Italien
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epa04090927 Bishop Ludwig Muller (L) and Cardinal Reinhard Marx during extraordinary Consistory, meeting of the Holy Father with the cardinals, to reflect on the Family, in the Vatican City, 20 February 2014. The Extraordinary Consistory started 20 February ahead of the elevation of 19 new cardinals by the pope on 22 February.  EPA/FABIO FRUSTACI

Muss der Kardinal Ludwig Müller (links) bald gehen? Bild: EPA/ANSA

Papst trennt sich laut Medienberichten von Kardinal Ludwig Müller



Kurz nach der Beurlaubung seines Finanzchefs George Pell trennt sich Papst Franziskus nach Medienberichten nun vom deutschen Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die Amtszeit des 69-Jährigen als Chef der mächtigen Glaubenskongregation werde nicht verlängert.

Das berichteten am Samstag unter anderem die italienischen Zeitungen «La Stampa» und «Il Messaggero» unter Berufung auf der katholischen Kirche nahestehende Nachrichtenseiten. Den Informationen zufolge traf der Papst Müller bereits am Freitag, um ihm die Entscheidung mitzuteilen.

Die fünfjährige Amtszeit Müllers geht am Sonntag zu Ende. Gründe für den Schritt wurden nicht genannt. Allerdings war bekannt, dass Franziskus und Müller nicht immer auf gleicher Linie lagen. Eine Stellungnahme des Vatikans dazu gab es zunächst nicht.

Chemie stimmt nicht

Müller gilt als konservativer Hardliner, der grundlegende Reformen in der katholischen Kirche ablehnt. Der 69-Jährige gilt etwa als führender Kritiker des Schreibens über Familie und Liebe, «Amoris Laetitia», von Papst Franziskus. Darin hatte der Pontifex 2016 angeregt, dass es geschiedenen und wiederverheirateten Menschen unter gewissen Umständen erlaubt sein solle, an der Kommunion teilzunehmen.

Müller gehört der Glaubenskongregation seit 2007 an. Am 2. Juli 2012 wurde er von Papst Benedikt XVI., Franziskus' Vorgänger, an deren Spitze berufen. Vor der Berufung an den Heiligen Stuhl war er zehn Jahre lang Bischof von Regensburg.

Kein Einsehen

Die Glaubenskongregation ist dafür zuständig, Missbrauchsfälle aufzuklären. Ende Februar noch hatte er den Vorwurf systematischer Vertuschung von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche zurückgewiesen.

«Die Kirche verdeckt nichts. In einigen Fällen kann es aus Ahnungslosigkeit passiert sein, aber nicht systematisch», sagte er damals der italienischen Zeitung «La Repubblica».

Dem Vatikan und der katholischen Kirche wird immer noch vorgeworfen, nicht hart genug gegen Kindesmissbrauch vorzugehen und teils pädophile Geistliche zu decken. Kritiker werfen dem Vatikan auch vor, nicht transparent mit den Fällen umzugehen.

Zur Amtszeit von Papst Franziskus Vorgänger Benedikt XVI. war herausgekommen, dass katholische Geistliche weltweit über Jahrzehnte unzählige Kinder missbraucht oder misshandelt hatten und die Fälle unter den Teppich gekehrt worden waren.

Pell wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt

Erst am Donnerstag hatte der australische Kardinal Pell nach Missbrauchsvorwürfen sein Amt vorübergehend niedergelegt und sich beurlauben lassen. Er wolle in seiner Heimat seine Unschuld beweisen, hatte der 76-Jährige gesagt. (sda/dpa)

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Video: reuters

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