Syrien
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WASHINGTON, DC - FEBRUARY 05:  Deborah Tice (R) high-fives her husband Marc (L) as they discuss their missing son Austin Tice, a journalist who has been missing in Syria since August, 2012, during a news conference at the National Press Club February 5, 2015 in Washington, DC. The parents of Austin Tice held the news conference to discuss his disappearance and announced the launch of the Free Austin Tice campaign.  (Photo by Alex Wong/Getty Images)

Deborah Tice und ihr Ehemann Marc während einer Pressekonferenz mit der Organisation «Reporter ohne Grenzen» in Washington.  Bild: Getty Images North America

Seit 2012 vermisst

#FreeAustinTice: Die Eltern eines in Syrien entführten US-Journalisten wollen nicht mehr schweigen



Die Eltern des 2012 in Syrien entführten US-Journalisten Austin Tice haben einen Aufruf für seine Freilassung gestartet. Noch diesen Monat würden viele grosse Medien die Forderung «#FreeAustinTice» auf ihren Websites platzieren, teilten sie mit.

900 Tage nach seinem Verschwinden, ist der Verbleib des freien Journalisten Austin Tice noch immer unklar. 

«Nach fast zweieinhalb Jahren haben wir das Gefühl, dass wir alle wissen lassen müssen, dass unser Sohn vermisst wird.»

Debra Tice

Der Vater des vermissten Journalisten sagte, die Umstände der Gefangennahme seines Sohnes seien «immer noch in einem hohen Masse ein Rätsel für uns». Der freiberufliche Journalist war am 14. August 2012 in der Nähe von Damaskus entführt worden.

WASHINGTON, DC - FEBRUARY 05: (L-R) USA Director of Reporters Without Borders Delphine Halgand, Marc and Deborah Tice, parents of journalist Austin Tice who has been missing in Syria since August, 2012, blind fold their eyes during a news conference at the National Press Club February 5, 2015 in Washington, DC. The launch of the Free Austin Tice campaign was announced during the press conference.   Alex Wong/Getty Images/AFP
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Delphine Halgand von Reporter ohne Grenzen sowie Marc und Deborah Tice tragen während der Pressekonferenz vom 5. Februar 2015 Augenbinden. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Es wird nicht davon ausgegangen, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ihn in ihrer Gewalt hat. Der IS hatte in den vergangenen Monaten mehrere entführte westliche Journalisten ermordet, zuletzt im Januar den Japaner Kenji Goto.

Echtheit des Videos nicht verifiziert

Marc Tice sagte, die vorliegenden Informationen legten nahe, dass sein Sohn von einer syrischen Organisation «in der einen oder anderen Form» gefangen gehalten werde. Nach seinem Verschwinden tauchte ein Video auf, in dem Austin Tice mit verbundenen Augen zu sehen sei. 

«Es machte ihn immer verrückt, wenn er in den Nachrichten hörte, etwas könne nicht bestätigt werden, weil es zu schwierig sei, darüber zu berichten.» 

Damals hatten US-Behördenvertreter gesagt, sie könnten die Echtheit des Videos nicht verifizieren, es sei aber wahrscheinlich, dass Tice in der Gewalt der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad sei.

Tices Eltern hielten sich in Washington auf, um sich an einer von US-Präsident Barack Obama angeordneten Überprüfung der US-Politik im Umgang mit Geiselnahmen im Ausland zu beteiligen. Er sei «erfreut» über dieses Angebot der US-Regierung, sagte Marc Tice. 

Seine Frau bezeichnete es als «erschreckend», dass es in den USA keine Behörde oder andere Institution gebe, die ausschliesslich mit der Aufgabe befasst ist, «die sichere Rückkehr von Geiseln» zu bewerkstelligen.

Bessere Kommunikation gefordert

In einem Meinungsbeitrag in der «Washington Post» hatten die Eltern von Austin Tice die US-Regierung ausserdem aufgefordert, «besser mit den Familien der vermissten und entführten Journalisten zu kommunizieren».

Austin Tice arbeitete für grosse US-Medien wie das Verlagshaus McClatchy News, die Zeitung «Washington Post» und den Fernsehsender CBS, aber auch für die britische BBC und die Nachrichtenagenturen AFP und Associated Press. Für seine Arbeit als Kriegsreporter wurde er mehrfach ausgezeichnet.

«Ich kann das. Ich kann da reingehen und die Stories kriegen.»

Austin Tice

Syrien ist nach Angaben von Reporter ohne Grenzen der gefährlichste Ort für Journalisten. In dem Bürgerkriegsland wurden demnach bereits hunderte Reporter festgenommen, entführt oder getötet.

(sda/afp)

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