Ostschweiz
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Verdacht auf Sexualdelikte: Cheftrainer der Ostschweizer Kunstturnerinnen verhaftet

Der Trainer des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz für Kunstturnen ist am Dienstag in Wil verhaftet worden. Gegen ihn liegt eine Anzeige vor. Es gehe um sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, oder jedenfalls etwas «in diese Richtung», bestätigt die Polizei. Die Staatsanwaltschaft hat Antrag auf U-Haft gestellt.

Odilia Hiller / CH Media



Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag Untersuchungshaft gegen einen Trainer des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz für Kunstturnen in Wil beantragt. Er ist am Dienstag von der Polizei festgenommen worden und seither in Haft.

Nun soll die Festnahme via Haftragantrag in eine Untersuchungshaft umgewandelt werden. Dies bestätigt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage. Gegen den Trainer ist eine Anzeige in Richtung sexueller Handlungen mit Minderjährigen eingegangen. Es gilt die Unschuldsvermutung, jedoch wurde der Trainer per sofort freigestellt. Dies bestätigt Sven Bradke, Sprecher des Vorstands des Trägervereins des Leistungszentrums, auf Anfrage.

Das zuständige St.Galler Zwangsmassnahmengericht hat nun 48 Stunden Zeit, dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu folgen. Dabei dürfte es sich um eine Formalität handeln. Der Trainer wird sehr wahrscheinlich in U-Haft gesetzt.

Der Trainingsbetrieb in Wil ist seit der Festnahme des Trainers eingestellt. Bei einer weiteren Trainerin am Zentrum handelt es sich um die Gattin des verhafteten Trainers.

Trainingsbetrieb wird am Freitag wieder aufgenommen

Normalerweise trainieren die jungen Kaderturnerinnen und -turner täglich. Gemäss Bradke wird der Trainingsbetrieb ab morgen wieder aufgenommen, «selbstverständlich nicht ohne vorherige Gespräche mit den Sportlerinnen und Sportlern». Auch deren Eltern würden laufend informiert, sobald sich neue Entwicklungen ergäben. Für den Moment stellt der nationale Verband einen Trainerersatz für die Talente zur Verfügung. «Wir brauchen jemanden, der das Training auf höchstem Niveau fortführt», so Bradke.

Man kenne den Inhalt der Anzeige gegen den Trainer nicht, sagt Bradke. «Wir wissen nur, dass er polizeilich festgehalten wird.» In einem Schreiben an die Eltern vom Donnerstagmorgen, das dieser Zeitung vorliegt, ist von einem «Vertrauensbruch» zwischen Trainer und Leistungszentrum die Rede.

Wegen angeblicher Führungsmängel in die Schlagzeilen geraten

Das Leistungszentrum, das von einem Trägerverein geleitet wird, der in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder wegen angeblicher Führungsmängel, in die Schlagzeilen geraten war, stand vor einem Neuanfang. Der Vorstand wurde mit Mitgliedern des St.Galler Turnverbands aufgestockt, um den Übergang zu einer neuen Führungsriege zu ermöglichen. Jedenfalls war dies an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung im März 2019 so beschlossen worden.

Dem Leistungszentrum, wo vor allem junge und sehr junge Talente im Kunstturnen auf eine nationale Karriere vorbereitet werden, sollte damit ein Neuanfang und ein reibungsloser Trainingsbetrieb ermöglicht werden. Daraus wird nun erstmal nichts.

Aus dem Umfeld des Leistungszentrums sind diverse Gerüchte im Umlauf. Aus Rücksichtnahme auf die involvierten Parteien werden diese an dieser Stelle nicht transportiert.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chey123 16.08.2019 10:31
    Highlight Highlight Phu, viel Kraft den Betroffenen!
    Hoffentlich finden sich klare Beweise oder entlastendes Material, falls er tatsächlich Unschuldig sein sollte... aber ich zweifle...
  • Stiffmaster 15.08.2019 22:47
    Highlight Highlight "Aus dem Umfeld des Leistungszentrums sind diverse Gerüchte im Umlauf. Aus Rücksichtnahme auf die involvierten Parteien werden diese an dieser Stelle nicht transportiert."

    Und genau deswegen habe ich dank Watson noch nicht ganz alle Hoffnung in den modernen Journalismus verloren!
    • schaukurzumher 16.08.2019 10:05
      Highlight Highlight nur ist die journalistin nicht von watson selbst...
  • pamayer 15.08.2019 22:10
    Highlight Highlight Musst wissen, wo arbeiten, wenn so veranlagt.
    Meistens kommt die Sauerei gar nie ans Tageslicht. Weil zu starker Druck ausgeübt.

    Scheisse Scheisse Scheisse.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 15.08.2019 19:52
    Highlight Highlight Es gehe um sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, oder jedenfalls etwas «in diese Richtung»,...

    Das tönt so richtig nach St.Galler Justitz.

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