International
Energie

Wind und Solar produzieren in EU erstmals mehr Strom als Kohle und Co.

Trumps Albtraum: Wind und Solar produzieren in EU erstmals mehr Strom als Kohle und Co.

Trump hasst sie, Europas ist's egal: Windräder und Solarpanels produzierten in EU-Ländern erstmals mehr Strom als fossile Ressourcen.
22.01.2026, 04:0222.01.2026, 19:08

Wind- und Solarkraft haben im vergangenen Jahr einer Analyse zufolge in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe. So stammten gut 30 Prozent des EU-Strommixes 2025 aus Sonnen- und Windenergie.

The Schkopau coal-fired power plant operates near wind turbines in Teutschenthal, near Halle, eastern Germany, Tuesday, Oct. 15, 2024. (AP Photo/Matthias Schrader)
Zwei Windräder vor einem AKW in der Nähe der deutschen Stadt Halle.Bild: keystone

29 Prozent stammen aus fossilen Brennstoffen, wie aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervorgeht. Insgesamt machten Erneuerbare – also auch etwa Wasserkraft und Energie aus Biomasse – mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der Stromproduktion aus. 23,4 Prozent wurden dem Bericht zufolge mit Kernkraft erzeugt.

Stromerzeugung aus Kohle habe 2025 mit einem Anteil von 9,2 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht, heisst es weiter von Ember. Weiter erheblich abhängig sei die EU jedoch von Gas: Im Vergleich zu 2024 kam im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 16,7 Prozent rund 8 Prozent mehr im Strommix aus der Erzeugung durch Gas.

EU hat Einfuhrverbot von Gas aus Russland beschlossen

2025 seien die Risiken einer energiepolitischen Erpressung durch Exporteure fossiler Brennstoffe weiterhin hoch gewesen, schreiben die Autoren. «Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine zentrale Strategie, um dieses Risiko zu senken, da geopolitische Entwicklungen weiterhin für Instabilität sorgen», so Ember.

Ende letzten Jahres hatte sich die EU darauf verständigt, bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas zu sein. Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Das Importverbot soll bereits bestehende Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen und sicherstellen, dass sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen.

Autoren warnen vor Abhängigkeiten

Ember warnt vor Abhängigkeiten, auch mit Blick auf die USA: «Eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten gefährdet die Sicherheit der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in geopolitischen Auseinandersetzungen und Handelskonflikten», heisst es in dem Bericht.

Der Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der Stromnetze und die Ausweitung der Nachfragesteuerung könnten einen höheren Anteil von Solar- und Windenergie im Energiemix ermöglichen. «Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern ist auch entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
86 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
pages
22.01.2026 05:49registriert August 2025
Und das, trotz des dauernden Störfeuers von Konservativen und Rechten, die gröbere Probleme haben mit Wissenschaft, Fortschritt, Statistiken und Wahrheiten. Lieber von Putin, Trump oder den Saudis Öl und Gas kaufen. Dann wird alles gut....
18113
Melden
Zum Kommentar
avatar
Overton Window
22.01.2026 08:45registriert August 2022
"Die paar Windredli und Solarpänels wo eh nu Strom produziere wenns suscht scho zviel hät, chammer höchschtens es paar wenigi % vom Strom abdecke" haben sie gesagt.

Das war noch vor wenigen Jahren. Wobei, sie sagens ja immer noch 🤦‍♂️.
1165
Melden
Zum Kommentar
avatar
Barth Simpson
22.01.2026 05:40registriert August 2020
Auch PV und Batterien bedeuten eine gewisse Abhängigkeit, namentlich von China. Aber diese sehen ich als wesentlich kleineres Risiko, wie die von fossilen Brennstoffen.
9913
Melden
Zum Kommentar
86
Was wir von Odis Tränen lernen können
Heulende Männer haben Konjunktur. Eine Berufsgattung aber bleibt selbst bei grausamen Tragödien ungerührt. Das ist ein Missverständnis.
Marco Odermatt kann alles, auch im richtigen Moment weinen. Nach seiner Kitzbühel-Niederlage bekannte er am Samstag dem ORF: «Ich weine einmal im Jahr, dann werde ich von Emotionen übermannt. Das war heute der Fall.»
Zur Story