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Ringier baut 35 Stellen ab – «Style», «Bolero» und «Schweizer Illustrierte» betroffen



ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS RINGIER UND AXEL SPRINGER EIN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN GRUENDEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Das Medien- und Verlagshaus Ringier an der Zuercher Dufourstrasse in Zuerich, aufgenommen am Dienstag, 21. November 2006. Der Medienkonzern Ringier will kuenfig stark in das Internet investieren und die Gratiszeitungen ausbauen. Um die sinkende Auflage des Blick aufzuhalten, soll er 2007 saniert werden. Insgesamt erwartet das Verlagshaus auf Ende 2006 gegenueber dem Vorjahr eine leichte Umsatzzunahme. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Bild: KEYSTONE

Ringier Axel Springer Schweiz will bei den Publikumszeitschriften sparen und baut voraussichtlich 35 Stellen ab. Magazine sollen eingestellt oder ausgelagert werden, die soll Redaktionen verkleinert werden.

Grund für die einschneidenden Massnahmen sind sinkende Werbeeinnahmen und zusätzliche Verluste wegen der Corona-Pandemie, wie das Medienhaus am Dienstag mitteilte. Betroffen sind verschiedenen Publikationen.

Das Mode- und Lifestyle-Magazin «Style» wird voraussichtlich eingestellt, das Mode- und Kultur-Magazin «Bolero» soll ausgelagert werden. Zudem sollen die Redaktionen von «Schweizer Illustrierte» und SI online verkleinert und organisatorisch zusammengeführt werden.

Besonders das Mode- und Lifestyle-Magazin «Style» sei stark vom Werbemarkt abhängig und leide seit der Corona-Krise an einem zusätzlichen Rückgang, schrieb Ringier Axel Springer Schweiz. Die Werbeerlöse des Titels hätten sich in den letzten vier Jahren halbiert.

Um weitere Verluste zu vermeiden, soll das Magazin eingestellt und dessen Redaktion aufgelöst werden. «Aufgrund der sich stetig verschlechternden Marktsituation, zugespitzt durch die Auswirkungen der Corona-Krise, können wir eine Weiterführung der Zeitschrift nicht mehr verantworten», wird CEO Alexander Theobald in der Mitteilung zitiert.

Die Einstellung von «Style» hätte auch Konsequenzen für «Bolero», das aktuell von derselben Redaktion erstellt wird. Weil es wirtschaftlich auf «einem soliden Fundament» stehe, soll es weiter erscheinen, in Zukunft aber extern produziert werden. Die bisherige Chefredaktorin der beiden Magazine, Sabina Hanselmann-Diethelm Ringier verlässt das Medienhaus.

Auch «Schweizer Illustrierte» betroffen

Weiter will Ringier Axel Springer Schweiz die Redaktionen von «Schweizer Illustrierte» und SI online verkleinern und organisatorisch zusammenführen. Die enge Verzahnung von Print und Online soll der Traditionsmarke ermöglichen, im aktuellen Marktumfeld ein positives Ergebnis zu erzielen.

«Dass wir uns dafür von geschätzten Kolleginnen und Kollegen trennen müssen, bedauere ich zutiefst», wird Co-Chefredaktorin Nina Siegrist zitiert.

Die Einsparungen sehen insgesamt einen Abbau von 35 Stellen vor. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll ein Sozialplan zum Tragen kommen – mit Massnahmen, welche über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Das Konsultationsverfahren wurde am Dienstag eröffnet. Bis zum 21. August können Mitarbeitende alternative Vorschläge einreichen, wie die geplanten Massnahmen gemildert werden könnten.

Kritik und Lob von Gewerkschaft Syndicom

Ringier Axel Springer stelle trotz Kurzarbeit Medienschaffende auf die Strasse, kritisierte die Gewerkschaft Syndicom in einer Reaktion. Das «Joint Venture von zwei lukrativen Konzernen» habe zwar die öffentlichen Gelder für Kurzarbeit entgegengenommen, baue nun aber trotzdem Stellen ab. Dieses Beispiel zeige, dass öffentliche Unterstützung ohne Leitplanken keine Arbeitsplätze rette.

Immerhin stünden die Zeichen für einen «anständigen Sozialplan» gut, schrieb Syndicom. Ringier Axel Springer sei frühzeitig und proaktiv auf die Personalvertretung zugegangen, um gemeinsam einen Sozialplan zu erarbeiten. Die Gewerkschaft wertet dies als positives Zeichen. (sda)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ScottSterling 11.08.2020 16:48
    Highlight Highlight Und als nächstes bitte noch den Blick, danke.
  • Tirggeltoni 11.08.2020 15:00
    Highlight Highlight *Grillen zirpen*

    Eilmeldung: Situation über gefallenen Reissack in China noch immer unklar!

    Mal ehrlich, angestaubte Zeitschriften, die es versäumt haben, vor einer gefühlten Dekade den Schritt in die Digitalisierung, die eigenen Neuerfindung und den Anschluss and die moderne Nutzung der Medien zu schaffen, haben keine Daseinsberechtigung mehr.
    Die Leserzahlen und die überaus zahlreichen Beiträge hier beweisen das.
    Gut, werden weniger Bäume gefällt. Print ist die wohl dreckigste Industrie heute. Chemie noch und nöcher.
    • DerElch 12.08.2020 08:26
      Highlight Highlight Hast du schon mal das SI Style gelesen? Wohl eher nicht. Sonst würdest du es nicht als "angestaubt" betiteln.

      Und: Jeder, der hier klatscht und es toll findet, dass ein Unternehmen schliessen muss, klatscht auch dafür, dass Menschen ihre Arbeit verlieren, und klatscht für die Verzweiflung, in der sie aktuell stecken. 35 Nasen, um genau zu sein.

      Und wer fordert, dass ein anderer Titel auch zumachen muss (@ScottSterling), fordert, dass so 200, 300 Menschen eine Arbeit verlieren und auf der Strasse stehen und findet das voll OK. Ist ja nicht dein Leben gäll.

      Lässiger Charakterzug, momoll.
    • Tirggeltoni 12.08.2020 08:41
      Highlight Highlight @DerElch: Sinnigerweise, habe ich das Style regelmässig in meinen Händen. Kunststück, wenn man damit arbeiten muss.
      Ich mag es niemandem gönnen auf der Strasse zu landen! Das ändert Nichts am Umstand, dass die Titel nicht mehr gelesen werden. Würden sie gelesen werden, hätten sie Anzeigen drin, könnten sich finanzieren. Es ist traurig aber leider die Realität, dass Bolero und Style am Puls vorbei produzieren und daher dicht gemacht werden müssen. Es interessiert die Leute schlicht zuwenig, als dass es sich rentiert. Da kann ich herzlich wenig dafür. Noli necare nuntium.
    • ScottSterling 12.08.2020 10:52
      Highlight Highlight Nö. Ich fordere dass der Titel verschwindet, nicht, dass die Leute arbeitslos werden. Ist ein Unterschied. Für die Angestellten würde ich mir logischerweise eine gute oder bessere Anschlusslösung wünschen.

      Aber ja, unterstell mir nur was. Lässiger Charakterzug, momoll.
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Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, wir müssen reden ...»

Sollte die Schweizer Stimmbevölkerung die Beschaffung neuer Kampfjets Ende September auch im zweiten Anlauf ablehnen, wäre das gut für die Schweiz. Sie könnte dann die längst überfällige sicherheitspolitische General-Debatte führen.

Liebe Frau Amherd

Herzliche Gratulation zu den jüngsten «Polls», wie man in Amerika sagen würde. 58 Prozent der Stimmberechtigten gedenken laut einer Tamedia-Umfrage, den Kredit für die Kampfflugzeuge mit «Ja» oder «Eher Ja» anzunehmen.

Aber wie sagt man so schön? «It's not over, until it's over», und solche Abstimmungsbarometer wirken ja eher mobilisierend auf das Lager, das gerade im Rückstand ist.

Für Sie hoffe ich natürlich, dass Sie Ihr erstes grosses Geschäft als Verteidigungsministerin …

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