Der erste Sieger: Ein Chenard & Walker 3 Litre Sport. Mit diesem Auto gewannen die französischen Fahrer André Lagache und René Léonard das erste 24-Stunden-Rennen anno 1923.
Fast ein Jahrhundert später wird das Rennen immer noch ausgetragen. Die Geschwindigkeiten sind gestiegen, doch die Baumalleen entlang der Strecke, die zu einem grossen Teil über abgesperrte öffentliche Strassen führt, sind geblieben.
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Über die Jahre wurden unglaubliche Fahrleistungen erzielt und grossartige Siege errungen. Hier etwa der Gewinner von 1985, der Porsche 956 N97, gesteuert von Klaus Ludwig, John Winter und Paolo Barilla.
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Tim Birkin im deftigen Bentley Speed Six, 1929. Ettore Bugatti, Konstrukteur flinker, schneller Rennwagen der Zwanzigerjahre, nannte sie höhnisch «die schnellsten Lastwagen der Welt». In der Tat erwiesen sich die grossen Bentley als derart schnell (und robust), dass sie immer wieder Bugatti Gewinne wegschnappten – unter anderem vier Mal in Folge bei Le Mans 1927-1930.
Szene aus dem 1962er-Rennen: Phil Hills Ferrari führt vor einem Jaguar E-Type, ein Panhard liegt auf dem Dach. Dessen Fahrer hatten Glück und waren nur leicht verletzt. Team Ferrari gewann schliesslich mit einem Dreifach-Sieg. Die Jaguars waren auf den Plätzen 4 und 5.
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1997: Der TWR-Porsche führt das Feld an. Im Hintergrund die berühmte Dunlop-Brücke.
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1959: Der Texaner Carroll Shelby gewinnt im Aston Martin.
2013: Der Lola B12/60-Toyota No13, gefahren vom schweizerisch-italienisch-chinesischen Team bestehend aus Mathias Beche, Andrea Bellichi und Cong Fu Cheng.
Der Le-Mans-Massenstart 1961: Jahrzehnte lang mussten die Fahrer beim Startschuss über die Fahrbahn zu ihren Autos rennen.
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Dies war mitunter hochgradig gefährlich: Um Zeit zu sparen, fuhren viele Fahrer mit geöffneten Türen los, schnallten sich erst im Verlauf der ersten paar Runden an. Hier ein Bild von 1964.
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Aber lange Zeit wurde ohnehin ohne Sitzgurt gefahren. Die Philosophie war, es wäre bei einem Unfall besser, aus dem Auto katapultiert zu werden, als in einem brennenden Wrack gefangen zu sein. (Bild vom Start 1962)
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Dies änderte sich 1969. Im Bild sieht man, wie der belgische Ford-Pilot Jacky Ickx aus Protest gemächlich zu seinem Auto spaziert. Dort stieg er in Ruhe ein, schnallte sich an und startete als Letzter (nach 24 Stunden war er Sieger). In der ersten Runde erlitt John Woolfe in seinem Porsche 917 einen tödlichen Unfall – weil er sich nicht angeschnallt hatte. Ein Jahr später wurde der traditionelle Le-Mans-Start abgeschafft. Fortan gab es eine Aufwärmrunde gefolgt von einem rollenden Start.
1953 gewannen erneut die Jaguar C-Types. Im Bild die Sieger Duncan Hamilton und Tony Rolt mit ihren Ehefrauen.
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Lyn St. James auf ihrem Spice SE89, 1989. Die Amerikanerin erzielte den 7. Rang.
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Mike Hawthorn, Sieger von 1955, in seinem Jaguar D-Type.
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Porsche 906 Carrera, 1966.
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1965: Erster, sechster und siebter Platz für Ferrari.
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Ein Jahr später, 1966, war es für Ferrari mit dem Erfolg erst mal vorbei. Denn dies war das erste Jahr, in dem Ford mit seinen eigens dazu entwickelten GT40 in Le Mans siegte.
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Wenige Jahre zuvor hatte der Ford-Autokonzert versucht, Ferrari zu kaufen. Der alte Patron Enzo Ferrari hatte diesen Deal in letzter Minute platzen lassen.
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Henry Ford III war darob derart erzürnt, dass er sofort ein Team dran setzte, ein Auto zu entwickeln, das Ferrari auf der Rennstrecke schlagen sollte. Millionen wurden für die Entwicklung ausgegeben.
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Die Investition lohnte sich: 1966 gewann Ford. 1967 auch. Und 1968 und schliesslich auch 1969. Immer mit dem GT40. Im Bild Henry Ford III bei der Siegerehrung 1967 für die Fahrer Dan Gurney und A.J. Foyt.
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1970 begann dann die Ära Porsche.
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Allerdings nicht ganz ohne Probleme. Der neue Rennwagen – der superschnelle 917 – hatte sich beim Debut 1969 als sehr instabil bei hoher Geschwindigkeit erwiesen – etwas, das man 1970 mit einem kürzeren Heckdesign bereinigt hatte.
... mit dem roten Salzburg Porsche 917, pilotiert von Hans Herrmann und Richard Attwood.
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1952: 23 Stunden lang führte der Franzose Pierre Levegh, der alleine fuhr, in seinem Talbot. Kurz vor Schluss musste er wegen eines technischen Defekts aufgeben.
1955: Der MG von Richard Jacobs liegt brennend auf dem Dach. Jacobs wurde schwer verletzt.
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Ebenfalls 1955 ereignete sich am 24-Stunden-Rennen von Le Mans die wohl grösste Tragödie der Geschichte des Autosports: Als der Mercedes 300 SLR von Pierre Levegh ein Ausweichmanöver ausführen musste, kollidierte dieser mit einem weiteren Fahrzeug und überschlug sich in der Folge mehrmals in der Zuschauertribüne.
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Der Benzintank des Mercedes, der hinter dem Fahrersitz montiert war, platzte, der Treibstoff geriet in Brand. Die Magnesium-Legierung der Karosserie brannte mit weisser Flamme, Fahrbahn und Zuschauer wurden mit Asche bedeckt. Helfer versuchten erfolglos, das brennende Wrack freizubekommen. Weil sie nicht wussten, aus welchem Material die Karosserie bestand, versuchten sie, das Feuer mit Wasser zu löschen. Diese Löschversuche liessen den Brand nur noch heftiger werden. Der Mercedes brannte noch mehrere Stunden. Levegh erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
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Unter anderem wurden etliche Zuschauer durch die herumfliegende Motorhaube geköpft, einer Guillotine ähnlich.
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Bis heute hat die französische Polizei keine genauen Angaben zur Opferzahl gemacht. Schätzungen zufolge waren es 80 bis 130 Tote. Die Tragödie hatte unter anderem zur Folge, dass in vielen Ländern Rundstreckenrennen verboten wurden – in der Schweiz bis heute.
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Man beschloss, das Rennen trotz des Unfalles fortzusetzen. In der offiziellen Begründung hiess es, man wolle den Rettungskräften die Zufahrtsstrassen freihalten. Die verbliebenen Mercedes-Autos zogen sich vom Rennen zurück. Am Schluss gewann der Jaguar D-Type von Mike Hawthorn, der wegen eines fragwürdigen Bremsmanövers Verursacher der Katastrophe gewesen war.
Bis heute bleibt Motorsport gefährlich. Doch dank technischer Fortschritte in Sachen Sicherheit konnte bei diesem Crash eines Audis im Jahr 2011 der Fahrer Allan McNish unverletzt dem Auto entsteigen.
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Weitere Pics aus Jahrzehnten Le Mans: Der Hinwiler Konstrukteur Peter Sauber mit dem Sauber C-7, 1983.
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Der Aston Martin Vantage GTE von Allan Simonsen, 2013.
Doch die Höchstgeschwindigkeit ist weniger wichtig als die Durchschnittsgeschwindigkeit. Bei Pedro Rodriguez und Jackie Oliver 1971 mit ihrem Porsche 917 LH lag diese etwa bei 250 km/h. Leute, das ist die DURCHSCHNITTSGESCHWINDIGKEIT. Wahnsinn. Dieser Rekord hielt 14 Jahre lang ... bis er wieder von einem Porsche gebrochen wurde.
251, 8 km/h – das ist die Rekord-Durchschnittsgeschwindigkeit von Hans-Joachim Stuck und Derek Bell anno 1985 in ihrem Rothmans Porsche 962. Dieser Rekord wird wohl nie wieder gebrochen werden, denn seither hat man auf der berüchtigten Mulsanne-Geraden der Sicherheit zuliebe zwei Schikanen eingebaut.
22 Touristen aus der Hölle, die Respekt vor gar nichts haben
Massentourismus und Lokalkultur vertragen sich per se nicht. Doch dann gibt es noch vereinzelte Vollidioten (und nein, für dieses Wort muss man sich in diesem Kontext nicht entschuldigen), welche diese Divergenz auf die Spitze treiben.
Das Phänomen ist definitiv kein Novum: Touristen kommen in Massen, reissen sich alles unter den Nagel, was als «authentisch» gilt, glauben für ein paar Tage (oder Stunden) wie locals zu leben, steigen in ihre Cars und hinterlassen eine malträtierte Lokalkultur, geschunden von ihrer Ignoranz.
Ein Beispiel hierfür lieferte letztens eine Influencerin, die sich in Bali mit heiligem Wasser bespritzen liess – ein Affront erster Güte für die lokale Bevölkerung. Auch in Europa fürchten sich immer …