Fiala kommt definitiv nicht an die WM – die Nati ist nicht nur von NHL-Stars abhängig
Zwei Spiele, zwei Siege. Die Schweizer Welt zum Auftakt dieser Eishockey-WM im eigenen Land sieht ziemlich rosig aus. Nach dem Drama um Patrick Fischer hätte dem Team und den Fans nichts Besseres passieren können. Nun lautet die Frage: Wie kann die Euphorie weiter gesteigert werden?
Natürlich, ein Schweizer Sieg im Duell mit Erzrivale Deutschland (heute Abend, ab 20.20 Uhr im watson-Liveticker) ist immer besonders süss. Es ist nicht vermessen, am Montagabend genau dies zu erwarten. Das «Trauma Deutschland», entstanden wegen bitteren Viertelfinal-Niederlagen 2021 und 2023, ist längst überwunden.
Und dann ist da noch dieser Name, der die Schweizer Eishockey Herzen schneller schlagen lässt: Kevin Fiala. An den Olympischen Spielen erlitt der Flügel der Los Angeles Kings einen Beinbruch. Der 29-Jährige hat seither kein Spiel mehr bestritten.
Rund um den 4:2-Sieg über Lettland ist Fialas Name in der Arena trotzdem ein Thema. Es gibt Stimmen, die erwarten ein wundersames Comeback noch während der WM.
Ist das möglich? Wer weiss, wie viel die Nati Fiala bedeutet, sollte nichts ausschliessen. Zudem hat Nationaltrainer Jan Cadieux noch immer nicht 25 Spieler fürs Turnier gemeldet. Theoretisch könnte er bis in die K.O.-Phase einen Platz für Fiala offenhalten. Doch das wird nicht geschehen. Auf Anfrage von CH Media schreibt der Schweizer Eishockeyverband: «Eine WM-Teilnahme von Kevin Fiala ist ausgeschlossen.»
Das Lob von Captain Josi und Trainer Cadieux für die Energielinie
Eine erste erfreuliche Erkenntnis aus diesem Turnier ist, dass die Schweizer nicht nur von ihren NHL-Stars abhängig sind. Von den sieben Toren gehen nur zwei auf das Konto der Stars (Pius Suter beim 3:1 gegen die USA, Timo Meier beim 4:2 gegen Lettland). Die Akteure aus der National League sorgen für genauso viel offensiven Wirbel – wenn nicht sogar für mehr.
Viel Lob hat sich insbesondere die «Energielinie» mit Damien Riat, Ken Jäger und Simon Knak verdient. Jäger traf gegen die USA, Riat gegen Lettland gar doppelt. «Die Tore sehen alle – aber was sie sonst noch tun für das Team, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich», sagt Captain Roman Josi. «Es gibt einen Grund, warum sie jeweils als Erste aufs Eis dürfen. Es ist für die Gegner mega mühsam, gegen sie zu spielen.»
Trainer Jan Cadieux streicht einen Punkt besonders heraus: «Sie akzeptieren ihre Rolle und lassen ihr Ego beiseite.» Und er fügt an: «Sie sind unsere Powerlinie – wir brauchen das. Und weil sie es so gut machen, werden sie auch mit Toren belohnt.»
Damien Riat – der Mann der Stunde
Warum passen die drei so gut zusammen? Simon Knak sagt: «Wir haben mittlerweile schon einige Male zusammen gespielt. Wir lassen die Beine laufen, unterstützen einander überall, die Chemie stimmt einfach.»
Ken Jäger gewinnt viele Bullys, sichert viel gegen hinten ab. Er sagt: «Unser Spiel ist sehr einfach, aber das hilft. Wir bringen Energie rein. Jeder weiss stets, was es zu tun gilt. Knak ist sehr schnell. Riat hat den Riecher und haut die Pucks rein.»
Dieser Riat spielte sich zuletzt besonders in den Fokus. Der 29-jährige Genfer, seit 2021 bei Lausanne unter Vertrag, erzielte schon an der WM vor einem Jahr sechs Tore. Bei Olympia im Februar traf er auch zweimal. Und nun gegen Lettland bereits wieder doppelt. Läuft, nicht wahr? «Ich kann nur sagen, welch grosser Stolz mich jedes Mal erfasst, wenn ich das Schweizer Trikot trage. Ich gebe immer alles für das Team und das grossartige Publikum.»
Riat wird von Jahr zu Jahr besser. 2024 verzichtete er auf die WM, um die Geburt seiner Tochter zu erleben. Nun ist Nelia stets auch auf dem Eis dabei, ihr Name und ein Smiley zieren seinen Stock. Wie wäre es, bald auch im WM-Final zu treffen? Riat sagt: «Natürlich, das bleibt ein Traum. Aber alles zu seiner Zeit. Zunächst kommt Deutschland, darauf konzentrieren wir uns.»

