History
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Skelettrekonstruktion von Deinosuchus im Natural History Museum von Utah.
https://de.wikipedia.org/wiki/Deinosuchus#/media/Datei:Deinosuchus_hatcheri_052913.jpg

Rekonstruktion eines Deinosuchus-Skeletts im Natural History Museum von Utah. Bild: Wikimedia

Dieses Ur-Krokodil konnte sogar Dinos fressen



Mit Deinosuchus hätte man sich bestimmt nicht angelegt. Das Ur-Krokodil, dessen griechischer Name mit «Schrecklicher Krokodilgott» übersetzt wird, war zehn bis zwölf Meter lang und hatte Zähne, die so gross waren wie Bananen. Damit tötete der Räuber – in seinem Ökosystem damals der grösste – sogar Dinosaurier.

Deinosuchus lebte etwa vor 84 Millionen bis 70 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit im heutigen Nordamerika und starb noch vor dem Massenaussterben am Ende der Dinosaurier-Ära vor 66 Millionen Jahren aus. Er dürfte einer der grössten, wenn nicht der grösste Vertreter in der Stammesgeschichte der Krokodile sein.

Eine Studie des New York Institute of Technology und der University of Iowa, die im Journal of Vertebrate Paleontology veröffentlicht wurde, wirft neues Licht auf das vorzeitliche Monstrum. So konnten die Forscher drei Spezies von Deinosuchus beschreiben: Deinosuchus hatcheri, Deinosuchus riograndensis und Deinosuchus schwimmeri. Die ersten beiden lebten im Westen des nordamerikanischen Kontinents, der damals durch ein untiefes Meer – den Western Interior Seaway – in zwei Teile getrennt war. Ihr Verbreitungsgebiet reichte vom heutigen Montana bis zum nördlichen Mexiko. Deinosuchus schwimmeri hingegen lebte in der atlantischen Küstenebene von New Jersey bis Mississippi.

Nordamerika in der Kreidezeit (vor ca. 100 Millionen Jahren)
https://www.cretaceousatlas.org/geology/

Nordamerika in der Kreidezeit. Karte: cretaceousatlas.org

Das Ur-Krokodil befand sich am Ende der Nahrungskette. «Beinahe alles in seinem Verbreitungsgebiet stand auf dem Menü», sagte Ko-Autorin Stephanie Drumheller-Horton. In ihrer Studie konnten die Forscher bestätigen, was aufgrund von Bissspuren an Dinosaurier-Schädeln und -Knochen bereits früher vermutet worden war: Deinosuchus jagte auch Dinos.

Das Reptil verfügte über einen riesigen Kopf und seine kräftigen Kiefer konnten eine enorme Beisskraft von bis zu 102 Kilonewton entwickeln. Mit seinen bananengrossen, aber stumpfen Zähnen konnte Deinosuchus, der seinen Beutetieren in Flüssen oder Sümpfen auflauerte, auch sehr grosse Tiere packen und ins Wasser ziehen, um sie dort zu ertränken.

Deinosuchus riograndensis besass Zähne, die so gross waren wie Bananen. 
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/02724634.2020.1767638

Deinosuchus riograndensis besass Zähne, die so gross waren wie Bananen. Bild: Adam Cossette

Deinosuchus wurde taxonomisch ursprünglich der Familie der Echten Krokodile (Crocodylidae) zugeordnet. Nach dem Fund eines gut erhaltenen Schädelfragments wird das riesige Reptil aber zu den Alligatoroidea gerechnet. (dhr)

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Video: srf/Roberto Krone

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Max Dick 16.08.2020 16:34
    Highlight Highlight Jetzt wo ich das Bild so sehe, weiss ich auch, was ich gestern in der Aare gesichtet habe.
  • Hüendli 16.08.2020 15:28
    Highlight Highlight Könnte man das nicht am Genfersee ansiedeln? 😂
  • Papisco 16.08.2020 11:14
    Highlight Highlight Spannend. Auf der letzten Abbildung sind Kieferteile zu sehen, samt "bananengrossen" Zähnen. Auch ein Grössenvergleich scheint gegeben- leider fehlt der Masstab dazu.
    Übrigens: gibt es belastbare Erklärungen für das Aussterben?
  • Popo Catepetl 16.08.2020 01:06
    Highlight Highlight Schnurrt es beim Streicheln?
    • El Estupidoburro 16.08.2020 15:54
      Highlight Highlight Nur Büsis schnurren.
    • dmark 16.08.2020 18:29
      Highlight Highlight Nope, das Fell fehlt ;)
  • Raembe 15.08.2020 21:29
    Highlight Highlight Wieso ist das so überraschend das ein Urzeit Krokodil, ganz genau wie heutige Krokodile die Tiere seiner Zeit frisst. Heute sind es mehrheitlich Säuger und Fische, damals Fische und Dinos. Verstehe nicht warum das im Titel sowie im Text hervorgehoben wird. Ist ja nicht so als wäre das eine neue Erkenntnis oder etwas Unlogisches.
  • Myk38 15.08.2020 18:59
    Highlight Highlight Super spannend, Aber wie gross war das Teil nun? Bananengrosser Zahn....
    • Fünf 16.08.2020 07:02
      Highlight Highlight Steht im Text: 10-12 m
    • P. Meier 16.08.2020 07:51
      Highlight Highlight Intetessant wäre noch die Grössendefinition der Banane. Die gibt es in allen mögluchen Grössen.
    • Raembe 16.08.2020 08:57
      Highlight Highlight 10-12m nimmt man an.
    Weitere Antworten anzeigen
  • echter Züricher 15.08.2020 18:58
    Highlight Highlight "Nach dem Fund eines gut erhaltenen Schädelfragments"

    Wieviele Teile müssen denn für so einen Skelettnachbau vorhanden sein?
    • Raphael Stein 16.08.2020 13:16
      Highlight Highlight @Karl,

      28 bis 320 Teile
  • Joe Smith 15.08.2020 18:46
    Highlight Highlight Eine Beisskraft von bis zu 102 Kilonewton. Physikalisch absolut korrekt formuliert*, aber Hand aufs Herz: Kann sich der Durchschnittsleser darunter etwas vorstellen? Warum nicht physikalisch unkorrekt aber für alle verständlich «rund 10 Tonnen» schreiben? (Unfreundlicher Verdacht: Weil der Journalist, der das geschrieben hat, sich unter «102 Kilonewton» auch nichts vorstellen kann?)
    • ctrlxctrlv 15.08.2020 22:00
      Highlight Highlight Ganz einfach:
      Weil der Fussballfeld-Vergleich hier nicht wirklich klappt und dadurch wegfällt ;)
      (Und was wiegt ein Auto? Eine Tonne lder zwei? Ist ein Golf ein Auto oder ein SUV?)
    • ursus3000 16.08.2020 07:39
      Highlight Highlight Und kennst Du das Hebelgesetz zum die 10,2 Tonnen einordnen zu können ? OK es ist immer noch viel....
    • Eistgleichemcequadrat 16.08.2020 10:52
      Highlight Highlight Wer hat hier geherzelt? Ich tippe auf Physiklehrer.
      Wer hat hier geblitzt? Ich tippe auf Schüler.
      Schüler gibt's ja eigentlich viel mehr als Lehrer, aber die lesen halt nicht gern so komplexe Kommentare ... ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 15.08.2020 18:37
    Highlight Highlight Ich esse auch regelmässig Dinos, bzw. ihre Nachfahren. Insofern nichts aufregendes
    • Raembe 16.08.2020 08:59
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