonstranten hat einen Finger zuviel.
    Ist mir nur so aufgefallen. 😆😄
  • roger.schmid 13.06.2017 22:46
    Highlight Highlight der arme Mann leidet anscheinend an Amnesie.. "I don't recall" "I don't recall" 🤥
  • asdf 13.06.2017 22:23
    Highlight Highlight Okay, offenbar nährt sich dennoch der Verdacht, dass Trump eigene oder politische Interessen in der Russland-Affäre hat.
    Niemand ist so vertrauenswürdig wie ein Trump-Gegner wenn es um Trump geht, oder? ;)
  • Posersalami 13.06.2017 22:22
    Highlight Highlight "Jeff Sessions dementiert geheime Russland-Kontakte"

    Und alle so "nein - doch - ohhhhh"
  • René Obi 13.06.2017 22:13
    Highlight Highlight Und das Ganze ohne rot zu werden. Chapeau.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 13.06.2017 22:12
    Highlight Highlight Eine Frage wurde noch nicht Verständlich erklärt:
    Wenn Comey wegen den Clinton Mails entlassen wurde, wieso zum Teufel wartete man Monatelang bis zur Entlassung?
  • Matthias Studer 13.06.2017 21:59
    Highlight Highlight Also, zwei Meeting hat er zugegeben und jetzt ist wieder alles Lüge?

    Die Nerven als Wähler möchte ich haben.
    • SolidSnake 13.06.2017 22:25
      Highlight Highlight Er streitet die ersten beiden meetings nicht ab. Allerdings habe es sich dabei nur um "normale" Gespräche gehandelt.
  • Scaros_2 13.06.2017 21:52
    Highlight Highlight Schon interessant wie Anhänger von Trump immer übertriebene Adjektive nutzen müssen. Abscheulich etc. während Personen wie Comey, neutral und sachlich antworten.

    Schon interessant.
  • Mnemonic 13.06.2017 21:48
    Highlight Highlight Momol. Er ist sehr überzeugend...
  • zombie woof 13.06.2017 21:44
    Highlight Highlight Das wird eine lobhudelei vom feinsten
  • mrmikech 13.06.2017 21:40
    Highlight Highlight Ich habe immer noch das gefühl das Comey eine falle gesetzt hat und das alle mit ihre gelügte aussagen mit offene augen reinlaufen...
  • Pana 13.06.2017 16:02
    Highlight Highlight "Laut mehreren US-Medien soll Trump ernsthaft erwogen haben, Mueller zu entlassen."

    John Oliver nennt die Affäre seit geraumer Zeit "Stupid Watergate: It has all the potential ramifications of Watergate but where everyone involved is stupid and bad at everything."
  • Tilman Fliegel 13.06.2017 15:49
    Highlight Highlight Bin echt gespannt, wie loyal Jeff ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er mit seinen Aussagen Trump zu Fall bringen könnte. Aber will er das auch? Hat Trump ihn genügend geärgert?
  • Steimolo 13.06.2017 15:02
    Highlight Highlight ich tippe mal auf: nein
  • Asmodeus 13.06.2017 14:49
    Highlight Highlight Nach dem Circlejerk den Trump erst gerade mit seinem Kabinett veranstaltet hat, lässt sich Sessions Auftritt bereits jetzt klar vorhersagen.

    "Comey ist ein Lügner der Trump schlecht dastehen lassen will um seine eigene Kündigung zu rechtfertigen.
    Trump hat nie etwas falsch gemacht.
    Er ist der erfolgsreichste Präsident ever mit grossen Händen"
    • Sandro Lightwood 13.06.2017 17:12
      Highlight Highlight Und den meisten Zuschauer live bei seiner Amtseinführung, nicht zu vergessen.

      Gehe auch schwer davon aus, dass er wie eine 1 hinter Trump stehen wird.
    • Asmodeus 13.06.2017 22:26
      Highlight Highlight Surprise. Wir lagen richtig
  • dubs 13.06.2017 14:46
    Highlight Highlight Würde mich nicht überraschen, wenn er heute alle Aussagen von Comey als Lügen darstellt und die gegebene Aufmerksamkeit dazu nutzt Trump und die ganze Regierung zu verherrlichen.
  • Butzdi 13.06.2017 14:38
    Highlight Highlight Sessions hat bereits 3x unter Eid falsche Angaben gemacht. Weshalb sollte er sich vor einem vierten Mal fürchten? Er wird für Trump lügen und Comey als Lügner bezeichnen. Game of Thrones und House of Cards können einpacken...
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 13.06.2017 18:12
      Highlight Highlight Und wenn er Trump belastet ist er dann immer noch der Eidbrecher 😉
    • flvv 13.06.2017 18:58
      Highlight Highlight @the origin gra: dann wird er von trump als eidbrecher, der ja schon mehrmals falsch ausgesagt hat, denunziert.

      So oder so: wenn er trump belastet, ist das fake news für trumpisten. Wenn er trump entlastet, ist das fake news für alle anderen...

      Die wahrheit ist mittlerweile scheissegal...😳
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 13.06.2017 20:57
      Highlight Highlight @flvv: Genau das meinte ich. Sagt er für Trump aus, wird er von Trumpgegner des 4 fachen Meineides bezichtigt, andersrum von Trump.
      Eine Win-Win Situation für Trump, egal was Session sagt.
      Eigentlich könnte er auch die Schnauze halten 😂

      Ja Willkommen im Zeitalter des Postfaktischem, der Fake News und Alternativen Fakten.Nichts ist Wahr und alles ist Erlaubt (Zitat Assassins Creed)
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