Kommentar
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar

Soldat oder Couch-Potato: Spiel das fröhliche Quiz zur fröhlichen Waffendemo in Virginia!

Badge Quiz

Bild: EPA



Wenn die Waffenlobby in den USA zu einer Demonstration aufruft, dann werden nicht nur Kartons mit schmissigen Slogans verziert. Dann werden die Sturmgewehre geschultert, die Walkietalkies montiert und die Kampfmontur übergestreift. 22'000 zum Teil schwer bewaffnete und/oder vermummte Demonstranten mit Sturmgewehren, Faustfeuerwaffen, Schrotflinten und Stichwaffen zogen gestern durch die Hauptstadt von Virginia.

Sie demonstrierten gegen schärfere Waffengesetze. Seit November sind die Machtverhältnisse im Parlament von Virginia gekippt. Neu besitzen die Demokraten eine Mehrheit. Und nun befürchten die Waffenfreunde Repressalien.

Vor zwei Jahren führten wir mit einer führenden Forscherin auf dem Gebiet des Waffenbesitzes, Prof. Dr. Alexandra Filindra von der University of Illinois in Chicago, ein Interview zu diesem Thema, das die USA so sehr spaltet wie vielleicht nur noch die Abtreibungsfrage.

Sie erklärte gegenüber watson unter Anderem, dass Waffen weissen Männern in den USA als Symbol für ihre Überlegenheit dienen würden. Die Forscherin, welche sich bei ihren Aussagen auf wissenschaftliche Studien stützte, erntete dafür von unseren Laien in der Kommentarspalte Kritik. Und wieder einmal bewahrheitet sich: Die Laien wissen einfach, wovon sie sprechen! Und damit leiten wir gleich weiter zu unserem zynischen Waffendemo-Quiz. Wir haben keinen anderen Weg gefunden, diesen schaurig-faszinierenden Event zu verarbeiten.

Ein kleines Wort der Warnung. Es könnten dabei Aggressionen entstehen. Doch bevor du zur Waffe greifst, öffne schnell das Fenster und gönne dir ein paar Züge frische Abendluft.

Quiz
1.In diesem Bild der Demonstration in Virginia gibt es, weiss Gott, mehr zu sehen als nur weisse Männer. Wer ganz genau hinschaut, findet Zugehörige anderer Gruppen. Welche ist mit mindestens zwei Exemplaren vertreten?
Bild zur Frage
Die Frauen! Guck! Dort hat es mindestens eine. Und wo eine ist, sind auch zwei. Sonst könnten sie ja nicht gemeinsam aufs Klo.
Die Frauen! Guck! Dort hat es mindestens eine. Und wo eine ist, sind auch zwei. Sonst könnten sie ja nicht gemeinsam aufs Klo.
Die Brothers, die Schwarzen ... die Ex-Sklaven. Oder wie sagt man denen nochmals ohne das N-Wort zu verwenden? Die brauchen ja auch Waffen. Für Überfälle und Bandenkriege und was sie halt so machen.
Die Brothers, die Schwarzen ... die Ex-Sklaven. Oder wie sagt man denen nochmals ohne das N-Wort zu verwenden? Die brauchen ja auch Waffen. Für Überfälle und Bandenkriege und was sie halt so machen.
Die Asiaten. Hier steht eventuell ein grossgewachsenes Exemplar. Vielleicht steht er aber auch nur auf Stelzen.
Die Asiaten. Hier steht eventuell ein grossgewachsenes Exemplar. Vielleicht steht er aber auch nur auf Stelzen.
Die Uniabgänger. Mindestens zwei Männer hier können schreiben. Das muss reichen.
Die Uniabgänger. Mindestens zwei Männer hier können schreiben. Das muss reichen.
2.Was beruhigt uns an diesem Bild eines Demonstranten am meisten?
A demonstrator stands outside a security zone before a pro-gun rally, Monday, Jan. 20, 2020, in Richmond, Va. Thousands of pro-gun supporters are expected at the rally to oppose gun control legislation like universal background checks that are being pushed by the newly elected Democratic legislature. (AP Photo/Julio Cortez)
AP
Dass die Waffe gesichert, wenigstens so halb, und der «Finger lang» ist.
Dass die Waffe gesichert, wenigstens so halb, und der «Finger lang» ist.
Dass dieser Herr Nestles Pure-Life-Wasser trinkt. Solange diese Leute unsere Produkte kaufen, sollen sie sich verkleiden, wie sie wollen.
Dass dieser Herr Nestles Pure-Life-Wasser trinkt. Solange diese Leute unsere Produkte kaufen, sollen sie sich verkleiden, wie sie wollen.
Dass er auf Muttis Rat gehört hat und unter dem Helm ein Mützchen trägt. Shoot the Mittelohrenentzündung.
Dass er auf Muttis Rat gehört hat und unter dem Helm ein Mützchen trägt. Shoot the Mittelohrenentzündung.
Dass er den irren Gesichtsausdruck von Private Pyle (in der deutschen Fassung Paula) aus «Full Metal Jacket» perfekt beherrscht. Das nenne ich Cosplay!
Dass er den irren Gesichtsausdruck von Private Pyle (in der deutschen Fassung Paula) aus «Full Metal Jacket» perfekt beherrscht. Das nenne ich Cosplay!
3.Im Gegensatz zum vorherigen Foto ist dieses Bild zutiefst beunruhigend. Weshalb?
Bild zur Frage
Kriegsveteranen sollten nicht auf der Strasse leben müssen. Sad. So sad.
Kriegsveteranen sollten nicht auf der Strasse leben müssen. Sad. So sad.
Die PET-Flasche ist nicht fachgerecht flachgedrückt worden Gopfertammihueresie ...
Die PET-Flasche ist nicht fachgerecht flachgedrückt worden Gopfertammihueresie ...
Weil amerikanische Patrioten ihr Land offensichtlich derart lieben, dass sie ihm mit kleinen Opfergaben (Müll in einer Plastiktüte, leere Snackverpackungen, Kaffeebecher) huldigen.
Weil amerikanische Patrioten ihr Land offensichtlich derart lieben, dass sie ihm mit kleinen Opfergaben (Müll in einer Plastiktüte, leere Snackverpackungen, Kaffeebecher) huldigen.
Nichts. Ich studiere immer noch am Herrn mit dem irren Blick und dem Sniper-Gewehr herum. Wir haben ihn in unserem Bilder-Tool gesucht und sechs Fotos von ihm gefunden. Auf keinem einzigen hat er den Mund geschlossen. Entweder hat er einen Schnupfen oder eine andere Behinderung der Nasenatmung. Wir raten zu einem Untersuch, denn chronische Entzündung können gravierende Folgeschäden verursachen.
Nichts. Ich studiere immer noch am Herrn mit dem irren Blick und dem Sniper-Gewehr herum. Wir haben ihn in unserem Bilder-Tool gesucht und sechs Fotos von ihm gefunden. Auf keinem einzigen hat er den Mund geschlossen. Entweder hat er einen Schnupfen oder eine andere Behinderung der Nasenatmung. Wir raten zu einem Untersuch, denn chronische Entzündung können gravierende Folgeschäden verursachen.
4.Was fällt uns an diesem Bild besonders auf?
Bild zur Frage
Dass hellblaue Bluejeans offensichtlich le dernier cri sind bei den Waffenfreunden. Schon bald werden wir Cara Delevingne und andere Models in New York darin herumgacksen sehen.
Die authentisch sportliche Figur der Waffenfreunde (ach watson, hör doch auf mit dem Bodyshaming).
Dass diese Hobbykrieger mit ihren langen Bärten offensichtlich nicht mit einem Gasangriff rechnen. Erster Weltkrieg? Schon einmal gehört?
Dass die einzige Person im Bild ohne Waffe die einzige Frau ist.
5.Dieser schwer bewaffnete Demonstrant hat neben seinem Sanitäter-Zeichen, das eigentlich eine Schweizer Flagge ist, einen Spruch auf seinen Rucksack genäht. Wie lautet er wohl?
Bild zur Frage
Shootin' Straight
Just Playing Army
Not Neutral
I Was In The Army And All I Got Was Beeing Shot And PTSD
6.So. Letzte Frage. Als Höhepunkt dieses Quiz haben wir uns eine speziell knifflige Frage ausgedacht. Und zwar stellen wir die Aufgabe: Suche den echten Soldaten!
epaselect epa08145243 Gun-rights supporters gather for a rally outside the Virginia state capitol in Richmond, Virginia, USA, 20 January 2020. Virginia Citizens Defense League organized the rally to lobby against gun measures, introduced by Virginia?ïs Democratic-led assembly, that would require background checks and ban guns in some public parks and buildings. The rally also attracted militia members, white supremacists, and other far-right extremists.  EPA/SHAWN THEW
EPA
epa08145266 Gun-rights supporters gather for a rally outside the Virginia state capitol in Richmond, Virginia, USA, 20 January 2020. Virginia Citizens Defense League organized the rally to lobby against gun measures, introduced by Virginia's Democratic-led assembly, that would require background checks and ban guns in some public parks and buildings. The rally also attracted militia members, white supremacists, and other far-right extremists.  EPA/JIM LO SCALZO
EPA
Gun-rights advocates stand outside the Virginia State Capitol in Richmond, Va., Monday, Jan. 20, 2020. The rally was hosted by the Virginia Citizens Defense League but drew interest from groups across the country. (Mike Morones/The Free Lance-Star via AP)
AP
An American infantryman, his buddy killed in action in the Korean War, weeps on the shoulder of another GI somewhere in Korea, August 28, 1950. Meanwhile, a corpsman, left, goes about the business of filling out casualty tags. No identifications available. (KEYSTONE/AP Photo/Stf) === ===
AP NY

Wir schreiben den 21. Januar und bereits kam es in den USA zu elf Mass Shootings in diesem Jahr. Jeden zweiten Tag wird geballert. Dabei kamen 12 Menschen ums Leben, 39 wurden verletzt.

Trotzdem beharren die Demonstranten auf ihr Recht, Waffen zu bunkern und zum Teil sogar offen mit sich herum zu tragen. Ob die Demonstranten tatsächlich glauben, dass ihre Waffen Leben retten, so wie sie das mit ihren Stickern proklamieren, ob sie es sich einreden, weil Waffen und die Macht, die von ihnen ausströmt, ihnen einen angenehmen Kitzel beschert, oder ob es ihnen einfach egal ist, wissen nur die einzelnen Individuen selbst.

Dem neutralen Beobachter bleibt die Erkenntnis, dass die Waffenfrage in den USA ein gutes Beispiel dafür ist, dass rationales Denken selten gegen Emotionen ankommt. Eine Erkenntnis, die immer wieder einmal zynische Reaktionen auslöst. So auch heute. Man möge es uns verzeihen.

Dinge, die du NICHT zu deinen Schwiegereltern sagen solltest

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

Jetzt kommen die gendergerechten Verkehrsschilder

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Die Konzernverantwortungs-Initiative aus einem afrikanischen Blickwinkel

Als gebürtiger Südsudanese beobachte ich die Debatte in der Schweiz um die Konzernverantwortungs-Initiative (KVI) mit Befremden. Beinahe alle Nichtregierungsorganisationen (NGO), die auch in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, engagieren sich für diese Initiative in der Hoffnung, dass es künftig weniger Menschenrechtsverletzungen gibt, die von Schweizer Firmen in Entwicklungsländern verursacht werden.

Insgeheim wissen die meisten dieser NGO sehr wohl, dass die systematische Verletzung von …

Artikel lesen
Link zum Artikel