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Mehr als 4,6 Millionen Venezolaner auf der Flucht

13.11.2019, 15:2213.11.2019, 16:27

Tote und Verletzte bei Protesten in Venezuela

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Tote und Verletzte bei Protesten in Venezuela
quelle: epa/epa / anatoly maltsev
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Mehr als 4.6 Millionen Venezolaner befinden sich nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe derzeit auf der Flucht. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Land bis 2020 auf bis zu 6.5 Millionen Menschen ansteigen werde, teilte die Organisation mit Sitz in Bonn am Mittwoch mit.

Die Uno-Flüchtlingshilfe sprach von der «grössten Flucht- und Migrationsbewegung in der jüngeren Vergangenheit Südamerikas». Weltweit gebe es kaum eine Region, aus der so viele Menschen geflüchtet seien.

Ein Teil der Menschen habe das Land bereits nach der Wahl von Präsident Nicolás Maduro im April 2013 verlassen, sagte ein Sprecher des Uno-Flüchtlingshilfe der Nachrichtenagentur AFP. Die Uno-Flüchtlingshilfe ist der Partner des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Deutschland.

Bild: AP/AP

Der Grossteil der Menschen sei jedoch erst ab 2014 geflohen. Damals begannen die heftigen Proteste gegen Maduro. Kritiker werfen dem linksnationalistischen Präsidenten eine Untergrabung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie Folter von politischen Gegnern vor.

Bessere Versorgung gefordert

Der Geschäftsführer der Uno-Flüchtlingshilfe, Peter Rubenstrotz-Bauer, verwies auf die enormen Risiken, denen die Menschen auf der Flucht ausgesetzt seien. So fehle es an Lebensmitteln und Wasser, zudem würden Flüchtlinge oft Opfer von Ausbeutung und sexuellen Übergriffen.

Der Konflikt in Venezuela strahlt bis in die Schweiz

Video: srf/SDA SRF

Rubenstrotz-Bauer forderte eine bessere Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten. Zudem bräuchten die Menschen Schutz und Rechtssicherheit, «um nicht weiter in die Illegalität abzudriften».

Schutz bei Nachbarländern

Ein Grossteil der venezolanischen Flüchtlinge sucht dem UNHCR zufolge Schutz in anderen lateinamerikanischen Ländern wie den Nachbarländern Kolumbien und Brasilien, aber auch in Argentinien oder der Karibik.

Maduro liefert sich seit Jahren einen Machtkampf mit der Mitte-rechts-Opposition. Im Januar erklärte sich Parlamentspräsident Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten; der Oppositionspolitiker wird von mehr als 50 Staaten anerkannt. (aeg/sda/afp)

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Heftige Proteste gegen die Regierung in Venezuela

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Heftige Proteste gegen die Regierung in Venezuela
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2 Kommentare
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Mehr und längere Konflikte, ohnmächtige Länder: Es gibt so viele Flüchtlinge wie nie zuvor

Die Zahl der Menschen auf der Flucht steigt weltweit immer weiter. Ende vergangenen Jahres war rund ein Prozent der Weltbevölkerung wegen Kriegen, Gewalt, Konflikten oder Angst vor Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben. Insgesamt waren 79.5 Millionen Menschen auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Donnerstag in seinem Bericht zum Weltflüchtlingstag (20. Juni) mitteilte. Das waren fast so viele Menschen wie Deutschland Einwohner hat (83.2 Millionen). Die Coronakrise und damit verbundene Armut betroffener Bevölkerungen dürfte die Flucht Richtung Europa verstärken, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in Genf.

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