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Rolex-Chef Dufour spottet in Dubai über Apples Konkurrenzversuche

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Jean-Frédéric Dufour hält sich eigentlich mit öffentlichen Auftritten zurück – doch sein Verhältnis zu US-Präsident Trump sorgte jüngst mehrfach für Aufsehen.Bild: keystone

«Sie sind zum Glück Amerikaner und haben keine Geduld»: Rolex-Chef spottet über Apple

Bei einem Auftritt an einer Uhrenmesse in Dubai macht sich Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour über US-Konzern Apple lustig – weil dessen Tech-Uhren Rolex' Status als Luxusuhrenprimus nicht gefährden konnten.
24.11.2025, 04:5224.11.2025, 12:38

Eigentlich scheut der Chef der Schweizer Luxusuhrenmarke Rolex, Jean-Frédéric Dufour, öffentliche Auftritte. Doch in jüngerer Vergangenheit machte er gleich zweifach Schlagzeilen. Beide Male der Hauptgrund: US-Präsident Donald Trump.

So besuchte Dufour im September zusammen mit Trump den US-Open-Final in New York. Und jüngst überreichte er dem US-Präsidenten als Teil der Schweizer Unternehmerdelegation im Oval Office eine seiner Luxusuhren, für die Trump nachweislich ein Faible hat.

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Die Schweizer Unternehmer bei Trump – Dufour sitzt dem US-Präsidenten direkt gegenüber.Bild: zvg

Über sein Verhältnis zum US-Präsident wollte er in Dubai laut dem SonntagsBlick nicht öffentlich sprechen – allerdings sehr wohl über die Positionierung von Rolex im Uhrenmarkt. Dabei liess er sich zu einer Spitze gegen US-Techgigant Apple hinreissen. Vor allem wegen der Apple Watch, die 2015 auf den Markt kam und in der Luxus-Uhrenindustrie damals Ängste schürte.

Bei Rolex waren diese umsonst, so Dufour. Apple sei nicht zur Konkurrenz für die Schweizer Luxusmarke geworden. Einerseits, weil die Apple Watches keine Uhren, sondern Telefone am Handgelenk seien. Andererseits, weil Apple eine Luxusversion seines Produkts schnell wieder aufgab. Dufour:

«Wir hatten das Glück, dass sie Amerikaner sind und nicht so viel Geduld haben. Sie hörten nach sechs Monaten wieder damit auf.»

Die Leute, die Kunden im Apple-Store bedienen, hielten sich für Genies, so der Rolex-Chef weiter. Dabei seien sie manchmal nicht einmal in der Lage, Lösungen für ihre Kunden zu finden. Trotz des Spotts hatte er auch einige positive Worte für die Apple Watch übrig. Sie gewöhne junge Menschen daran, «etwas am Handgelenk zu tragen», was seiner Marke zugutekomme.

Auf Fragen zu seinem Verhältnis zu Donald Trump und seiner Rolle bei den Schweizer Zollverhandlungen wollte Dufour nicht antworten. Dem Branchenmagazin Hodinkee soll er aber am Rande der Dubaier Uhrenmesse in Bezug auf den Besuch im Oval Office erklärt haben:

«Wir mussten es tun. Die Zölle haben die Uhrenindustrie hart getroffen, die Branche war in einer Schockstarre.»

Das würde erklären, weshalb der Rolex-Chef öffentliche Aufmerksamkeit und Schlagzeilen plötzlich bereitwillig in Kauf nahm. (con)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Korrektorat
24.11.2025 06:51registriert Januar 2025
«Sie sind zum Glück Amerikaner und haben keine Geduld»

Und dann

«Wir mussten es tun. Die Zölle haben die Uhrenindustrie hart getroffen, die Branche war in einer Schockstarre.»

Der Widerspruch und Doppelstandard merkt er nicht mal.

Gut, es ist nachvollziehbar dass beim Rolex-Chef die Überheblichkeit stärker ist als Logik und Selbstreflektion.
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Therealmonti
24.11.2025 06:44registriert April 2016
Reden ist Silber – Schweigen ist Gold.

War das wirklich nötig von diesem Rolex-Fritzen?
Kommt nicht wirklich sympathisch rüber.
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Miimiip! aka Roadrunn_er
24.11.2025 06:22registriert Juli 2018
Zuerst mit ‚schmieren‘ auffallen und dann über Apple spotten obwohl die nicht im gleichen Luxussegment die Produkte anbieten, genau den Humor den man am Montagmorgen braucht🙃
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