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Heute startet die Test-Offensive – die wichtigsten Fragen und Antworten

Am 15. März beginnt die grosse Test-Offensive des Bundes. Alles, was du dazu wissen musst, in 21 Fragen und Antworten.
15.03.2021, 06:29
Bild: keystone

Warum wird die Teststrategie ausgeweitet?

Um die Öffnungsschritte optimal zu begleiten, weitet der Bundesrat das Testen massiv aus. Das Ziel ist es, dass 40 Prozent der mobilen Bevölkerung einmal pro Woche getestet wird. Das Testen ist zusammen mit dem Contact-Tracing, dem Impfen, den Hygieneregeln und den bestehenden Schutzkonzepten ein wichtiger Bestandteil des Massnahmenpakets, das es erlaubt, die Coronavirus-Pandemie effektiv zu kontrollieren.

Wie ist die neue Teststrategie organisiert?

Die neue Teststrategie tritt ab dem 15. März in Kraft. Sie beruht auf 3 Pfeilern:

  • dem Testen symptomatischer Personen,
  • breitem, repetitivem Testen in Ausbildungsstätten, Betrieben und Institutionen,
  • Testen von individuellen Personen / Selbsttests.

Der Schwerpunkt der Strategie liegt auf den ersten zwei Pfeilern. Sie dienen der Pandemiekontrolle durch Testen, Rückverfolgen, Isolieren und Quarantäne. Der dritte Pfeiler dient dazu, die Übertragungen im persönlichen Umfeld zu reduzieren.

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Können mit flächendeckenden Tests die Schliessungsmassnahmen des Bundesrats aufgehoben werden?

Die erweiterte Teststrategie ist eine von mehreren Massnahmen, welche die Fallzahlen stabil halten oder gar senken kann. Wenn die Fallzahlen sinken, kann möglicherweise ein Teil der Massnahmen aufgehoben werden. Mittel- und langfristig ist die Durchimpfung der Bevölkerung die Voraussetzung, um alle Massnahmen definitiv aufzuheben.

Wie viel kostet die Testoffensive des Bundes?

Die Kosten für die Ausweitung der Teststrategie belaufen sich für das Jahr 2021 auf über eine Milliarde Franken. Grundlage dazu bildet das Covid-19-Gesetz, das bis Ende Jahr befristet ist.

Ist Testen sinnvoll, wenn ich keine Symptome habe?

Ja. Das Problem dieser Pandemie sind die vielen Personen, die das Virus in sich tragen, aber keine Symptome zeigen. Diese Personen müssen wir ausfindig machen, um Infektionsketten so früh wie möglich zu unterbrechen. Wer sich regelmässig testen lässt, trägt dazu bei, die Fallzahlen stabil zu halten oder gar zu senken.

Weshalb soll ich mich regelmässig testen lassen?

Das breite und repetitive Testen soll vor allem am Arbeitsplatz oder in der Schule stattfinden. Dort halten sich die Menschen auf, die besonders mobil sind und mit vielen anderen Kontakt haben. Wenn wir an diesen Orten regelmässig testen, können wir Ansteckungsherde frühzeitig erkennen und die Ansteckungsketten unterbrechen.

Warum soll ich mich zuhause testen?

Die Selbsttests dienen dazu, die Übertragungen im persönlichen Umfeld zu reduzieren. Individuelle Tests können beispielsweise eingesetzt werden vor dem Besuch von Freunden oder Angehörigen oder vor Aktivitäten mit einem Übertragungsrisiko. Für asymptomatische Personen sind Selbsttests deshalb hilfreich.

Soll ich mich besser zuhause oder bei der Arbeit / in der Schule testen lassen? Ist beides notwendig?

Das breite, repetitive Testen bei der Arbeit oder in der Schule kann das Virus systematisch erkennen. Es ist deswegen sehr wichtig, sich bei der Arbeit oder in der Schule regelmässig testen zu lassen, falls die Möglichkeit besteht. Selbsttests sind eine Ergänzung dazu.

Sollen sich auch Kinder und Jugendliche testen lassen?

Ja. Gerade Kinder und Jugendliche zeigen seltener Symptome einer Ansteckung mit dem Coronavirus als Erwachsene. Zudem haben sie eine grosse Anzahl von Sozialkontakten und sind sehr mobil. Ein Test kann eine Ansteckung frühzeitig erkennen und verhindern, dass weitere Personen angesteckt werden.

Ich möchte in die Ferien fliegen und brauche dafür einen Test. Ist der auch gratis?

Nein. In der Regel wird für das Reisen ein PCR-Test verlangt. Ein PCR-Test ist nur gratis, wenn du Symptome hast oder ein positiver Antigen-Schnelltest bestätigt werden muss.

Welche Betriebe sollen regelmässig testen?

Alle Unternehmen, Schulen und Institutionen können am Testprogramm teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Was sind die Vorteile für Betriebe, die regelmässig testen?

Durch das breite und repetitive Testen in Betrieben können Ansteckungsfälle sehr früh erkannt werden. So kann eine weitere Ausbreitung auch unter den Mitarbeitenden verhindert werden. Dadurch müssen letztlich weniger Mitarbeitende in Isolation oder Quarantäne, was insbesondere für Betriebe, in denen vor Ort gearbeitet werden muss, einen grossen Vorteil darstellt. In einer nächsten Phase wird geprüft, ob das breite und repetitive Testen in Betrieben auch zu Quarantänebefreiungen oder einer Aufhebung der Homeoffice-Pflicht führen kann.

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Video: watson

Wie wird die Bundesverwaltung an den repetitiven Tests teilnehmen?

Die Bundesverwaltung plant ebenfalls repetitive Tests und erarbeitet entsprechende Konzepte.

Ist die Teilnahme an Testungen am Arbeitsplatz obligatorisch?

Die Teilnahme an Testungen ist grundsätzlich freiwillig. Der Arbeitgeber ist nur innerhalb der Grenzen des zwingenden Rechts berechtigt, seine Arbeitnehmer testen zu lassen. Das zwingende Recht umfasst zum Beispiel den Schutz der Persönlichkeit des Arbeitnehmers. Die Testung muss sich mit Gründen rechtfertigen lassen, die sich auf die Arbeitsleistung oder den Schutz anderer Mitarbeiter oder Dritter (Kunden, Patienten) beziehen. Zu berücksichtigen sind dabei die gesamten Umstände, so etwa die epidemiologische Lage und die Möglichkeit und Verfügbarkeit anderer Schutzmassnahmen.

Ist es sinnvoll, wenn private Vereine ihre Mitglieder regelmässig testen?

Pooling-Tests sind nur für Schulen, Betriebe und Institutionen vorgesehen. Private Vereine sollten jedoch ihre Mitglieder vor Aktivitäten mit erhöhtem Risiko testen. Dazu gehört beispielsweise der Sportverein vor einem Training oder der Musikverein vor einer Probe. In diesem Fall sind die Antigen-Schnelltests besonders angezeigt, auch weil die Resultate unmittelbar vorhanden sind.

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Video: watson/jah

Was passiert, wenn ein gepoolter Test positiv ausfällt?

Bei einem positiven Pooltest werden die Mitglieder des Pools aufgefordert, sich einer individuellen SARS-CoV-2-Analyse zu unterziehen. Die Mitglieder des Pools müssen sich bis zum Vorliegen des Resultats in Selbstisolation begeben.

Was muss ich tun, wenn der Selbsttest positiv ist?

Wichtig ist, dass Personen mit einem positiven Schnelltest oder Selbsttest einen PCR-Test machen. Sie sollten sich ihr Testresultat mittels einer PCR-Diagnostik bestätigen lassen. Die Person muss sich bis zum Vorliegen des Resultats in Selbstisolation begeben. Falls der PCR-Test positiv ist, muss sie in der Selbstisolation bleiben.

Erübrigen sich weitere Massnahmen, wenn ich ein negatives Testresultat erhalte?

Ein negativer Test darf nicht zu falscher Sicherheit und unvernünftigem Verhalten führen. Das Tragen einer Maske, die Hygienemassnahmen und das Abstandhalten sind weiterhin nötig und sehr wichtig.

Dürfen Institutionen, Restaurants oder Veranstalter ein negatives Testergebnis verlangen?

Es ist noch offen, ob ein negatives Testresultat als Voraussetzung für die Teilnahme an gewissen Veranstaltungen oder für den Zugang zu gewissen Bereichen definiert werden darf.

Wann kommen die Selbsttests?

Wie schnell ein Selbsttest zum Einsatz kommen kann, hängt unter anderem von den Gesuchen ab, die eingehen. Realistisch ist voraussichtlich Anfang April.

Wo kann ich die Selbsttests beziehen?

Die Abgabe von Selbsttests soll nur durch Apotheken möglich sein. Die fünf Tests, die künftig pro Person und Monat gratis abgegeben werden, können über die Krankenkassenkarte bezogen werden.

(aeg)

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