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Gianluigi Donnarumma feierte den EM-Titel nicht gerade überschwänglich.
Gianluigi Donnarumma feierte den EM-Titel nicht gerade überschwänglich.
Bild: keystone

Erst Buhmann, nun Nationalheld – der unaufhaltsame Aufstieg von Gianluigi Donnarumma

12.07.2021, 17:36

Italiens Fussball hat in seiner Geschichte schon immer herausragende Torhüter gehabt. Bei der Europameisterschaft 2021 ist Keeper Gianluigi Donnarumma sogar als erster Torhüter der EM-Geschichte zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Durchaus verdient: Der 22-Jährige, der zu Beginn dank seiner defensivstarken Vorderleute kaum geprüft wurde, konnte sich im Laufe der EM als verlässlicher und sicherer Rückhalt beweisen.

Der italienische EM-Held folgt als bester EM-Spieler auf Antoine Griezmann (Frankreich/2016), Andrés Iniesta (Spanien/2012), Xavi (Spanien/2008), Theodoros Zagorakis (Griechenland/2004), Zinédine Zidane (Frankreich/2000) und Matthias Sammer (Deutschland/1996). Die Auszeichnung wird von der UEFA seit 1996 vergeben.

Der 1,96-Meter-Mann musste im gesamten Turnierverlauf nur vier Mal hinter sich greifen und hielt im Final gegen England im Londoner Wembley-Stadion zwei Elfmeter. Schon im Halbfinal gegen Spanien hatte Donnarumma vom Punkt überzeugt und den vierten Penalty von Alvaro Morata entschärft.

Überhaupt hat Donnarumma in seiner Karriere, die trotz seines jungen Alters schon beinahe 300 Pflichtspiele umfasst, noch nie ein Elfmeterschiessen verloren. Neben den zwei Penalty-Entscheidungen an dieser EM mit der Nationalmannschaft siegte er auch in allen drei Penalty-Krimis mit der AC Milan. Zuletzt im vergangenen Herbst in der Europa-League-Quali gegen Rio Ave auf äusserst dramatische Art und Weise.

Nach dem gewonnenen EM-Titel war die Euphorie natürlich noch grösser als damals. «Wir sind aussergewöhnlich gewesen, wir sind super glücklich», erklärte Donnarumma nach dem Spiel. «Es ist eine unglaubliche Sache, wir sind eine fantastische Mannschaft und verdienen alle diesen Erfolg. Wir gaben niemals auf, auch wenn wir ein frühes Gegentor kassierten. Es war nicht leicht, sie haben gut verteidigt. Aber wir waren spektakulär, wir waren grandios.»

Bei Instagram schrieb der Matchwinner: «Stolz darauf, allen Italienern ein Lächeln geschenkt zu haben und gemeinsam mit unseren aussergewöhnlichen Fans so viele magische Nächte erlebt zu haben.»

Donnarumma war an dieser EM auch massgeblich daran beteiligt, dass Italien den Uralt-Rekord von Legende Dino Zoff, der zwischen 1972 und 1974 stolze 1142 Minuten ohne Gegentreffer geblieben war, auf 1169 Minuten ausbaute. Beim Triumph gegen die «Three Lions» absolvierte Donnarumma sein 33. Länderspiel für die Azzurri und hatte mit 719 Einsatzminuten die meisten aller Akteure bei der EM.

Trotz seiner Erfolge war Donnarumma in der Heimat vor dem EM-Titel nicht sehr beliebt. Als Trainer Roberto Mancini ihn im dritten Gruppenspiel gegen Wales in der Nachspielzeit für die letzten Minuten durch Salvatore Sirigu ersetzte, wurde Donnarumma in Rom von den eigenen Fans teilweise ausgepfiffen.

Donnarumma macht gegen Wales für Sirigu Platz.
Donnarumma macht gegen Wales für Sirigu Platz.
Bild: keystone

Der Grund: Statt bei Milan zu bleiben und dort zur Vereinslegende zu werden, wechselt Donnarumma, der zusammen mit seinem Berater Mino Raiola bereits 2017 mit einem Abgang kokettierte, in diesem Sommer zu Paris St-Germain. Der Transfer ist zwar noch nicht ganz in trockenen Tüchern, soll aber bereits beschlossene Sache sein.

Als «Misston der blauen Sinfonie» bezeichnete die «Gazzetta dello Sport» das Wechsel-Theater, das während der EM immer wider zum Thema wurde. Über zehn Millionen Franken pro Jahr soll der junge Keeper in der französischen Hauptstadt verdienen können, weshalb er bereits den Spitznamen «Dollar-Rumma» erhalten hat.

Im Final avancierte Donnarumma nun aber nicht nur zum viel umjubelten Matchwinner, sondern gleich zum italienischen Nationalhelden. In der Nationalmannschaft hatte er bislang die quasi unerfüllbare Aufgabe, in die grossen Fussstapfen von Gigi Buffon treten zu müssen. Dieser Druck lastete schon früh auf dem Youngster.

Nach der erfolgreichen Europameisterschaft darf der 22-Jährige berechtigterweise aus Buffons Schatten treten. Donnarumma hat das Zeug dazu, in naher Zukunft der beste seiner Zunft zu werden – und viele weitere eigene Geschichten zu schreiben. (pre)

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Italienische Fans feiern den Gewinn der EM 2020

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quelle: keystone / alessandra tarantino
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