Gesundheit
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ARCHIV - GEWINNRUECKGANG BEI NOVARTIS --- Das Novartis-Logo an einem Produktionswerk von Novartis in Stein, am Montag, 3. September 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Grosszügig oder perfide? Novartis verlost Medikament für todkranke Babys

Es gibt Babys mit einer lebensbedrohenden Erbkrankheit. Und ein neues sündhaft teures Medikament, das ihr Leben retten kann. Der Hersteller Novartis verlost es jetzt für 100 Kinder. Ist das grosszügig oder perfide?



Für die verzweifelten Eltern todkranker Babys ist eine neue Gentherapie ein Hoffnungsschimmer in dunkelsten Zeiten. Aber was, wenn das Mittel noch nicht zugelassen ist, wenn es mit zwei Millionen Euro pro Dosis das teuerste Medikament der Welt ist?

Der Schweizer Pharmahersteller Novartis startete am Montag eine Verlosung der Behandlungen für 100 Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahren. Bewerben konnten sich Familien aus aller Welt, deren Kind an spinaler Muskelatrophie (SMA) leidet, und bei denen keine andere Therapie hilft. Ist das eine Überlebenslotterie, wie Kritiker sagen?

Marina Mantels Sohn Michael wird 2018 mit SMA geboren. «Sechs Wochen dachten wir, er wäre kerngesund, dann bewegte er sich plötzlich nicht mehr», erzählt sie der Nachrichtenagentur DPA. Im Krankenhaus dann die niederschmetternde Diagnose: SMA. Die Familie ist am Boden zerstört. Dann bekommt Michael das erst 2017 zugelassene SMA-Medikament Spinraza der US-Firma Biogen. Es hilft vielen, aber nicht Michael. «Er bekam Lungenprobleme, konnte Schleim kaum abhusten», sagt Mantel.

Dann hört Mantel von Zolgensma von Novartis, das im Mai 2019 in den USA zugelassen wird. Sie kämpft, will eine Härtefallausnahme, wird abgelehnt, startet eine Spendenaktion, dann lenkt ihre Krankenkasse doch ein. Michael bekommt das Medikament im September 2019 ausnahmsweise, obwohl es noch nicht zugelassen ist. «Es geht ihm gut, er kann sich jetzt selbstständig umdrehen, er kann sitzen», sagt sie heute. An eine solche Entwicklung sei vorher nicht zu denken gewesen.

«Andere Eltern sind auch verzweifelt und kämpfen», sagt Mantel. Sie kritisiert, dass die Zulassung von Zolgensma in Europa auf sich warten lässt. «Natürlich ist eine Lotterie nicht richtig, aber wenigstens macht Novartis irgendetwas», sagt sie.

Bereits 200 Kinder behandelt

Rund 200 Patienten wurden in den USA bislang mit Zolgensma behandelt. Auf das Losverfahren kam Novartis nach eigenen Angaben mit einem Ethikrat, weil es die Therapie weltweit so schnell wie möglich zur Verfügung stellen wollte, sagt eine Novartis-Sprecherin.

Nur fragen Betroffene: Warum stellt Novartis nicht statt 100 Behandlungen für knapp zwei Millionen Euro pro Dosis 1000 Behandlungen zu einem niedrigen Preis bereit? Die Herstellungskapazitäten seien begrenzt, sagt die Sprecherin. Mehr als 100 Dosen könne das einzige Werk in Illinois in den USA in diesem Jahr nicht zusätzlich zu den erwarteten Bestellungen liefern.

Was hälst du von der Verlosung?

Für den Preis pro Dosis waren die Kosten für das andere Medikament für SMA-Kinder ausschlaggebend, sagt Dave Lennon, Chef des Herstellers AveXis, der zu Novartis gehört. Zolgensma, das nur einmal verabreicht wird, sei über zehn Jahre gerechnet halb so teuer wie Spinraza, das alle vier Monate gespritzt werden muss.

Um allen Patienten eine faire Chance zu geben, sei nur das Zufallsprinzip in Frage gekommen, so die Novartis-Sprecherin. «Es ist ein Dilemma», räumt sie ein. «Wir haben einfach nicht so viele Dosen zur Verfügung wie wir gerne hätten. Bei aller Kritik an diesem Verfahren mangelt es vorerst an Alternativvorschlägen.»

Der Medizinethiker Norbert W. Paul widerspricht. Ethischer wäre es gewesen, klare Kriterien als Voraussetzung für die Verabreichung des Medikamentes festzulegen, sagt der Professor der Universitätsmedizin Mainz. Zum Beispiel, ob es für die Kinder alternative Therapien gebe, ob eine Klinik in der Nähe sei, die mit Gentherapie umgehen könne, ob eine Nachsorge und im Notfall auch eine Krisenversorgung möglich sei.

Verdeckte Marketingkampagne

Das Losverfahren lehnt er ab. «Novartis unterläuft mit dieser Abgabe aus Mitleid die Zulassung, um einen Fuss im Markt zu haben und so Druck zu machen, dass die Zulassung gar nicht mehr erforderlich zu sein scheint», sagt er. Es sei wie eine verdeckte Marketingkampagne. Es entstehe der Eindruck, als handele es sich bei dem Medikament um eine Zauberkugel, und als sei die Standardtherapie mit Spinraza schlechter oder eine Billigvariante. «Dem ist ja gar nicht so», betont Paul. «Aber natürlich greifen verzweifelte Eltern nach jedem Strohhalm. Um so bedenklicher ist eine Verlosung.»

Am Montag zieht eine von Novartis beauftragte Forschungsorganisation nun erstmals den Namen eines der Kinder, die die Behandlung gratis bekommen sollen. Alle paar Wochen folgt eine weitere Ziehung. Wie viele Bewerbungen eingegangen sind, sagt Novartis nicht. Wenn das Heimatland des Kindes die Behandlung mit dem noch nicht zugelassenen Medikament erlaubt und ein Behandlungszentrum da ist, kann Zolgensma innerhalb von Wochen verabreicht werden. (dfr/sda/dpa)

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63
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63Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vecchia 05.02.2020 09:51
    Highlight Highlight Neulich hat der Novartis-Chef am TV erklärt, dass die Herstellungskosten für dieses Medikament nicht massgebend seien. Der Preis sei so hoch, weil eine einmalige Dosis ein ganzes Leben rette.

    Und wer die 2 Millionen für Novartis nicht beschaffen kann oder nicht zu Werbezwecken ausgelost wird, dessen Baby wird nicht gerettet...


    Das sehe ich als willkürlich unterlassene Hilfeleistung aus Habgier.
  • Grillmeatsbeer 04.02.2020 07:09
    Highlight Highlight Ich habe bis jetz noch keinen besseren Vorschlag gelesen für die 100 Dosen. Wenn sie die Dosen behalten sterben wahrscheinlich 100 Babys, mit der Verlosung 100 nicht.
  • Hummingbird 03.02.2020 21:18
    Highlight Highlight Das zeigt wie realitätsfern Entscheidungsträger von Big Pharma sind. In etwa so wie Trump.
  • Rethinking 03.02.2020 21:01
    Highlight Highlight Niemand getraut sich die Frage zu stellen, schon gar kein Politiker...

    Doch vielleicht sollten wir uns einmal Gedanken darüber machen wie viel Wert ein Menschenleben ist?

    Dies vor allem auch im Kontext Überbevölkerung, Ressourcenverbrauch, Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung...

    Ich weiss, das ist einfach als Aussenstehender. Doch vielleicht hilft gerade dies „neutraler“ zu entscheiden?
    • BlickvonAussen 04.02.2020 00:10
      Highlight Highlight Ihre Frage kann sehr einfach beantwortet werden. In der Schweiz gibt es den obligatorischen Militärdienst. Im Ernstfall wird erwartet, dass ein Teil der männlichen Bevölkerung sein Leben für das Land opfert.
      Was kann man selber von einem solchen Land erwarten, wenn man selber in Lebensgefahr ist?
      Im Bundeshaus können Sie folgendes lesen: Alle für einen, einer für alle.
    • Rethinking 04.02.2020 07:06
      Highlight Highlight @ BlickvonAussen: Ich spreche davon unser althergebrachtes Weltbild grundlegend zu hinterfragen.

      Der Mensch sieht sich seit einiger Zeit als DIE Rasse auf dem Planeten und ordnet alles Andere unter sich. Jede Spezies kann verenden und komplett aussterben, aber wenn nur ein einziger Mensch stirbt ist es ein Weltuntergang...
  • marcog 03.02.2020 20:28
    Highlight Highlight Was die Leute oftmals vergessen: Bei Pharmafirmen handelt es sich nicht um wohltätige Organisationen, welche nur Patienten helfen wollen. Es sind Aktiengesellschaften, welche für ihre Aktionäre möglichst viel Geld verdienen sollen. Ich hätte nichts dagegen, wenn man diese Branche verstaatlichen würde.
  • crashwinston 03.02.2020 20:08
    Highlight Highlight Was wir hier in der Schweiz wirklich machen sollten, ist von Novartis und Roche zu profitieren. Die sollen mit dem Bund einen Deal machen. Komplette Steuerbefreiung hier, dafür dürfen sie nur die effektiven Produktionskosten der Medikamente den Krankenkassen berechnen. Auf einen Schlag sparen wir einen Grossteil unserer Prämien und Novartis/Roche hat genug Kunden im Ausland.
  • HP G 03.02.2020 19:18
    Highlight Highlight Entweder hat man ein Medi oder nicht. Dies per Los zuzulosen ist...
    Mein Arzt wüsste, wie mich behandeln, aber ich muss am Glücksrad 5,12, oder 19 treffen....
    • ands 04.02.2020 06:53
      Highlight Highlight Dein Vergleich hinkt nicht, er hat eher gar keine Beine...
      Der treffendere Vergleich wäre: Der Arzt kann dir helfen, kann jedoch nur einen Patienten aufs mal behandeln und das Wartezimmer ist voll mit hunderten Patienten, welche alle gleichzeitig zum Arzt gekommen sind. Wer wird zuerst behandelt?
  • Roman h 03.02.2020 18:42
    Highlight Highlight Viele schreiben hier das es bessere Lösungen gäbe
    Aber keiner schreibt was für Lösungen.
    Also Novartis verschenkt 100 Medikamente a 2 Millionen.
    Das Schicksal entschiedet wer es bekommt, heisst die Entscheidung ist zu 100% neutral.
    Also was wäre die bessere Lösung?
    Ja es wird Verlierer geben aber die wird es sowieso geben.
    • So oder so 03.02.2020 22:56
      Highlight Highlight Man bringt das Argument - 4,7 Milliarden Gewinn 2019!

      Dito müssten sie mit dem gewinn Fabriken Bauen um mehr Pillen herzustellen um alle Babys zu Retten.
    • ands 04.02.2020 07:16
      Highlight Highlight @ So oder so: Du bist der erste, von dem ich dieses Argument lese...
      Wer sagt, dass Novartis nicht längst weitere Fabriken aufbaut? Nur geht das halt nicht von heute auf morgen. Selbst nachdem die Infrastruktur vorhanden ist, dauert es noch Monate, bis alles kalibriert und getestet ist. Soll die neue Anlage grösser sein als die bestehende, muss jeder Produktionsschritt neu berechnet und ausgelegt werden.
    • So oder so 04.02.2020 09:56
      Highlight Highlight @ands: Das meine ich ja auch.
  • Hamudi Dudi 03.02.2020 18:36
    Highlight Highlight Ist Verlosen nicht sogar fairer, als wenn es sich nur die leisten können, die sehr vermögend sind?
  • IZO 03.02.2020 17:16
    Highlight Highlight 4,7 Milliarden Gewinn 2019! Lesst die öffentlich einsehbaren Jahresabschlussberichte dieser .und ähnlichen Firmen wenn ihr ein zuverlässiges Brechmittel braucht. Ich habe ja durchaus verständniss das wir in einem kapitalistischem System agieren nur, ist dieser Betrag derart Obszön dass eine Solche Aktion an Zynismus nicht zu übertreffen sein wird. Bravo?!
    • crashwinston 03.02.2020 21:46
      Highlight Highlight Es ist eine Einmaldosis für läpische 2 Mille. Wissen sie wie viel die Schweizer Bevölkerung für Ibuprofen, Paracetamol etc. ausgibt? Dann darf ihnen gerne das Brechen kommen
    • IZO 05.02.2020 09:16
      Highlight Highlight ? Rechtfertig das eine das andere ? Oder was willst du mir sagen? Und kleiner Tipp; nach Generika fragen und nicht verschreibungspflichtige Medis in Deutschland einkaufen. Oder noch besser, den Medi Konsum generell überdenken. Zum Glück habe ich einen sehr offenen und weitsichtigen Hausarzt der mit mir alternative Wege(keine Globuli, zb. Bewegung und ein gesunder Magen/Darmtrakt) geht und nicht bei jeder Grippe irgend einen Sch.... verschreibt, sondern zum Konsum von Kamillentee und Wickel rät. Es liegt an jedem mündigen Erwachsenen sich Alternativen zu Suchen.
  • Randen 03.02.2020 17:08
    Highlight Highlight Das Wort muss zuerst erfunden werden. Ein totales Desaster! Lieber gar nichts verschenken als ein Los.... Weiss nicht was in mir vor gehen würde wenn mein Kind krank wäre und nicht gewinnen würde. Eventuell würde ich wohl stark überreagieren.
    • michiOW 03.02.2020 19:25
      Highlight Highlight Wäre es denn besser, wenn ihr Kind wegen shclechten Beziehungen keine Behandlung erhält?
  • Delos 03.02.2020 16:51
    Highlight Highlight Ich bin ja gespannt, welche anderen Alternativen als eine Verlosung die Berufsnörgler haben. Vorausgesetzt natürlich die Anzahl Dosen ist begrenzt auf 100.
  • Capslock 03.02.2020 16:32
    Highlight Highlight st sehr bedenklich,und dumm wenn ein Pharmaunternehmen dringend benötigte Medikamente mittels einer Lotterie an Patienten verlost und und auch noch glaubt, etwas "besonderes" zu tun.. Offenbar haben die Verantwortlichen noch immer nicht gemerkt, dass die Gesundheit das höchste Gut st, welches der Mensch hat und anstrebt und nie und nie und nimmer mittels einer Lotterie erstanden werden kann. Diese Firmen würden mehr Wirkung erzielen, wenn sie die Medikamente zu erschwinglichen Preisen abgeben würden.anstatt sich aus reiner Gier immer mehr die eigenen Tasche zu füllen.
  • So oder so 03.02.2020 15:57
    Highlight Highlight Die Verlosung ist ok - wenn sie gerecht abläuft und nicht mehr Pillen vorhanden sind. Da hat der "Ethikrat" Gut entschieden. Das Problem mit denn Hohen Medi Preisen kommt aber hier zu kurz - da Besserer Berichte im Radio -

    https://www.srf.ch/play/radio/rendez-vous/audio/forderung-nach-neuen-regeln-bei-neuen-krebstherapien?id=158fde30-7510-4489-9614-9358e6e6571c&expandDescription=true

    https://www.srf.ch/play/radio/echo-der-zeit/audio/zwenig-geld-fuer-die-krebsforschung-bei-kindern?id=fbc936a7-62af-4ad6-812b-4c6796829158&expandDescription=true
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 03.02.2020 15:49
    Highlight Highlight Weder großartig noch perfide. Es ist schlichtweg widerlich und eine ekelhafte Art Werbung zu machen.
  • PC Principal 03.02.2020 15:36
    Highlight Highlight Wenn sie das Medikament nicht entwickelt hätten, dann würden die Babys sterben und keiner der Kommentarschreiber würde rumheulen.
    • Randen 03.02.2020 17:10
      Highlight Highlight Ja und das ist ja genau die Sauerei... Es gibt ein Mittel aber ihr Kind hat leider kein Glück und sie haben im Leben zu wenig Geld verdient um es zu retten. Sorry gäll... würde schon gehen aber...
    • ands 04.02.2020 07:19
      Highlight Highlight @ Randen: Eben ums Geld geht es ja nicht. Novartis darf das Medikament ausserhalb der USA gar nicht verkaufen.
      Was wäre dein Vorschlag? Wie würdest du entscheiden, welche Kinder das Medikament erhalten?
    • Randen 04.02.2020 09:01
      Highlight Highlight @ands Ich sehe das Problem schon. Aber verlosen geht nicht! Dann müssen es die Behörden zulassen und die Kassen sollen bezahlen. Das ist eigentlich ganz einfach. Alles andere ist ethisch nicht vertretbar.
  • AngelitosHE 03.02.2020 15:23
    Highlight Highlight Lassen wir sie doch gleich alle in ei er Arena darum kämpfen, die letzten 100 kriegen dann dss Medikament.
  • BlickvonAussen 03.02.2020 15:04
    Highlight Highlight Für wie saudumm hält dieser Novartis CEO die Menschen? Grosszügig protzen um dann für die Wucherpreise Munition zu haben.
    Wenn er schon gerne den Anthroposoph spielen oder seine möchte: dann sollte er mal auf eine anständige Entlohnung beharren. Ca. 10 Mio Franken für welche Gegenleistung?
    Kein Deut besser als jene, die die menschliche Not ausnützen und als kriminelle Schleuser bezeichnet werden. Beide haben doch den gleiche Businessplan. An der Not der Menschen sich hemmungslos bereichern.
    • Tobias W. 03.02.2020 18:33
      Highlight Highlight Nun ja, jedenfalls rettet Novartis mit ihren Entwicklungen Menschenleben. In diesem Fall sogar kostenlos. Tun Sie das auch? Also ich meine, wenn Sie nicht grad am Unsinn schreiben sind..?
    • michiOW 03.02.2020 19:26
      Highlight Highlight Und die Migros nutzt unseren Hunger aus.
      Verbrennt sie alle!
  • Perry_ 03.02.2020 14:57
    Highlight Highlight Leute Leute, "das Teuerste Medikament" ist absolut reisserisch. Ja, X millionen ist viel, aber wenn die Krankheit damit geheilt wird / die Behandlung abgeschlossen ist kommt es immer noch billiger als medikamente / Behandlungen die man jahrzehnte / Lebenslang nehmen muss & die jeden tag rund 60 - 70 Franken kosten (auf 40 Jahre gerechnet).

    • Natürlich 03.02.2020 17:46
      Highlight Highlight Nein kommt es nicht.
      Ein Medikament dass in deinem Beispiel 60.- kostet und jeden Tag eingenommen wird wird, kommt nach 40 Jahren auf 876‘000.-
      Weiss also nicht wie du auf dieses Ergebnis kommst.
    • Luz1 03.02.2020 22:54
      Highlight Highlight Ich weiss auch nicht was er hier gerechnet hat. Jedoch wenn man den Preis von Spinraza anschaut, welches anscheinend ein Konkurrenzprodukt ist und min. 10 Jahre lang eingenommen werden muss dann stimmt seine Kernaussage.
      Kommt von SRF: "In Deutschland kostet «Spinraza» laut Arzneimittelrichtlinie 621'354 Euro im ersten Behandlungsjahr und 310'677 Euro ab dem zweiten Behandlungsjahr."
  • Paolo Pinkel 03.02.2020 14:54
    Highlight Highlight Perfide! Die Kosten auf Seiten Novartis sind um ein vielfaches geringer als der Verkaufspreis und der Reingewinn geht durch die Decke.
    Klar könnte Novartis sagen "Warum soll ich was verschenken?", aber es ist pervers zu sagen "Sorry, euer Kind ging bei der Verlosung leider leer aus. Dennoch alles Gute und viel Glück beim nächsten mal!"
    Kann diese "Verlosung" in keinster Weise nachvollziehen.
    • ands 03.02.2020 18:17
      Highlight Highlight Das Problem ist hier aber nicht der Preis, sondern die Zulassung. Novartis darf das Medikament ausserhalb der USA gar nicht verkaufen.
    • Pafeld 04.02.2020 02:11
      Highlight Highlight Die Zulassung eines Medikaments kostet schnell mal mehr als eine Milliarde USD. Der Patentschutz reicht 20 Jahre, wovon aber aus Zertifizierungsgründen längst nicht die ganze Zeit für den Verkauf nutzbar ist. Sprich rund eine Milliarde und im besten Fall 20 Jahre Zeit, um die Kosten wieder reinzuholen, dessen Behandlung pro Jahr einige hundert Patienten kuriert (weil die Krankheit selten ist). Das dabei solch astronomische Preise zustande kommen, ist kaum die Schuld der Pharmakonzerne, sondern der staatliche Geiz für akademische Forschung sowie die selben Zulassungskriterien bei Rare Dieases.
  • Okabe Rintarou 03.02.2020 14:46
    Highlight Highlight ist doch besser als nichts zu tun?
  • Der Buchstabe I 03.02.2020 14:44
    Highlight Highlight Absolut krank. Aber mehr als Kopfschütteln kann man wohl nicht. Die Hrössten verbrecher Werden bekanntlich nie zur Rechenschaft gezogen, solange sie Geld haben.
  • Etniesoph 03.02.2020 14:30
    Highlight Highlight Pervers! Ginge auch anders und vor allem günstiger! Manchmal sollte der Staat regulierend eingreifen und sagen, soviel kostet das Medikament und nicht mehr! Aber dann auch, dass sie es herstellen müssen, falls nicht verliert die Firma den Patentschutz per sofort.
    • Okabe Rintarou 03.02.2020 15:00
      Highlight Highlight hahahah genau. So funktionier die Wirtschaft bestimmt :)
    • LucyT 03.02.2020 15:05
      Highlight Highlight Bezahlt der Staat dann auch die Forschungs- und Zulassungskosten? Ja, Pharmafirmen machen (zu) viel Gewinn, ja Medikamente sind teuer, aber die Forschung, Zulassung und Herstellung ist alles andere als günstig.

      Aber zum Glück weisst du ja schon, dass es auch günstiger geht. Daher kannst du ja mal ein neues Medikament entwickeln, unter GMP herstellen und dann noch zulassen. Viel Erfolg dabei!
    • Klaus07 03.02.2020 17:12
      Highlight Highlight @LucyT
      Die Forschung und Zulassungen wird jedes Jahr Budgetiert. Auch mit Null Gewinn, wären die Kosten für Forschung im nächsten Jahr gedeckt.
      12,6 Milliarden war der Gewinn von Novartis 2018. da geht nichts mehr weg für Forschung und Zulassungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Team Insomnia 03.02.2020 14:16
    Highlight Highlight Was für ein Dre**sladen...
    • What’s Up, Doc? 03.02.2020 15:48
      Highlight Highlight @Pubic Enemy
      Bei machen ist eben die rote Linie schon überschritten wenn sie Novartis lesen. Die gleichen nehmen, wenn es ihnen selber schlecht geht, dann doch sehr gerne das helfende Produkt der benannten Firma aus der Apotheke mit nach Hause. Frei nach dem Motto; geht's mir gut ist's ein Drecksladen, geht's mir schlecht ist's die Rettung.
    • Klaus07 03.02.2020 17:16
      Highlight Highlight @Public Enemy
      Die Forschung ist ein Budgetposten in der jährlichen Kalkulation. Bezahlt mit den Umsätzen auf den im Markt verkauften Medikamente. Da wird kein Kredit aufgenommen oder etwas vorgeschossen.
    • Team Insomnia 03.02.2020 18:23
      Highlight Highlight @Pubic Enemy:

      Milliarden haben sie eingenommen aber sicher nicht vorausgezahlt, die Verlosung ist doch nur der Gipfel. Nestle findest du sicher auch Spitze...
  • So oder so 03.02.2020 13:52
    Highlight Highlight Tönt Bitter - doch Kostengutsprachen für Neue Medikamente bei Krebs , erleben Lange nicht alle Patienten noch mit. Viele Sterben bereits davor oder die Krankheit verschlechtert sich, das sich eine Behandlung nicht mehr Lohnt.
    • So oder so 03.02.2020 17:01
      Highlight Highlight Nein geht nicht um Krebs sondern um Menschen, soweit sollten sie noch mitkommen. Mann kann die Babys auch Sterben lassen bis man was Besseres hat - ist so Besser. Die Problematik von zu Teuren Medikamenten ist Bekannt und kommt durch die Regelung von Novartis wieder in die Medien.
  • Töfflifahrer 03.02.2020 13:42
    Highlight Highlight Verlosen? Das und die gesamte Preisfestlegung ist nur mit dem Begriff Pervers zu bezeichnen.
    • eldorak 03.02.2020 14:56
      Highlight Highlight Wem sollen sie denn das Medikament geben, wenns zu wenig gibt?
      Jenen, die am meisten Zahlen? Die, die es am dringensten brauchen, aber vielleicht auch schon zu spät ist?
      Ganz ehrlich, die, die jetzt motzen, würden auch bei anderen Vergabemöglichkeiten motzen.
    • Roman h 03.02.2020 15:02
      Highlight Highlight Warum ist Verlosen pervers?
      Jetzt entscheidet das Schicksal, heisst alle haben die gleichen Chancen.
      Ich möchte sicher nicht darüber entscheiden wer das Medikament bekommen soll und wer nicht.
      Auch ist die Behandlung laut Bericht ja gratis
    • d-effekt 03.02.2020 15:23
      Highlight Highlight Ich motze auch ab der Verlosung.
      Ist genauso unmoralisch wie man Leben versteigern würde.
      Oder um H. Kohl zu zittieren:
      «Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.»
      Diese Kinder haben keine Wahl, keine Lust auf Glücksspiel und 2Mio. Fr. haben sie auch nicht.
      Hier sollte Novartis an seine Pflicht gegenüber der Gesellschaft appellieren und einmal nicht nur den Gewinn der Aktionäre vor Augen haben.
      Auch der Staat könnte finanziell etwas für «den Schutz seiner Bevölkerung» tun.
      Zu einer Verlosung gäbe es schon Alternativen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Asmodeus 03.02.2020 13:36
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
    • judge 03.02.2020 14:05
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • DrFreeze 03.02.2020 14:10
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    • skyfox14 03.02.2020 14:31
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.

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