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USA müssen Erinnerungen an Sklaverei vorerst wieder anbringen

USA müssen Erinnerungen an Sklaverei vorerst wieder anbringen

13.06.2026, 07:4113.06.2026, 07:41

Sklaverei, Rassismus, Diskriminierung: Die US-Regierung muss ihre Eingriffe in die Erinnerungskultur in Nationalparks und an öffentlichen Plätzen vorerst wieder rückgängig machen. Das Vorgehen der Regierung habe zum Ziel, «die Geschichte der Nation mit einem Korrekturstift umzuschreiben», schrieb eine Bundesrichterin aus Boston. Ihre einstweilige Verfügung richtet sich an die Aufsichtsbehörde der Nationalparks, in deren Verantwortung auch öffentliche Denkmäler liegen. Ein Urteil in der Sache steht noch aus.

National Park Service employees reinstall parts of a slavery exhibit detailing the lives of nine people enslaved by President George Washington despite an ongoing legal fight between the city and the  ...
Mitarbeiter des National Park Service bauen im Februar 2026 in Philadelphia Teile einer Ausstellung zum Thema Sklaverei wieder auf, die das Leben von neun Menschen beleuchtet, die von Präsident George Washington versklavt wurden.Bild: keystone

US-Präsident Donald Trump hatte sein Innenministerium im März vergangenen Jahres angewiesen, sämtliche Gedenkstätten, -tafeln, Statuen und Ähnliches darauf zu überprüfen, ob sie die Geschichte der USA in ein schlechtes Licht rücken. Der Name des Dekrets: «Wiederherstellung von Wahrheit und Vernunft in der amerikanischen Geschichte.» Als Grund nannte Trump einen angeblich breit angelegten Versuch, die Geschichte des Landes als rassistisch und unterdrückerisch umzuschreiben. Wo das geschehe, müssten Ausstellungen, Denkmäler oder Inschriften geändert oder entfernt werden.

US-Regierung muss Tafeln binnen drei Wochen wieder anbringen

In der Folge verschwanden bundesweit etwa Gedenktafeln, die Sklaverei thematisierten – so auch an George Washingtons ehemaligen Haus in Philadelphia. Die zuständige Behörde entfernte dort Gedenktafeln, die über vom einstigen US-Präsidenten versklavte Menschen informierten. Nach einer Klage der Stadt wurden die Tafeln wieder aufgestellt. Auch Hinweise auf den Klimawandel – den Trump nicht als Bedrohung ansieht – wurden vielerorts entfernt.

Wie Bundesrichterin Angel Kelley aus Boston nun erklärte, müssten die USA besonders zum 250. Jubiläum ihrer Unabhängigkeit die ganze Geschichte ihres Landes erzählen. Dabei gehe es um unbestritten wahre Sachverhalte, die die US-Regierung zu nivellieren versuche. Geklagt hatten eine Reihe von Verbänden aus den Bereichen Geschichte, Naturschutz und Wissenschaft.

Die Richterin ordnete an, alle im Namen des Dekrets entfernte Denkmäler wieder einzusetzen. Änderungen müssten rückgängig gemacht werden. Die Richterin gab der Regierung dafür 21 Tage Zeit – also bis wenige Tage vor dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli. (sda/dpa)

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Hadock50
13.06.2026 08:07registriert Juli 2020
sämtliche Gedenkstätten, -tafeln, Statuen und Ähnliches darauf zu überprüfen, ob sie die Geschichte der USA in ein schlechtes Licht rücken.

Aus den Augen aus dem Sinn ?
😳

....dann dürfte es in Zukunft gar nichts geben was an den möchtegern König, faschist rassist und verurteilter sexualstraftäter Trump erinnert !!

Aber ich bin mir sicher, dass DAS etwas ganz anderes ist.

Ps. Die SVP findet Trump gut.
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Violett
13.06.2026 09:06registriert Juni 2020
Ein positives Urteil, das hoffen lässt und zeigt die Demokratie lebt.
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Interessierter
13.06.2026 10:53registriert Juni 2016
Geschichtsklitterung findet auch bei uns statt. Erinnert ihr Euch an den Aufstand der SVP als der Bergier Bericht die Taten der Schweiz während des 2. Weltkriegs offengelegt hat?

Sobald Geschichtsklitterung gemacht wird, wird darauf verzichtet aus der eigenen Geschichte zu lernen und die Fehler werden wiederholt.
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