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EU-Kommissar: «Schwerste Energiekrise aller Zeiten»

An oil tanker sits at anchor in the Strait of Hormuz off Bandar Abbas, Iran, Saturday, May 2, 2026.(Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP)
Iran War Strait of Hormuz
Ein Öl-Tanker in der Strasse von Hormus.Bild: keystone

EU-Kommissar: «Schwerste Energiekrise aller Zeiten»

05.05.2026, 12:3705.05.2026, 12:38

Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars der Europäischen Union, Dan Jørgensen, mit der «wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten» konfrontiert. «Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten», sagte er in Brüssel.

Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die Strasse von Hormus transportiert. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran den Schiffsverkehr durch diese Engstelle durch Drohungen und Angriffe praktisch zum Erliegen gebracht, während Washington eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt hat, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Zudem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt.

epa12915268 EU Commissioner for Energy and Housing Dan Jorgensen speaks during the Ukraine Energy Coordination Group conference in Kyiv, Ukraine, 26 April 2026, amid the Russian invasion and on the oc ...
Dan Jørgensen geht davon aus, dass es Jahre dauern wird, bis die Gasverorgung wieder normal läuft.Bild: keystone

EU bereitet sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor

Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Massnahmen zur Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte der Politiker. «Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.»

Zuletzt hatte der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 eine Energiekrise in Europa verursacht. Damals war es zu Versorgungsengpässen und massiven Preisanstiegen gekommen. (sda/awp/dpa)

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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The Mac
05.05.2026 13:07registriert Juni 2024
Diese Krise verdient einen Namen. Wie wäre es mit das "Donald-Disaster"? Oder "Trumpageddon"? "Operation Epic Failure"?
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juergen
05.05.2026 13:35registriert Juli 2025
"Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen."
Worauf warten wir dann noch? Ich sehe aktuell nur wenig bis gar keine Efforts um von den fossilen Energieträgern weg zu kommen... Solaranlagen produzieren nur Flatterstrom, Windräder sehen hässlich aus und töten (angeblich) Vögel und in Salzbatterien will niemand investieren weil AI eine grössere Rendite verspricht...
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TommyGun
05.05.2026 13:20registriert Oktober 2020
Ja, das hören wir jetzt ja täglich. Aber viel mehr interessieren würde mich, was denn die Politik zu unternehmen gedenkt? Da kommt irgendwie erschreckend wenig bis gar nix. Die Zeichen stehen auf einer schweren Rezession, da wäre ja jetzt eigentlich der ideale Zeitpunkt mit Massnahmen zu klotzen welche die europäische Energieversorung endlich unabhängig zu gestalten. Entsprechende Infrastrukturprojekte könnten auch die wirtschaftlichen Folgen etwas abbremsen.
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