Ein Toter bei Zusammenstoss zweier Züge in England
Bei der englischen Stadt Bedford sind am Freitagabend zwei Personenzüge zusammengestossen. Dabei ist eine Person ums Leben gekommen. 89 Menschen wurden verletzt, 33 davon schwer bis sehr schwer, wie die Rettungsdienste mitteilten. Mehr als 20 Rettungswagen sowie sechs Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Angaben der Gewerkschaft RMT zufolge handelt es sich bei dem Toten um den Zugführer von einem der Züge. Angehörige von Fahrgästen wurden aufgerufen, nicht zur Unfallstelle zu reisen.
Die Rettungskräfte rückten mit einem Grossaufgebot aus, darunter auch mehrere Rettungshelikopter. Der Premierminister Keir Starmer und die Verkehrsministerin Heidi Alexander zeigten sich bestürzt und dankten in Posts auf X den Rettungskräften für ihren Einsatz.
Bahnverkehr eingestellt
Der Unfall ereignete sich gegen 17.15 Uhr Ortszeit in Elstow rund drei Kilometer südlich von Bedford. Nach bisherigen Erkenntnissen stand ein Intercity-Zug an einem roten Signal, als ein weiterer Zug von hinten auf ihn auffuhr. Warum es zur Kollision kam, ist noch unklar. Die Behörden untersuchen unter anderem, ob ein Zug ein Haltesignal überfahren hat. Die Ermittlungen zur Ursache laufen.
Bei den beiden betroffenen Züge handelte es sich um zwei Passagierzüge der Gesellschaft East Midlands Railway. Sie waren von Nottingham beziehungsweise Corby in Richtung London St Pancras unterwegs. Der Unfall legte den Bahnverkehr zwischen London und Leicester weitgehend lahm. Der Bahnverkehr in der Region wurde eingestellt.
Gegen Sitze geschleudert
Videos vom Unfallort zeigen stark beschädigte Waggons, die teilweise entgleist sind. Weitere Aufnahmen aus dem Innern der Züge zeigen verletzte Fahrgäste, die blutüberströmt auf dem Boden liegen. Augenzeugen berichten, der Aufprall sei ohne jede Vorwarnung erfolgt. Weder seien Warnsignale ertönt noch habe der Zug zuvor merklich abgebremst. Der Nachrichtenagentur PA zufolge, sind Menschen bei dem Aufprall gegen Sitze geschleudert worden.
Ein Passagier schilderte der BBC die dramatischen Momente nach der Kollision. Er habe sich im vordersten Wagen befunden und sich «wie nach einer Bombenexplosion» gefühlt. Überall seien Rauch, blutverschmierte Gesichter und Menschen mit offenbar gebrochenen Beinen gewesen. Er selbst leide unter starken Rückenschmerzen, sei aber ansonsten glimpflich davongekommen. (mke/lyn/sda/dpa)
