Skandinavien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07763878 (COMPOSITE) A handout composite photo made available by NASA Earth Observatory of satellite images showing the Okjokull Glacier (also called Ok), West Iceland taken on 07 September 1986 (L) and on 01 August 2019 (R), (issued 09 August 2019). The Okjokull lost its glacier status in 2014 after it significantly melted down to rising temperatures. The former glacier will be marked with a memorial on 18 August 2019, highlighting the impact of climate change.  EPA/NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der Okjökull-Gletscher ist seit 2014 tot. Im Bild: 1986 (l.) und 2019 (r.). Bild: EPA

Islands erster toter Gletscher bekommt einen Grabstein – mit eindringlicher Botschaft



Das wird ein trauriger Tag für Island. Am 18. August werden sich auf der Spitze des Vulkans Ok Wissenschaftler für eine Trauerfeier versammeln. Denn der Gletscher Okjökull, der den Ok einst bedeckte, ist «gestorben».

Sein Todeskampf erstreckte sich über das gesamte 20. Jahrhundert, bis der isländische Wissenschaftler Oddur Sigurðsson ihn im Jahr 2014 schliesslich für tot erklärte.

Laut Angaben der US-Weltraumbehörde NASA bedeckte der Okjökull 1901 eine Fläche von 38 Quadratkilometern. 1978 seien es noch drei Quadratkilometer gewesen. Heute ist der Gletscher auf einen kümmerlichen Quadratkilometer zusammengeschmolzen.

Ein Gletscher, der nicht fliesst, ist tot

Der Puls eines Gletschers wird nicht nur anhand seiner Grösse gemessen. Die gigantischen Eismassen fliessen – angetrieben von ihrem eigenen Gewicht und der Schwerkraft – auch aus Gebirgen in tiefere Lagen hinein.

Wenn ein Gletscher nicht mehr schwer genug ist, «fliesst er auch nicht mehr und wird für tot erklärt», erklärte Sigurdsson kürzlich dem Online-Magazin Slate. Im Falle des Okjökull gehen einige Wissenschaftler sogar davon aus, dass er sogar einige Jahr vor seinem offiziellen Todeszeitpunkt sein Leben aushauchte.

An den verstorbenen Gletscher erinnert ab dem 18. August eine Plakette, die eine eindringliche Mahnung an aktuelle Generationen enthält.

«Der Ok ist der erste von Islands Gletschern, der seinen Status als Gletscher verliert. Im Lauf der nächsten 200 Jahre werden wahrscheinlich alle unsere Gletscher diesen Weg gehen. Diese Tafel soll bezeugen, dass wir wissen, was um uns herum passiert und was wir zu tun haben.»

Der letzte Satz der Inschrift richtet sich unterdessen an zukünftige Besucher der Gedenkstätte:

«Nur ihr werdet wissen, ob wir es getan haben.»

Sollte die Menschheit nicht tun, was sie tun muss, dann könnte Island bald zu einer Art Massengrab für Gletscher werden. Über 400 der Eisriesen gibt es auf der Atlantikinsel. Der Okjökull ist zwar der erste Gletscher, den Forscher Sigurðsson für tot erklärte – er hat insgesamt aber schon 56 weitere Gletscherleichen gezählt.

Für Island hat der Tod des Okjökull auch eine kulturelle Bedeutung: «Der Name Ok taucht in den Sagen des 13. und 14. Jahrhunderts auf, wir kennen diesen Berg seit 800 Jahren», sagte der Wissenschaftler zu «Slate». «Jedes Kind kennt seinen Namen.»

(pcl)

ALP - Ein Buch, dass 90 Mal das wahre Gesicht der Alpen zeigt

Touristen fliehen in Island vor Wassermassen

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

20
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • snowleppard 15.08.2019 10:12
    Highlight Highlight Klimawandel gibt es schon seit 10'000en von Jahren. Es war schon 100 Mal schlimmer auf der Erde. Da gab es keine Autos, keine Industrie, wenige Fleischfresser (51% des CO2 Verbrauchs) und auch keine Klimaaktivisten. Wir können machen, was wir wollen - wir sind nun mal in einer Wärmeperiode.
    Trotzdem ist es gut, dem Planeten Sorge zu tragen.
    • Kruk 15.08.2019 11:40
      Highlight Highlight Genau, würde es keine Autos, keine Industrie und nur wenige Fleischfresser (51% des CO2 Verbrauchs) geben, ginge der Wandel ein bisschen weniger stark und auch gemächlicher von statten.
  • twiggy 15.08.2019 08:42
    Highlight Highlight ein schon etwas älterer artikel (2017) aus dem new york magazine, den sich jeder mal zu gemüte führen sollte: http://nymag.com/intelligencer/2017/07/climate-change-earth-too-hot-for-humans-annotated.html?sc_src=email_1474457&utm_source=emarsys&utm_medium=email&utm_campaign=TA17EDIT_DerMorgen_04082017&gtm=bottom

    wirklich eindrücklich
  • Brunhilde Borkenkäfer 15.08.2019 00:52
    Highlight Highlight Darüber nur zu quatschen bringt uns nicht weiter. Wir müssen endlich handeln, und dies radikal
  • ChrigeL_95 14.08.2019 22:40
    Highlight Highlight Auf welcher Höhe lag der Gletscher?
  • Posersalami 14.08.2019 22:12
    Highlight Highlight Nicht mehr taufrisch (haha), aber immer wieder beklemmend zu lesen.

    Wenn man so die Kommentare zum Thema Klimaschutz hier und andernorts durchliest, habe ich wenig Hoffnung für unsere Zukunft.
    • Daniel Lüscher 15.08.2019 08:30
      Highlight Highlight Die menschliche Spezies ist ein Fall von "trial and error" ... so wie's aussieht "error"!
  • weissauchnicht 14.08.2019 22:04
    Highlight Highlight Ganz schön, die Zeitrechnung in ppm CO2....
    Im Jahr 415 ppm CO2. Beim aktuellen CO2-Anstieg (ca. 2,5 ppm pro Jahr) ist dies als Zeitrechnung präziser als 2019 n. Chr.
    Was für sich eigentlich schon viel sagt und nicht nur beunruhigend ist, sondern tatsächlich politisch Panik auslösen sollte. Wäre das normal könnte die Erde erst 166 Jahre alt sein...
    • Posersalami 14.08.2019 23:08
      Highlight Highlight Nur zum Spass: 2017 wurden 37GT CO2, 2018 38GT CO2 in die Atmosphäre geblasen. Tendenz weiter schnell steigend. Die Steigerung von 2.5ppm / Jahr wird noch zulegen.

      Nach vorne immer, zurück gehts nimmer!
    • Pümpernüssler 15.08.2019 08:41
      Highlight Highlight da fehlt etwas um es zu verstehen...
  • Sherlock_Holmes 14.08.2019 21:40
    Highlight Highlight Die Gletscher gehen den Weg der ausgestorbenen Fauna und Flora.

    Schliesslich wird auch die Menschheit den gleichen Weg gehen – nur viel qualvoller, bei vollem Bewusstsein – wenn es nicht gelingt, andere Wege zu beschreiten.

    Wer sich die Bedeutung und Schönheit unserer Erde, sowie den unermesslichen Verlust vor Augen führt, kann dies tief in seinem Innern kaum mit einem Schulterzucken abtun.

    Es sei denn, er habe sich selbst in Hoffnungslosigkeit und fatalistischer Ohnmacht oder in grenzenloser, egoistischer Verblendung und in Zynismus verloren.
  • Sandro Lightwood 14.08.2019 21:19
    Highlight Highlight Ich mag die Inschrift dieser Tafel. Sie wird in ein paar Jahren die fatalistische Einstellung einiger vieler zeigen oder die Vernunft einiger noch mehr zeigen.

    Wenn ich sehe, wie mit Greta umgesprungen wird und wie versucht wird, ein Kind zu zerstören, ist für mich die fatalistische Variante wahrscheinlicher.

    Der Mensch, der Lemming.

    Das war nun mein kurzes, persönliches Wein doch.

    😘
  • plaga versus 14.08.2019 20:55
    Highlight Highlight Unseren Gletschern gehts ja auch lausig... Es gibt viele Kleingletscher, die schon tot. Der Rhonegletscher gehört noch nicht dazu...
    Benutzer Bild
    • ChrigeL_95 14.08.2019 22:40
      Highlight Highlight Bei den Alpen sollte man aber auch die Kleine Eiszeit nicht vergessen. Ich glaube das unsere Gletscher auch ohne Klimaerwärmung eigentlich gar nicht so weit ins Tal runter kommen dürften- korrigiert mich wenn das ein Irrtum sein sollte...
    • Kugelblitz 14.08.2019 23:41
      Highlight Highlight Im Grunde genommen machen die Gletscher was dem Klima entspricht, nicht was sie dürfen oder nicht.
  • ArcticFox 14.08.2019 20:44
    Highlight Highlight Ja, den Okjökull hatte ich damals gesehen, als ich 2001 Island per Velo für 3 Monate bereist habe. Damals gabs da noch keinen Massentourismus. Heute fliegt EasyJet nach Keflavik...
    • Hier Name einfügen 15.08.2019 02:51
      Highlight Highlight Und Sie sind mit dem Kanu nach Island gerudert oder was?
      Massentouristen sind immer nur die Anderen.
  • Mirjjrim 14.08.2019 20:36
    Highlight Highlight 😢
  • ingmarbergman 14.08.2019 20:31
    Highlight Highlight Am Aletschgletscher brauchts auch bald eine solche Plakette.

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

Artikel lesen
Link zum Artikel