Geheimdienste
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Der Angestellte der Zuger Firma Crypto AG, Hans Buehler, bei seiner Ankunft am Flughafen Zuerich Kloten, aufgenommen am 5. Januar 1993. Nach langjaehriger Taetigkeit bei der Crypto AG als Verkaeufer, die an 120 Laendern und auch an den Iran Verschluesselungsgeraete an Ministerien, Armee, Polizei- und Nachrichtendienste verkauft, wird Buehler am 18. Maerz 1992 in Teheran wegen Spionage verhaftet und in ein Militaergefaengnis eingesperrt. Die Verhaftung haelt er zuerst für ein Missverstaendnis, doch seine Inhaftierung dauert neuneinhalb Monate. Am 4. Januar 1994 wird Hans Buehler endlich freigelassen, nachdem die Crypto AG fuer ihn in Teheran eine Kaution in der Hoehe von 1 Million Dollar hinterlegt hat. Kaum zurueck in der Schweiz erhaelt Buehler von der Crypto AG das Entlassungsschreiben mit der Begruendung: «Das Vertrauensverhaeltnis ist schwer gestoert. Für eine Weiterbeschaeftigung besteht kein Bedarf» und forderte von ihm die vollstaendige Rueckerstattung der Kaution, denn seine Verhaftung im Iran haette nichts mit der Crypto AG zu tun. (KEYSTONE/Str)

Hans Bühler (links) soll Schweigegeld erhalten haben. Bild: KEYSTONE

Spionage-Affäre: Crypto AG zahlte 250'000 Franken Schweigegeld an Ex-Mitarbeiter



Eine der zentralen Figuren der Spionage-Affäre um die Crypto AG sollte mit Geld zum Schweigen gebracht werden: Wie die Handelszeitung schreibt, zahlte die Crypto AG ihrem ehemaligen, im Iran inhaftierten Exportmitarbeiter Hans Bühler 250'000 Franken.

Im Gegenzug durfte sich Bühler laut Vereinbarung vom 10. Dezember 1993 nicht mehr zu Firmenangelegenheiten äussern. Die Vereinbarung liegt der Zeitung vor. Der Deal sei ein Versuch gewesen, Bühler, der wegen Spionagevorwürfen 292 Tage im Gefängnis in Teheran sass, zum Schweigen zu bringen.

Anfänglich soll sich die Crypto geweigert haben, die von den Iranern geforderte Kaution in Höhe von einer Million Franken zu zahlen. Die Zuger Firma willigte laut dem Zeitungsbericht erst nach längeren Verhandlungen ein und verlangte, dass Bühler nach der Freilassung und vor der Rückkehr in die Schweiz den Chef der Crypto AG im Geheimen in Istanbul treffen müsse, um von ihm über sein künftiges Verhalten instruiert zu werden.

Die Zuger Firma Crypto, Herstellerin von Chiffriermaschinen, war über eine Tarnfirma in Liechtenstein seit Jahren faktisch im Besitz von CIA und BND. Nach der Affäre rund um Bühler stieg der deutsche Geheimdienst 1993 aus und verkaufte seine Aktien an die CIA.

(amü)

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    Alle Leser-Kommentare
  • basspro 19.02.2020 21:19
    Highlight Highlight Hätte ich wohl auch genommen. Denn ob mit Rückendeckung von der Schweizer Justiz zu rechnen gewesen wäre, steht in den Sternen...
  • MrJS 19.02.2020 19:37
    Highlight Highlight Das war wohl die Wahl zwischen 250000 oder einem mysteriösen Autounfall...
  • tromboner 19.02.2020 18:00
    Highlight Highlight Wie im Rundschau-Beitrag zu sehen ist, wurde die Kaution an den Iran vom Deutschen BND bezahlt für Bühlers Freilassung!
  • Firefly 19.02.2020 17:19
    Highlight Highlight Was läppische 250000 Fr Schweigegeld und ein Banken CEO kriegt 30 Mio Fr zum Abgang?

    Wie berchnet man eigentlich solche Preise, gibts da ein Katalog oder bekommt einfach jeder grad sieviel er/sie verlangt... Hab das zwar auch schon probiert, bei der letzten Kündigung, hat aber nicht geklappt. Also doch ein Kartelkatalog?
    • Johnny Geil 19.02.2020 17:55
      Highlight Highlight Vielleicht liegt es daran, dass die Crypto AG im Vergleich zu den Banken ein Chorknabe ist...
    • MartinZH 19.02.2020 18:07
      Highlight Highlight Die 250 000 Franken von 1993 würden heute 300 225 Franken entsprechen, wenn man die Preissteigerung (= Wertverfall) der vergangenen 27 Jahren (= 20.1%) zu Grunde legt. Also rund 1860 Franken mehr pro Jahr. Wirklich schäbig! 👎

      Entwicklung der Inflationsraten für Konsumgüter in der Schweiz (Laenderdaten.info):
      Benutzer Bild
    • locogoa 19.02.2020 19:21
      Highlight Highlight Im Jahre 1993 hab’s noch keine 30 Millionen für nen Banken CEO....
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