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Der Nigerianer Mike Ben Peter wurde 2018 von sechs Polizisten minutenlang zu Boden gedrückt. Mit fatalen Folgen. screenshot: rts

Schwarzer starb bei Polizeikontrolle in Lausanne: «Gut, dass es zum Prozess kommt»

Auch die Schweiz hat einen Fall «George Floyd»: Sechs Polizeibeamte drückten 2018 in Lausanne den Nigerianer Mike Ben Peter minutenlang zu Boden, worauf dieser einen Herzstillstand erlitt. Eine Expertin von Amnesty International schätzt den Vorfall ein.



Durch die Tötung von George Floyd kommen auch in der Deutschschweiz Fälle an die Öffentlichkeit, die dem dramatischen Fall in den USA zumindest ähneln.

Im Februar 2018 wollte ein Drogenfahnder in Lausanne einen 40-jährigen Nigerianer kontrollieren. Doch die Festnahme von Mike Ben Peter lief aus dem Ruder. Laut Untersuchungsbericht drückten sechs Polizisten den 130-Kilo-Hünen sechs Minuten lang auf dem Bauch zu Boden, obschon er sich nicht aktiv gewehrt hatte und laut Zeugen Schmerzensschreie von sich gab. Dabei erlitt Peter einen Herzstillstand und starb später im Spital. Peter war zuvor schon mehrfach wegen Drogenhandels verhaftet worden.

Wie Anwalt Simon Ntah auf watson-Anfrage erklärt, läuft das Verfahren gegen die Polizisten über zwei Jahre nach dem Tod des Nigerianers immer noch. «Letzte Woche fand eine weitere Anhörung statt. Wir nähern uns dem Ende dieser Untersuchung und rechnen mit einem Prozess gegen die Angeklagten.»

Wie ist dieser schwere Fall von Polizeigewalt einzuordnen? Alicia Giraudel, Juristin und Menschenrechtsexpertin bei Amnesty International, klärt auf:

Über zwei Jahre nach der Tötung von Mike Ben Peter hat der Prozess gegen die involverten Polizisten immer noch nicht begonnen. Was bedeutet das?
Alicia Giraudel: Grundsätzlich ist es positiv, wenn es überhaupt zu einem Verfahren gegen die Polizisten kommt.
Das ist auch in der Schweiz nicht immer der Fall. Auch darum braucht es eine unabhängige Untersuchungsstelle, die bei Fällen von Polizeigewalt ermittelt. Sogar der Europäische Gerichtshof hat die Schweiz in zwei Fällen verurteilt, weil kein faires Untersuchungsverfahren gegen die Polizei garantiert wurde. Das muss sich ändern.

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Alicia Giraudel, Juristin Amnesty. bild: zvg

Der Anwalt von Mike Ben Peter fordert, dass die Polizisten nicht wegen fahrlässiger, sondern wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt werden. Wie realistisch ist das?
Dazu kann ich mich nicht äussern, weil wir keine Akteneinsicht haben. Natürlich gilt auch für die Polizisten die Unschuldsvermutung.

«Polizeikräfte, die verdächtigt werden, Folter oder andere unmenschliche Behandlungen eingesetzt zu haben, sollten vom Aktivdienst suspendiert werden.»

Die Polizisten sind trotz des Verfahrens noch immer im Dienst. Ist dies aus ihrer Sicht zulässig?
Den Einzelfall kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich sollte gelten: Polizeikräfte, die verdächtigt werden, Folter oder andere unmenschliche und erniedrigende Behandlungen eingesetzt zu haben, sollten vom Aktivdienst suspendiert werden.

Der Tod von Mike Ben Peter löste in Lausanne massive Proteste aus. Wie kam es dazu?
Im Kanton Waadt sind damals innert nur zwei Jahren gleich mehrere Personen während oder in Folge einer Festnahme durch die Polizei verstorben. Allen diesen Fällen sind zwei Dinge gemein: Die Hautfarbe der Opfer – schwarz – und die Intransparenz der Behörden. Das ist auffallend und beängstigend. Mike Ben Peter lebte in einem Wohnblock des Kollektiv Jean Dutroit.Dieses Kollektiv und andere zivilgesellschaftliche Gruppen organisierten nach seinem Tod die Demonstrationen.

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Nach dem Tod von Mike Ben Peter gingen in Lausanne Hunderte auf die Strasse. bild: rts

Was braucht es, damit Polizeigewalt – inbesondere gegen Schwarze – in der Schweiz besser untersucht werden kann?
Ganz wichtig wäre es, die Verfahren gegen Polizeibeamte in der ganzen Schweiz statistisch zu erfassen. Das ist bislang nicht der Fall und wäre die Grundlage, um Parallelen zu erkennen und geeignete Massnahmen gegen Polizeigewalt zu ergreifen. Zudem steht Amnesty im Dialog mit verschiedenen Schweizer Polizeicorps. In der Stadt Zürich gibt es etwa einen runden Tisch gegen Rassismus mit der Zivilgesellschaft und der Polizei. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Dialog stattfindet.

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dynamischer-Muzzi 04.06.2020 12:26
    Highlight Highlight Wird jetzt jeder Fall, bei dem ein Farbiger während der Verhaftung zu Tode kam wieder in Frage gestellt?
    Bei allem Respekt, aber dieser Bogen von Floyd zu diesem Fall 2018 ist aber sehr weit gespannt.

    Und wenn wir gerade dabei sind zu überspannen, wie viele Menschen sterben denn täglich durch die Hand eines Farbigen in den USA? Wie viele der Demonstranten gegen Polizeigewalt in der USA rauben, plündern, randalieren und zerstören fremdes Eigentum im der aktuellen Zeit nach dem Tod von Floyd? Ja, es werden sogar Menschen umgebracht, der versuchen Plünderungen zu verhindern!
  • Vipermaschine 04.06.2020 11:41
    Highlight Highlight Ich habe selber während 35 Jahren in einem der grössten Polizeicorps Dienst geleistet und darf mit gutem Gewissen schreiben, dass ich keinen einzigen rassistischen Übergriff miterlebt habe. Was ich jedoch dutzendfach festgestellt habe ist, dass es gegen aussen fast immer brutal wirkt, wenn man eine renitente Person festnehmen will. Wenn es sich wie im vorliegenden Fall beschrieben, um einen 130 kg Brocken handelt, möchte ich einmal den hier schreibenden Gutmenschen zusehen, wenn sie so jemanden festnehmen sollten.
  • Payaso 04.06.2020 11:41
    Highlight Highlight Auf zu einer neuer Runde Whataboutism in der Kommentarspalte!
    Ich bin ja kein Rassist, aber...
    Benutzer Bild
    • Darkglow 05.06.2020 08:28
      Highlight Highlight Ich kann den Satz, "Ich bin ja kein Rassist, aber ..." nicht mehr hören! Danach folgt immer eine rassistische oder fremdenfeindliche Aussage. Was soll der Sch****? Wem will man hier was vormachen? Wer rassistische oder xenophobe Äusserungen macht, ist eben rassistisch bzw. xenophob, Schluss aus, keine Entschuldigung!!!
  • Snowy 04.06.2020 11:21
    Highlight Highlight Aufgrund der Aussagen in diesem Interview ist es absolut unmöglich sich über den effektiven Ablauf zu informieren.

    Scheint mir unpassend, hier den Bogen zu Floyd und den USA zu schlagen.
    Zumal die nigerianischen Drogendealer hierzulande einen äussert gewalttätigen Ruf haben - im Gegensatz zum Grossteil der hiesigen Polizisten.

    Lassen wir doch einfach die Gerichte ihre Arbeit gründlich erledigen und schauen wir dann mit Kenntnis des Sachverhalts.
  • murrayB 04.06.2020 10:44
    Highlight Highlight Den Kommentaren zu Folge ist Widerstand bei einer Verhaftung völlig OK! Und das kann es nicht sein...

    Dass nicht immer alles gut gehen kann und auch blessuren dann davongetragen werden können sollte auch allen klar sein!

    Dass einer bei einer Verhaftung mal einer sterben kann (insbesondere bei Waffeneinsatz) sollte auch klar sein...

    Alle diese Aussagen sind im generellen zu verstehen und nicht auf diesen Fall direkt bezogen...

    Bis zur juristischen Klärung eines Falles gilt immer noch die Unschuldsvermutung - das sollte auch allen klar sein...
    • Oigen 04.06.2020 11:49
      Highlight Highlight "Dass einer bei einer Verhaftung mal einer sterben kann (insbesondere bei Waffeneinsatz) sollte auch klar sein..."

      Bitte was?
      Dann hoffe ich für dich dass dich nicht mal ein Polizist ausversehen bei einer Verhaftung erschiesst.
      Wobei, nach deiner Aussage wäre das ja durauch ok.
    • AndOne 04.06.2020 13:50
      Highlight Highlight Danke für deinen sachlichen und korrekten Kommentar. Anscheinend haben viele das Gefühl, dass man sich bei einer Verhaftung oder Personenkontrolle der Polizei wiedersetzen darf. Leider falsch gedacht.
    • murrayB 04.06.2020 16:51
      Highlight Highlight @Oigen

      Da hast du mich falsch verstanden - ich meinte, wenn der Tatverdächtige mit Waffen hantiert, kann es durchaus sein, dass er ums leben kommt - genauso wie es auch der Polizist sein könnte...

      Als Tatwaffen kommen hier natürlich nicht nur Messer und Handfeuerwaffen in Frage, sondern auch wenn jemand mit einem Feuerlöscher auf einen Polizisten losgeht...
  • MrBlack 04.06.2020 10:21
    Highlight Highlight Unabhängig von der Tat & vom Opfer ist es auch bei uns sehr schwierig, Polizisten für womöglich begangene Straftaten zu verurteilen. Wenn die einzigen Zeugen das Opfer und Kollegen der Polizei sind, wird es schwierig. Dazu kommt noch, dass die Ermittlung noch dass die Polizei gegen sich selbst ermittelt und es dann oftmals zu Vertuschungen kommt.

    Ich habe kein Patentrezept, aber in diese Richtung sollte schon etwas geschehen. Von Prävention in der Ausbildung, über möglichst unabhängige Ermittlungen bis zu einer möglichen Bodycam-Pflicht für Polizisten.
  • iudex 04.06.2020 10:16
    Highlight Highlight Zum Glück entscheidet bei uns ein Gericht, kein Newsportal oder die Verteidigung.

    Bis zum Urteil gilt übrigens auch ein Polizist als unschuldig.
  • Knäckebrot 04.06.2020 09:52
    Highlight Highlight So sensibilisierungsberichte sind zwar gut gemeint, allerdings haben diese auch ein Potential Kluften zu schaffen und zu vergrössern, das euch offenbar nicht bewusst ist.

    Es begünstigt, dass komplexe Sachverhalte auf plumpe Haltungen reduziert werden (und dann noch hochgerechnet werden), welche die Realität verzerren.

    Dieses westliche "sich solidarisieren" mag ein Gefühl geben, auf der richtigen Seite zu sein. Aber man beachtet dabei zu wenig, was die Vorwürfe bewirken, die man damit div. Gruppen macht (hier schweizer Polizisten) und vielleicht nicht so einfach die Realität reflektieren.
  • du_bist_du 04.06.2020 09:07
    Highlight Highlight Es ist keine Chronik des Ablaufes aufgezeigt. Die Aussage des Interviews ist, dass man keine Akteneinsicht habe und Einzelfälle nicht beurteilen kann.

    Ansonsten werden wieder alle Fälle, alle Tode von Nichtweissen, in einen Topf geworfen.
    Der gut dokumentierte Tod von Herrn Floyd wird mit einem Fall verglichen, bei dem ich je nach politischer Einstellung, Rassismus oder renitenter Drogendealer herauslesen kann. Es braucht eine recherchierte Chronik.

    Ich weiss nicht ob der Artikel zur Aufklärung beiträgt oder doch nicht eher zu Polarisierung und gegenseitigem Unverständnis.
  • neutrino 04.06.2020 08:54
    Highlight Highlight Polizeigewalt in Ehren, aber das Interview bringt ja null Mehrwert. Es brauche eine unabhängige Stelle in der Schweiz - das nennt sich doch Gericht? Es gibt hunderte von Urteilen in der Schweiz, die sich mit Polizeigewalt befassen, in den meisten Fällen sehr differenziert. Die sind alle öffentlich einsehbar.

    Und macht die Sache nicht besser, aber in ganz Asien, US, Kanada, etc. haben Polizisten viel mehr Macht und Ermessen als in CH oder D. Einen 100kg-Mann ganz sanft im Zaum zu halten, der ev. bewaffnet und auf Drogen ist, ist nicht so einfach, wie alle denken.
  • Quo Vadis 04.06.2020 08:23
    Highlight Highlight Wer hier eigentlich vor Gericht gehört ist die Migrationsbehörde oder die Richter, die den Nigerianer trotz mehrfachen Drogenhandels nicht das Aufenthaltsrecht entzogen. Ich bin schockiert dass dies nicht mal thematisiert wird.
    • MetalUpYour 04.06.2020 09:01
      Highlight Highlight Richter und Behördenmitglieder aufgrund unliebsamer oder falscher Entscheide ins Gefängsnis stecken...

      Dann lassen sich bestimmt noch viele Leute finden, die diesen Beruf ohne Angst ausüben.

      Dass solche Forderungen, die eigentlich nur in übelsten Diktaturen vollzogen werden, hier so viele Herzen ernten, ist schockierend.

      20min.ch sollte endlich die Kommetarfunktion überarbeiten, damit die Dauerempörten wieder dorthin zurück finden...
    • Quo Vadis 04.06.2020 10:32
      Highlight Highlight "Richter und Behördenmitglieder aufgrund unliebsamer oder falscher Entscheide ins Gefängsnis stecken" "Dass solche Forderungen, die eigentlich nur in übelsten Diktaturen vollzogen werden, hier so viele Herzen ernten, ist schockierend."

      Also mir genügt die reine Untersuchung der jeweiligen Richtersprüche und ob unter Umständen Parteilichkeit oder Befangenheit bei den jeweiligen Urteilen mit im Spiel war. Ansonsten ist die Verniedlichung des mehrfachen Drogenhandels ohne effektive rechtliche Konsequenzen nicht so einfach zu begründen - oder?

      Was soll an einer Untersuchung undemokratisch sein?
    • MetalUpYour 04.06.2020 10:50
      Highlight Highlight Bei Befangenheit ist jederzeit eine Beschwerde an die nächsthöhere Instanz möglich.

      Materiell lassen sich Entscheide mittels Berufung weiterziehen.

      Gerichtliche und behördliche Entscheide lassen sich in der Schweiz ohne Weiteres von unabhängigen Instanzen überprüfen.

      Persönliche Verantwortlichkeit von Behördenmitgliedern würde nur dazu führen, dass alle Täter maximal weggesperrt werden etc., da ja niemand für ein fremdes Verbrechen haftbar gemacht werden möchte.

      Ich behaupte ja nicht, dass unser Rechtsstaat keine Fehler macht, aber Strafverfahren gegen Behördenmitglieder sind keine Lösung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zaphod67 04.06.2020 08:18
    Highlight Highlight "Grundsätzlich sollte gelten: Polizeikräfte, die verdächtigt werden, Folter oder andere unmenschliche und erniedrigende Behandlungen eingesetzt zu haben, sollten vom Aktivdienst suspendiert werden."

    Solche Aussagen zeigen, wie weltfremd Leute wie Frau Giraudel denken. Es gehört unter renitenten Häftlingen geradezu zum 'guten Ton', die verhaftenden Polizisten -mit wenigen Ausnahmen zu Unrecht - der erniedrigenden Behandlung etc. zu bezichtigen. Wenn solche Behauptungen gleich zur Suspendierung der Polizisten führen würden, gäbe es bald keine aktiven Polizisten mehr.
    • Baccaralette 04.06.2020 12:34
      Highlight Highlight zaphod - warst du im Polizeidienst oder hast eine sehr nahestehende Person, die im Polizeidienst steht?

      Als Polizist musst du dir alles gefallen lassen. Das gehört zu deinem Beruf. Und das ist richtig so. Dafür wirst du ausgebildet.

      Im Gegensatz zu den USA, wo die Polizisten nach 6 Wochen Ausbildung in den Einsatz ziehen und gleich schiessen dürfen (und auch sollen und dies auch tun!).

      Und wenn du das nicht (mehr) kannst, musst du dich nach einer anderen Beschäftigung umsehen - innerhalb oder ausserhalb des Polizeidienstes.
    • zaphod67 04.06.2020 13:12
      Highlight Highlight Nein - als Polizist muss man sich vieles, aber NICHT alles gefallen lassen. Ausserdem ging es in meinem Kommentar um die Frage der Suspendierung.
    • Hugo Hugentobler 04.06.2020 13:45
      Highlight Highlight „Als Polizist musst du dir alles gefallen lassen.“ Schliffts?!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kong 04.06.2020 08:01
    Highlight Highlight auf den ersten Blick ist klar, pure Polizeigewalt... aber jeder der im Ordnungsdienst renitente Personen festsetzen und kontrollieren musste, weiss wie schwierig das ist. Gegner sind durch Adrenalin, Drogen etc gepusht, man braucht locker 3-4 Leute um jemanden so festzuhalten, dass er nicht verletzt wird (in der Psychiatrie sind es 5-10 Leute!). Ich bin über 100kg und trainiert. Viel Spass der Person die mich am Boden festhalten möchte, wenn ich weisse Mäuse tanzen sehe... der Typ war 130 und Nigerianer sind idR nicht aus Zucker.
    Empörung alleine ist ohne etwas Frontwissen nicht alles...
    • Hugo Hugentobler 04.06.2020 08:45
      Highlight Highlight Danke, genau was ich gestern auch gesagt habe. Wer noch die Kräfte gesehen hat, welche ein erwachsener Mann freisetzt wenn er gegen seinen Willen festgenommen werden soll, sollte sich in solchen Diskussionen zurückhalten. Diese Menschen hyperventilieren, schaumen, spucken, schnauben, spüren absolut keinen Schmerz mehr und werfen gleichschwere Personen durch die Luft als ob es Kinder wären. Unvorstellbar bei einem 130kg Hühnen.
    • Baccaralette 04.06.2020 12:34
      Highlight Highlight Und weil Nigerianer nicht aus Zucker sind - hallo Klischees!! - darf man sie arretieren, dass sie versterben?

      Interessant.
    • Kong 05.06.2020 02:10
      Highlight Highlight @Baccaralette. Das steht nirgends. Er war renitent. Er war kräftig. Er kam aus einem Land in dem die meisten von uns Mühe mit den harten Umständen hätten. Das er verstarb ist traurig und sinnlos. Aber brauchst du immer einen Rassisten auf der Gegenseite? Bist du ein Menschenfreund der bei der Hautfarbe die Grenzen zieht? Arbeite doch mal in einem schwierigen Umfeld. Dann wirst du vermutlich auch feststellen, das es nicht die Hautfarbe/Nationalität ist, die zu solchen Eskalationen führt, sondern das Verhalten einer Person. Wir sind hier weit weg von US Zuständen.
  • Payaso 04.06.2020 07:55
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • felixJongleur 04.06.2020 11:15
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Flexon 04.06.2020 07:47
    Highlight Highlight Stirbt er immer noch?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 04.06.2020 09:01
      Highlight Highlight Auch wenn du recht hast, dass es korrekt "starb bei Polizeikontrolle" heissen muss...das darfst du nicht so Fragen wie du es tust.
  • aglaf 04.06.2020 06:53
    Highlight Highlight Journalistische Arbeit neigt dazu, korrelative Zusammenhänge als Kausalität darzustellen. Dies wirkt in diesem Fall gefährlich manipulativ. Seriöser wäre es, festzustellen, ob sich dieser Fall in Lausanne aufgrund der Hautfarbe ereignet hat, oder der Polizeigewalt, die auch einen Weissen hätten treffen können. So oder so muss dies untersucht werden, Verantwortung und Konsequenz übernommen werden. Aber die Berichterstattung darüber wünsche ich mir neutraler.
  • CalibriLight 04.06.2020 06:34
    Highlight Highlight Wieso dauert das so lange, bis es überhaupt zum Prozess kommt? Der Mann hat sich nicht aktiv gewehrt, hat sich allerdings geweigert die Hände auszustrecken. Daraufhin: in die Genitalien getreten, mit Pfefferspray besprüht, von 6 Polizisten zu Boden gedrückt. Da würde mich die Erklärung der Polizei allerdings auch interessieren.
    • CalibriLight 04.06.2020 08:21
      Highlight Highlight Ich interessiere mich sonst nicht für Blitzer, aber hier nimmt es mich wunder: Was ist an meinem Kommentar falsch? Ich fasse zusammen, was watson zu diesem Vorfall berichtet hat, möchte gerne die Sichtweise der Polizei dazu und habe eine juristische Frage.
      So what?
    • Hugo Hugentobler 04.06.2020 08:30
      Highlight Highlight Du weisst schon, dass alles was du hier als Tatsachen aufführst, aus dem Mund des Anwalts des Opfers stammt? Ausserdem sollte eine gute Untersuchung ihre Zeit dauern. Denn je mehr Zeit verstrichen ist, desto weniger Emotionen sind im Spiel.
    • Antiypanikmacher 04.06.2020 08:58
      Highlight Highlight In der Schweiz gibt es keine Schauprozesse. Daher werden die Fakten vor dem Gerichtstermin gesammelt, damit die Verhandlung in wenigen Tagen durchgeführt werden können. Dadurch haben Verteidiger wie auch Staatsanwälte keine Gelegenheit vor Gericht eine Show abzuziehen. Es zählen nur die Fakten, welche die Richter im Vorfeld auch schon kennen. Am Prozess geht es nur noch um die Interpretation. Daher dauert es länger bis zum Prozess. Der Prozess selber ist aber kürzer, was auch für die Angeklagten Vorteile hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raembe 04.06.2020 06:12
    Highlight Highlight So sehr ich das auch schätze das über diesen Fall in Lausanne berichtet wird, so stark ärgere ich mich über die Einseitigkeit der Berichterstattung.

    Ihr lasst den Anwalt von Peter zu Wort kommen, aber nicht die Gegenseite. Ihr stellt die Polizisten als Täter dar, obwohl noch nicht mal ein Prozess gehalten wurde.

    Ausserdem frage ich mich was es bringt eine Juristin zu interviewen, die keine Akteneinsicht hat. Sie weiss also kaum mehr als wir.

    Noch zum Abschluss: Falls der Fall so passiert ist, wie ihr schildert, gehören die Polizisten bestraft. Aber es gilt die Unschuldsvermutung.
    • weissauchnicht 04.06.2020 06:52
      Highlight Highlight Es wurde eine neutrale Juristin interviewt, der Anwalt des Verstorbenen hatte sich nicht inhaltlich, sondern nur formell zum Stand des Verfahrens geäussert. Und auf die Unschuldsvermutung hatte die Interviewte auch bereits hingewiesen. Was ist jetzt Dein Problem?

      Herr Peter ist durch Polizeigewalt gestorben, das gilt aufgrund der Autopsie als erwiesen. Es gehört zum Job eines Polizisten, bei Bedarf angemessen Gewalt auszuüben, aber weder unbegründet noch übermässig.

      Der Prozess wird zeigen, ob Bedarf bestand und ob die angewendete Gewalt angemessen war. Man darf/muss zweifeln.
    • nine 04.06.2020 07:17
      Highlight Highlight Im Text kommt vor, dass die Unschuldsvermutung gilt. Des Weiteren steht nicht, dass die Polizei den Herzstillstand verursachte, sondern wonach (synonym; nach dem) Polizeieinsatz.

      Die Polizei gibt zu einem laufenden Verfahren generell keine Auskunft - daher erübrigt sich dein Wunsch nach einer Gegendarstellung.

      Eine Juristin kann immer eine andere Sichtweise einbringen. Beim Interview geht es generell auch um den Rassismus von Schweizer Polizist*innen und darum, dass die Behörden fast keine Angaben machen(Statistik, unabhänige Untersuchungsstelle). Du kannst deine Empörung daher abschalten.
    • DrMedFacharztFürStatistischeKrankheiten 04.06.2020 10:19
      Highlight Highlight Sorry gemäss anzahl Biltze gilt die Unschuldsvermutung nicht mehr. Ist dies bedenklich?
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